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Kommandostab
1648/49 | Ferdinand III. (1637-1657), Kaiser
Der Kommandostab Kaiser Ferdinands III. ist ein raffiniertes Kunstwerk: Der lange, spiralförmig gedrechselte Stab aus Elfenbein ist hohl und mit optischen Linsen ausgestattet, die es erlauben, ihn als Fernrohr zu verwenden. Die Verschlusskappen bestehen aus vergoldetem Silber mit Einlagen aus buntem Email, die Trophäen, Festons, Musikinstrumente und Tierkreiszeichen zeigen.
Auf dem oberen Verschluss sitzt ein mit Blatt- und Blütenmuster in blauem Email verzierter Turnierhelm. Dem Typus nach handelt es sich hierbei um einen Fußturnier- bzw. Kolbenturnierhelm, der zu jener Zeit bereits antiquiert war und nur mehr für heraldische Zwecke Verwendung fand. An der Rückseite des Helms findet sich eine kleine, türkis emaillierte Federhülse, über der im Helm zwei kleine Bohrungen zu sehen sind, die einst wohl kleine (goldene und emaillierte?) Federn hielten.
Um den Hals des kleinen Helms liegt die Collane des Ordens vom Goldenen Vlies. Über dem Kleinod der Collane befindet sich ein großer Rubin. Das Visier des Helms ist dicht mit Rubinen besetzt und gibt in geöffnetem Zustand den Blick auf einen naturalistisch gefassten Porträtkopf Ferdinands III. frei. Die untere Verschlusskappe des Stabs zeigt in Email eingelegt das Monogramm »F3ML« unter der Kaiserkrone. »F3« verweist auf Ferdinand III., »ML« auf Ferdinands zweite Ehefrau, Erzherzogin Maria Leopoldine, Tochter Leopolds V. von Tirol und Claudia de’ Medicis. Die Hochzeit von Ferdinand und Maria Leopoldine hatte am 2. Juli 1648 in Linz stattgefunden. Maria Leopoldine starb bereits im folgenden Jahr, am 7. August 1649 bei der Geburt ihres Sohns Karl Joseph.
Die Entstehungszeit des Objekts lässt sich damit auf fast exakt ein Jahr eingrenzen. Anlass für die Entstehung könnte entweder die Hochzeit, aber auch der Abschluss des Westfälischen Friedens im Sommer 1648 gewesen sein.



Der Kommandostab Kaiser Ferdinands III. ist ein raffiniertes Kunstwerk: Der lange, spiralförmig gedrechselte Stab aus Elfenbein ist hohl und mit optischen Linsen ausgestattet, die es erlauben, ihn als Fernrohr zu verwenden. Die Verschlusskappen bestehen aus vergoldetem Silber mit Einlagen aus buntem Email, die Trophäen, Festons, Musikinstrumente und Tierkreiszeichen zeigen.
Auf dem oberen Verschluss sitzt ein mit Blatt- und Blütenmuster in blauem Email verzierter Turnierhelm. Dem Typus nach handelt es sich hierbei um einen Fußturnier- bzw. Kolbenturnierhelm, der zu jener Zeit bereits antiquiert war und nur mehr für heraldische Zwecke Verwendung fand. An der Rückseite des Helms findet sich eine kleine, türkis emaillierte Federhülse, über der im Helm zwei kleine Bohrungen zu sehen sind, die einst wohl kleine (goldene und emaillierte?) Federn hielten.
Um den Hals des kleinen Helms liegt die Collane des Ordens vom Goldenen Vlies. Über dem Kleinod der Collane befindet sich ein großer Rubin. Das Visier des Helms ist dicht mit Rubinen besetzt und gibt in geöffnetem Zustand den Blick auf einen naturalistisch gefassten Porträtkopf Ferdinands III. frei. Die untere Verschlusskappe des Stabs zeigt in Email eingelegt das Monogramm »F3ML« unter der Kaiserkrone. »F3« verweist auf Ferdinand III., »ML« auf Ferdinands zweite Ehefrau, Erzherzogin Maria Leopoldine, Tochter Leopolds V. von Tirol und Claudia de’ Medicis. Die Hochzeit von Ferdinand und Maria Leopoldine hatte am 2. Juli 1648 in Linz stattgefunden. Maria Leopoldine starb bereits im folgenden Jahr, am 7. August 1649 bei der Geburt ihres Sohns Karl Joseph.
Die Entstehungszeit des Objekts lässt sich damit auf fast exakt ein Jahr eingrenzen. Anlass für die Entstehung könnte entweder die Hochzeit, aber auch der Abschluss des Westfälischen Friedens im Sommer 1648 gewesen sein.
Besitzer/in:
Ferdinand III. (1637-1657), Kaiser (1608 - 1657) DNBarrow_outward
Zeit:
1648/49
Objektbezeichnung
Kommandostab
Kultur
Wien (?)
Material/Technik:
Gold, teils graviert. Email. Rubine. Linsen: Glas. Elfenbein, teils bemalt.
Maße:
L 74 cm × Dm 2,9 cm
Beschriftung
Unterer Beschlag: Monogramm bestehend aus F (Ferdinand), M.L (Maria Leopoldina) und B (?) oder 3 für Ferdinand III.
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, A 1166
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