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Doppelstücke einer Harnischgarnitur
1539/1540 | Franz I. von Frankreich
König (später Kaiser) Ferdinand I. bestellte Anfang 1539 in seiner Hofplattnerei in Innsbruck eine Reihe von Harnischen, die er als Geschenk »unserm lieben brueder und schwager dem künig zu Frankreich«, also Franz I., schenken wollte. Weitere Harnische waren für die »zwei Söhne desselben«, Heinrich und Karl, sowie Anne de Montmorency, den Connétable von Frankreich, vorgesehen. Frankreich und das Habsburgerreich hatten im Sommer davor einen zehnjährigen Waffenstillstand geschlossen, was Ferdinand I. zu diesem luxuriösen Geschenk bewegte.
Jörg Seusenhofer, Ferdinands Hofplattner, reiste noch im Frühling 1539 an den französischen Hof, um Körpermaße an den Empfängern der Geschenke zu nehmen. Doch plagten den Plattner bei der Ausführung dieses Auftrages dann nicht nur Geldprobleme, sondern auch eine baufällige Poliermühle und nicht zuletzt der vorgegebene enge Zeitplan, den er als »unmöglich« bezeichnete. »So schnell als nur immer möglich«, am besten »Tag und Nacht« sollten Seusenhofer und seine Mitarbeiter laut Ferdinand an diesem Auftrag arbeiten.
Im April 1540 waren die Harnische für Heinrich und Karl fertig und erreichten Ferdinand im Mai in den Niederlanden. Die anderen Harnische, vor allem jener für den König, seien aber, so Seusenhofer, vor einem weiteren halben Jahr nicht fertigzustellen. Doch spätestens im Sommer 1540 verstärkten sich die politischen Spannungen wieder und der dann doch noch vollendete Harnisch für Franz I. verblieb somit in Innsbruck.
1805 brachten napoleonische Truppen den Harnisch aus Schloss Ambras bei Innsbruck nach Paris; er wird heute im Musée de l’Armée verwahrt. Wohl übersehen und daher zurückgelassen hatten sie dabei aber die vorliegenden Verstärkungsstücke für das Freiturnier und das Plankengestech. Die französische Königslilie auf der Beintasche zum Plankengestech verweist noch heute auf den ursprünglich vorgesehenen Empfänger, Franz I. von Frankreich, der diesen Harnisch nie verwendet, ja nie gesehen hat.




König (später Kaiser) Ferdinand I. bestellte Anfang 1539 in seiner Hofplattnerei in Innsbruck eine Reihe von Harnischen, die er als Geschenk »unserm lieben brueder und schwager dem künig zu Frankreich«, also Franz I., schenken wollte. Weitere Harnische waren für die »zwei Söhne desselben«, Heinrich und Karl, sowie Anne de Montmorency, den Connétable von Frankreich, vorgesehen. Frankreich und das Habsburgerreich hatten im Sommer davor einen zehnjährigen Waffenstillstand geschlossen, was Ferdinand I. zu diesem luxuriösen Geschenk bewegte.
Jörg Seusenhofer, Ferdinands Hofplattner, reiste noch im Frühling 1539 an den französischen Hof, um Körpermaße an den Empfängern der Geschenke zu nehmen. Doch plagten den Plattner bei der Ausführung dieses Auftrages dann nicht nur Geldprobleme, sondern auch eine baufällige Poliermühle und nicht zuletzt der vorgegebene enge Zeitplan, den er als »unmöglich« bezeichnete. »So schnell als nur immer möglich«, am besten »Tag und Nacht« sollten Seusenhofer und seine Mitarbeiter laut Ferdinand an diesem Auftrag arbeiten.
Im April 1540 waren die Harnische für Heinrich und Karl fertig und erreichten Ferdinand im Mai in den Niederlanden. Die anderen Harnische, vor allem jener für den König, seien aber, so Seusenhofer, vor einem weiteren halben Jahr nicht fertigzustellen. Doch spätestens im Sommer 1540 verstärkten sich die politischen Spannungen wieder und der dann doch noch vollendete Harnisch für Franz I. verblieb somit in Innsbruck.
1805 brachten napoleonische Truppen den Harnisch aus Schloss Ambras bei Innsbruck nach Paris; er wird heute im Musée de l’Armée verwahrt. Wohl übersehen und daher zurückgelassen hatten sie dabei aber die vorliegenden Verstärkungsstücke für das Freiturnier und das Plankengestech. Die französische Königslilie auf der Beintasche zum Plankengestech verweist noch heute auf den ursprünglich vorgesehenen Empfänger, Franz I. von Frankreich, der diesen Harnisch nie verwendet, ja nie gesehen hat.
Empfänger/in:
(nie übergeben) Franz I. von Frankreich (1494 Cognac - 1547 Rambouillet) DNBarrow_outward
Künstler/in:
Jörg Seusenhofer , (Plattner) (1528 - 1580, tätig in Innsbruck) DNBarrow_outward
Auftraggeber/in:
Ferdinand I. (1521-1564), Erzherzog, seit 1531 König und seit 1558 Kaiser (1503 - 1564) DNBarrow_outward
Zeit:
1539/1540
Objektbezeichnung
Doppelstücke einer Harnischgarnitur
Kultur
Innsbruck
Material/Technik:
Blankes, geschmiedetes, teilweise auch getriebenes Eisen, versehen mit teilweise feuervergoldetem, tiefgätztem Dekor. Leder. Rote Atlaseide. Verschraubungen mit feuervergoldeten Kappen.
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, B 147
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