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Feldharnisch der Adlergarnitur
Das ritterliche Turnier hatte sich im Spätmittelalter und in der Renaissance in eine Reihe von Unterformen ausdifferenziert. Um den jeweils speziellen, voneinander abweichenden Anforderungen dieser Kampfarten gerecht zu werden, entwickelte sich im 16. Jahrhundert die Harnischgarnitur. Mit ihr ließen sich in der Art eines Baukastens verschiedene Harnische zusammenstellen. Die Größe einer Garnitur hing von der Zeit ihrer Entstehung, aber auch von den Ansprüchen und nicht zuletzt den finanziellen Mitteln des Auftraggebers ab.
Die Adlergarnitur Erzherzog Ferdinands II. von 1547 ist die größte erhaltene Harnischgarnitur der Renaissance. Sie ist wohl vollständig erhalten und umfasst etwa 90 Einzelteile für den Krieg und für eine Reihe von Turnierformen wie das Stechen, das Freiturnier und das Fußturnier.
Kaiser Ferdinand I. hatte die Adlergarnitur 1546 während des Schmalkaldischen Krieges für seinen zweitgeborenen Sohn, den damals 17-jährigen Ferdinand, bei seinem Innsbrucker Hofplattner Jörg Seusenhofer in Auftrag gegeben. Für die Ausführung des Ätzdekors – »zu malen und etzen und vergulden« – ist archivalisch der Maler Hans Perckhammer belegt.
Der Name der Garnitur bezieht sich auf das Hauptmotiv der Dekoration, das sich geätzt und vergoldet auf nahezu allen Teilen der Garnitur findet – der einköpfige Adler von Alt-Österreich. In den Quellen wird dieses Motiv zumeist als »lerche« bezeichnet.
Die Adlergarnitur war ein überaus kostspieliger Auftrag. Laut Rechnung vom 26. November 1547 belief sich alleine die Arbeit des Plattners auf 400 Gulden, der Ätzmaler erhielt weitere 63 Gulden. Ergänzende Materialien waren mit 110 Gulden veranschlagt, für das Vergolden mussten 265 Dukaten verarbeitet werden. Ein habsburgischer Hofbeamte verdiente zu jener Zeit im Jahr etwa 100 Gulden.

Das ritterliche Turnier hatte sich im Spätmittelalter und in der Renaissance in eine Reihe von Unterformen ausdifferenziert. Um den jeweils speziellen, voneinander abweichenden Anforderungen dieser Kampfarten gerecht zu werden, entwickelte sich im 16. Jahrhundert die Harnischgarnitur. Mit ihr ließen sich in der Art eines Baukastens verschiedene Harnische zusammenstellen. Die Größe einer Garnitur hing von der Zeit ihrer Entstehung, aber auch von den Ansprüchen und nicht zuletzt den finanziellen Mitteln des Auftraggebers ab.
Die Adlergarnitur Erzherzog Ferdinands II. von 1547 ist die größte erhaltene Harnischgarnitur der Renaissance. Sie ist wohl vollständig erhalten und umfasst etwa 90 Einzelteile für den Krieg und für eine Reihe von Turnierformen wie das Stechen, das Freiturnier und das Fußturnier.
Kaiser Ferdinand I. hatte die Adlergarnitur 1546 während des Schmalkaldischen Krieges für seinen zweitgeborenen Sohn, den damals 17-jährigen Ferdinand, bei seinem Innsbrucker Hofplattner Jörg Seusenhofer in Auftrag gegeben. Für die Ausführung des Ätzdekors – »zu malen und etzen und vergulden« – ist archivalisch der Maler Hans Perckhammer belegt.
Der Name der Garnitur bezieht sich auf das Hauptmotiv der Dekoration, das sich geätzt und vergoldet auf nahezu allen Teilen der Garnitur findet – der einköpfige Adler von Alt-Österreich. In den Quellen wird dieses Motiv zumeist als »lerche« bezeichnet.
Die Adlergarnitur war ein überaus kostspieliger Auftrag. Laut Rechnung vom 26. November 1547 belief sich alleine die Arbeit des Plattners auf 400 Gulden, der Ätzmaler erhielt weitere 63 Gulden. Ergänzende Materialien waren mit 110 Gulden veranschlagt, für das Vergolden mussten 265 Dukaten verarbeitet werden. Ein habsburgischer Hofbeamte verdiente zu jener Zeit im Jahr etwa 100 Gulden.
Besitzer/in:
Ferdinand II. (1564-1595), Erzherzog von Österreich und Landesherr von Tirol (1529 - 1595) DNBarrow_outward
Künstler/in:
Jörg Seusenhofer (1528 - 1580, tätig in Innsbruck) DNBarrow_outward
Zeit:
1547
Objektbezeichnung
Feldharnisch der Adlergarnitur
Kultur
Innsbruck
Material/Technik:
Eisen, geschmiedet, getrieben, teils geschnitten, teils geätzt, teils feuervergoldet. Ätzdekor: teils feuervergoldet, teils schwarz geätzt, teils geschwärzt (modern). Nietkappen, Ösen, Rosetten, Scharniere: Messing, teils feuervergoldet. Schnallen: Eisen, feuervergoldet. Leder (teils modern). Textil: originale Seidensamtreste, Samt (modern), Seide, Wolle (Füllmaterial). Visierbolzen: Eisen. Federhülse: Messing, feuervergoldet, teils graviert. Federbuschen (modern).
Maße:
Harnisch inkl. Federbusch, exkl. Eisenplatte: H 216 cm × B 72,5 cm × T 116,5 cm
Harnisch exkl. Federbusch, exkl. Eisenplatte: H 168,5 cm x B 72,5 cm x T 47 cm
Eisenplatte: H 4 cm x B 60 cm x T 60 cm
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, A 638
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