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Reiterharnisch (Küriss) der blau-goldenen Garnitur
datiert 1557 | Maximilian II. (1564-1576), Kaiser
Der Platter und der Goldschmied, die diesen Harnisch – eines der elegantesten Werke der Plattnerkunst – um 1557 für den späteren Kaiser Maximilian II. geschaffen haben, sind unbekannt.
Die Oberfläche des Harnischs ist dunkel gebläut und mit plastischen Zierstreifen aus vergoldetem Rotguss besetzt. Die Zierstreifen zeigen eine Vielzahl dekorativer Motive, wie mythologische Figuren, Tiere, Masken, Früchte, Blumengewinde und Putti. Am Halsausschnitt des Bruststückes ist die Collane (Ordenskette) des Ordens vom Goldenen Vlies zu sehen. Maximilian war 1546 im Alter von 19 Jahren in den Orden aufgenommen worden.
Der Harnisch war ehemals Teil einer kleinen Garnitur, zu der auch ein heute nur noch teilweise erhaltener Halbharnisch gehörte. In Wien haben sich zu diesem Halbharnisch ein Helm (eine Capacete) und ein Rundschild erhalten. Der Rest ging der Sammlung wohl während der napoleonischen Kriege im frühen 19. Jahrhundert verloren. Brust und Rücken mit Kragen befinden sich heute in Dresden (Staatliche Kunstsammlungen, Rüstkammer) ein linker Handschuh in New York (The Metropolitan Museum of Art). Schultern, Arme, und Beintaschen des Halbharnisches sowie ein Sattel fehlen.
Stilistisch dem Blau-Goldenen Harnisch eng verwandt ist der Feldharnisch der Feingeriefelten Garnitur (Kunsthistorisches Museum Wien, Hofjagd- und Rüstkammer, Inv.-Nr. A 534). Diesen hat etwa zeitgleich wohl der Augsburger Plattner Desiderius Helmschmid ebenso für den jungen Maximilian II. geschaffen.
Der Harnisch der Blau-Goldenen Garnitur diente im früheren 18. Jahrhundert mehrfach als Atelierstück für Porträts Kaiser Karls VI. Karl dürfte auf diese Weise wohl auf die Zeit seines namensgleichen Vorfahren, Kaiser Karls V., verwiesen und damit seinen Anspruch auf die im Spanischen Erbfolgekrieg (1701–1714) für die Habsburger verlorene spanische Krone unterstrichen haben.


Der Platter und der Goldschmied, die diesen Harnisch – eines der elegantesten Werke der Plattnerkunst – um 1557 für den späteren Kaiser Maximilian II. geschaffen haben, sind unbekannt.
Die Oberfläche des Harnischs ist dunkel gebläut und mit plastischen Zierstreifen aus vergoldetem Rotguss besetzt. Die Zierstreifen zeigen eine Vielzahl dekorativer Motive, wie mythologische Figuren, Tiere, Masken, Früchte, Blumengewinde und Putti. Am Halsausschnitt des Bruststückes ist die Collane (Ordenskette) des Ordens vom Goldenen Vlies zu sehen. Maximilian war 1546 im Alter von 19 Jahren in den Orden aufgenommen worden.
Der Harnisch war ehemals Teil einer kleinen Garnitur, zu der auch ein heute nur noch teilweise erhaltener Halbharnisch gehörte. In Wien haben sich zu diesem Halbharnisch ein Helm (eine Capacete) und ein Rundschild erhalten. Der Rest ging der Sammlung wohl während der napoleonischen Kriege im frühen 19. Jahrhundert verloren. Brust und Rücken mit Kragen befinden sich heute in Dresden (Staatliche Kunstsammlungen, Rüstkammer) ein linker Handschuh in New York (The Metropolitan Museum of Art). Schultern, Arme, und Beintaschen des Halbharnisches sowie ein Sattel fehlen.
Stilistisch dem Blau-Goldenen Harnisch eng verwandt ist der Feldharnisch der Feingeriefelten Garnitur (Kunsthistorisches Museum Wien, Hofjagd- und Rüstkammer, Inv.-Nr. A 534). Diesen hat etwa zeitgleich wohl der Augsburger Plattner Desiderius Helmschmid ebenso für den jungen Maximilian II. geschaffen.
Der Harnisch der Blau-Goldenen Garnitur diente im früheren 18. Jahrhundert mehrfach als Atelierstück für Porträts Kaiser Karls VI. Karl dürfte auf diese Weise wohl auf die Zeit seines namensgleichen Vorfahren, Kaiser Karls V., verwiesen und damit seinen Anspruch auf die im Spanischen Erbfolgekrieg (1701–1714) für die Habsburger verlorene spanische Krone unterstrichen haben.
Besitzer/in:
Maximilian II. (1564-1576), Kaiser zugeschrieben (1527 - 1576) DNBarrow_outward
Zeit:
datiert 1557
Objektbezeichnung
Reiterharnisch (Küriss) der blau-goldenen Garnitur
Kultur
Augsburg
Material/Technik:
Eisen, geschmiedet, getrieben, gebläut (modern?), teils geätzt. Ätzdektor: feuervergoldet. Dekorbeschläge: Buntmetall, teils gegossen, feuervergoldet, teils durchbrochen gearbeitet, teils graviert. Rüsthaken: Eisen, geschmiedet, geätzt, feuervergoldet. Löwenkopfnieten: teils Messing, teils Kupfer, gegossen, teils feuervergoldet. Schnallen, Ösen, Riemenzungen: Messing, teils feuervergoldet. Textil (Seidensamtreste, moderne Textilien). Leder (teils modern).
Maße:
H (inkl. Eisenplatte) 186 cm x B 69 cm x T 60 cm
H (exkl. Eisenplatte) 182 cm x B 69 cm x T 53 cm
Gewicht exkl. Figurine, exkl. Sockel: 28,85 kg
Signatur
keine
Beschriftung
auf Stirnstulp "1557"
Stempel / Zeichen
keine
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, A 578
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