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Riefelharnisch, Riefelküriss für Feld und Turnier
um 1525-1530 | Ulrich (1498-1550), Herzog von Württemberg
Im Jahr 1580 sandte Herzog Ludwig von Württemberg je einen Harnisch seines Vaters, Herzog Christoph, und seines Großvaters, Herzog Ulrich, an Erzherzog Ferdinand II. von Tirol. Ferdinand hatte die beiden Stücke für seine sogenannte Heldenrüstkammer erbeten, die er auf Schloss Ambras bei Innsbruck errichtete und in der er Waffen bedeutender Zeitgenossen und historischer Personen versammelte.
Ulrich regierte Württemberg in einer von gesellschaftlichen, religiösen und politischen Umbrüchen geprägten Zeit. Er war 1498 als Elfjähriger auf Betreiben König (Kaiser) Maximilians I. als Herzog eingesetzt worden. 1519 vertrieb ihn der Schwäbische Bund aufgrund seiner adelsfeindlichen Politik. Erst 1534 erhielt er nach mehreren erfolglosen Versuchen dank Philipp I. von Hessen sein Herzogtum von den Habsburgern zurück, blieb jedoch Lehensmann des Hauses Österreich.
Ulrichs Harnisch ist geprägt durch seine feinteilige Riefelung. Die kannelierte Oberfläche imitiert die plissierte textile Mode jener Zeit und ermöglicht ein funkelndes Spiel des Sonnenlichtes. Die Riefelung erhöht jedoch auch die Festigkeit der Harnischteile. Plattner konnten so Harnische bei gleichbleibender Widerstandskraft dünner und damit leichter machen. Die Präzisionsarbeit, die für die Herstellung solcher Harnische nötig war, erhöhte die Kosten jedoch immens.
Bemerkenswert an Ulrichs Harnisch sind darüber hinaus seine Wespentaille (Umfang: 69 cm) und das Gesichtsvisier. Visiere mit menschlichen, tierischen oder fantastischen Gesichtszügen erklären sich aus dem Umstand, dass Turniere oft im Fasching und in Verbindung mit dem dazugehörenden Mummenschanz stattfanden.



Im Jahr 1580 sandte Herzog Ludwig von Württemberg je einen Harnisch seines Vaters, Herzog Christoph, und seines Großvaters, Herzog Ulrich, an Erzherzog Ferdinand II. von Tirol. Ferdinand hatte die beiden Stücke für seine sogenannte Heldenrüstkammer erbeten, die er auf Schloss Ambras bei Innsbruck errichtete und in der er Waffen bedeutender Zeitgenossen und historischer Personen versammelte.
Ulrich regierte Württemberg in einer von gesellschaftlichen, religiösen und politischen Umbrüchen geprägten Zeit. Er war 1498 als Elfjähriger auf Betreiben König (Kaiser) Maximilians I. als Herzog eingesetzt worden. 1519 vertrieb ihn der Schwäbische Bund aufgrund seiner adelsfeindlichen Politik. Erst 1534 erhielt er nach mehreren erfolglosen Versuchen dank Philipp I. von Hessen sein Herzogtum von den Habsburgern zurück, blieb jedoch Lehensmann des Hauses Österreich.
Ulrichs Harnisch ist geprägt durch seine feinteilige Riefelung. Die kannelierte Oberfläche imitiert die plissierte textile Mode jener Zeit und ermöglicht ein funkelndes Spiel des Sonnenlichtes. Die Riefelung erhöht jedoch auch die Festigkeit der Harnischteile. Plattner konnten so Harnische bei gleichbleibender Widerstandskraft dünner und damit leichter machen. Die Präzisionsarbeit, die für die Herstellung solcher Harnische nötig war, erhöhte die Kosten jedoch immens.
Bemerkenswert an Ulrichs Harnisch sind darüber hinaus seine Wespentaille (Umfang: 69 cm) und das Gesichtsvisier. Visiere mit menschlichen, tierischen oder fantastischen Gesichtszügen erklären sich aus dem Umstand, dass Turniere oft im Fasching und in Verbindung mit dem dazugehörenden Mummenschanz stattfanden.
Besitzer/in:
Ulrich (1498-1550), Herzog von Württemberg (1487 - 1550) DNBarrow_outward
Künstler/in:
Wilhelm von Worms , (Plattner), Marke nicht sicher zuweisbar (erw. 1497, tätig in Nürnberg, gest. 1537 in Nürnberg) DNBarrow_outward
Zeit:
um 1525-1530
Objektbezeichnung
Riefelharnisch, Riefelküriss für Feld und Turnier
Kultur
Nürnberg
Material/Technik:
Eisen, geschmiedet, getrieben, teils graviert. Gravierte Linien: teils geschwärzt. Nietköpfe, Schnallen: Eisen. Ringpanzergeflecht: Eisen. Visier: teils gelocht. Rüsthaken: Eisen. Leder.
Maße:
H (inkl. Eisenplatte) 189,6 cm × B 85 cm × T 63 cm
Maße Eisenplatte: B 60 cm x T 60 cm x H 4 cm
Gesamtgewicht exkl. Figurine, exkl. Eisenplatte: 25,85 kg
Stempel / Zeichen
Meistermarke in Wappenform mit halbem steigendem Hirsch (Wilhelm von Worm d. Ä.) auf Brsut, Rücken und rechter Achsel
Beschaumarke in Form des kleinen Nürnberger Stadtwappens auf dem Rücken und kaum noch erkennbar auf der Brust
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, A 237
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