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Halbharnisch
Nikolaus IV. Radziwiłł, genannt der Schwarze, war ein mächtiger litauischpolnischer Staatsmann des 16. Jahrhunderts. Sigismund II. August, Großfürst von Litauen und König von Polen, zählte ihn zu seinen engsten Vertrauten und ernannte ihn zum Landmarschall und Kanzler von Litauen sowie zum Woiwoden von Wilna. Nikolaus IV. war der de facto Herrscher des Großfürstentums. Kaiser Karl V. erhob ihn zum Reichsfürsten.
Radziwiłł war maßgeblich an der Durchführung der Reformation in Litauen und Polen beteiligt. Die »Brester Bibel« (auch »Radziwiłł Bibel«), die 1563 im litauischen Brest erschienene erste protestantische Übersetzung der Bibel in polnischer Sprache, war mit seiner Förderung herausgegeben worden. Sein Sohn Nikolaus Christoph kehrte jedoch zum katholischen Glauben zurück.
Der Wiener Halbharnisch Nikolaus Radziwiłłs ist ab 1593 in der Sammlung Erzherzog Ferdinands II. von Tirol nachweisbar. Im Nachlassinventar von 1596 wird er beschrieben als: »ain halbe rüstung, der grund weisz geeczt, darauf vergulte auch rott vnd weisse züg geeczt, sambt seiner sturmbhauben«. Die Oberfläche des Harnischs ist mit geätztem Flechtbandmuster verziert, dieses ist feuervergoldet und zum Teil weiß, rot und schwarz bemalt. Teile der originalen roten Beriemung und Fütterung sind erhalten.
Wahrscheinlich schuf der Nürnberger Plattner Kunz Lochner diesen Harnisch um 1555. Die für einen deutschen Harnisch ungewöhnliche flächendeckende bunte Dekoration dürfte er wohl nach Vorgabe des Auftraggebers ausgeführt haben. Der Halbharnisch war einst Teil einer Garnitur für Feld und Turnier. Weitere Teile dieser Garnitur aus der Rüstkammer von Schloss Nieśwież (Weißrussland), dem Familiensitz der Radziwiłł, haben sich in Paris (Rennhut) und New York (Rossstirn, Brechscheibe usw.) erhalten.




Nikolaus IV. Radziwiłł, genannt der Schwarze, war ein mächtiger litauischpolnischer Staatsmann des 16. Jahrhunderts. Sigismund II. August, Großfürst von Litauen und König von Polen, zählte ihn zu seinen engsten Vertrauten und ernannte ihn zum Landmarschall und Kanzler von Litauen sowie zum Woiwoden von Wilna. Nikolaus IV. war der de facto Herrscher des Großfürstentums. Kaiser Karl V. erhob ihn zum Reichsfürsten.
Radziwiłł war maßgeblich an der Durchführung der Reformation in Litauen und Polen beteiligt. Die »Brester Bibel« (auch »Radziwiłł Bibel«), die 1563 im litauischen Brest erschienene erste protestantische Übersetzung der Bibel in polnischer Sprache, war mit seiner Förderung herausgegeben worden. Sein Sohn Nikolaus Christoph kehrte jedoch zum katholischen Glauben zurück.
Der Wiener Halbharnisch Nikolaus Radziwiłłs ist ab 1593 in der Sammlung Erzherzog Ferdinands II. von Tirol nachweisbar. Im Nachlassinventar von 1596 wird er beschrieben als: »ain halbe rüstung, der grund weisz geeczt, darauf vergulte auch rott vnd weisse züg geeczt, sambt seiner sturmbhauben«. Die Oberfläche des Harnischs ist mit geätztem Flechtbandmuster verziert, dieses ist feuervergoldet und zum Teil weiß, rot und schwarz bemalt. Teile der originalen roten Beriemung und Fütterung sind erhalten.
Wahrscheinlich schuf der Nürnberger Plattner Kunz Lochner diesen Harnisch um 1555. Die für einen deutschen Harnisch ungewöhnliche flächendeckende bunte Dekoration dürfte er wohl nach Vorgabe des Auftraggebers ausgeführt haben. Der Halbharnisch war einst Teil einer Garnitur für Feld und Turnier. Weitere Teile dieser Garnitur aus der Rüstkammer von Schloss Nieśwież (Weißrussland), dem Familiensitz der Radziwiłł, haben sich in Paris (Rennhut) und New York (Rossstirn, Brechscheibe usw.) erhalten.
Besitzer/in:
Nikolaus IV. Radziwill (1515-1565) Großmarschall von Litauen (1515 - 1565) DNBarrow_outward
Künstler/in:
Kunz Lochner , (Plattner), zugeschrieben (1510 - 1567, tätig in Nürnberg)
Vormals zugeschrieben an:
Nikolaus Christoph Radziwill (1549 - 1616) DNBarrow_outward
Zeit:
um 1555
Objektbezeichnung
Halbharnisch
Kultur
Nürnberg
Material/Technik:
Eisen, geschmiedet, getrieben, großflächig geätzt. Ätzdekor: teils feuervergoldet, teils farbig gefasst. Nietkappen, Schnallen, Rosetten, Federhülse: Eisen, feuervergoldet. Leder (teils modern). Textil: Seidensamt.
Maße:
mit Sockel und Säule: H: 193 cm, T: 66cm
ohne Sockel und ohne Säule: H: 98,5 cm, B: 73 cm, T: 45cm, Höhe Sockel: 33 cm
Gewicht exkl. Sockel, exkl. Figurine: 21,45 kg
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, A 1412
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