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Halber Kinderharnisch, Kinderrüstung
Erzherzog Ferdinand Karl war der ältere der beiden Söhne von Erzherzog Leopold V. von Tirol und dessen Gemahlin Claudia de’ Medici. Dies machte ihn zugleich zum Neffen Kaiser Ferdinands II.
Der Harnisch ist eine Mailänder Arbeit der Zeit um 1575 und ging etwa ein halbes Jahrhundert später sozusagen secondhand an Ferdinand Karl. Laut einer heute verlorenen Inschrift auf der Innenseite (»DEL S. PAVOL FRANCISCO CHARNESECI«) gehörte er einst Paolo Francesco Carnesecchi, einem Sohn von Pietro Carnesecchi (1508–1567), der 1641 Ritter des Malteserordens wurde. Im Jahr 1628, zehn Tage nach der Geburt ihres Neffen Ferdinand Karl sandte Maria Magdalena, Großherzogin der Toskana und Schwester Leopolds V. von Tirol, diesen Harnisch als Taufgeschenk nach Innsbruck.
Der vorliegende Halbharnisch könnte ursprünglich Teil einer kleinen Garnitur gewesen sein. Hierauf würde die Form der rechten Schulter hinweisen. Sie ist kleiner als die linke geschnitten und würde somit zu einem Reiterharnisch gehören. Die Oberfläche ist gebläut und mit feuervergoldeten Streifen verziert. Die textilen Teile des Harnischs sind zum Teil erhalten, so etwa das Helmfutter, die Vorstöße und Riemen.
Ferdinand Karl übernahm mit seiner Volljährigkeit 1646 die Regierungsgeschäfte von seiner Mutter, die diese seit dem Tod seines Vaters 1632 für ihn ausgeübt hatte. Seine Zeit als Landesfürst von Tirol war geprägt durch einen verschwenderischen Lebensstil, den er auch durch die Verpfändung österreichischer Herrschaftsrechte finanzierte, so etwa im Prättigau, im Unterengadin und im Pustertal. Er regierte nahezu absolutistisch und reduzierte die Mitwirkung der Landstände auf ein Minimum. Nach 1648 berief er keinen Landtag mehr ein, den oberösterreichischen Hofkanzler Wilhelm Biener ließ er absetzen und nach einem Geheimverfahren hinrichten.



Erzherzog Ferdinand Karl war der ältere der beiden Söhne von Erzherzog Leopold V. von Tirol und dessen Gemahlin Claudia de’ Medici. Dies machte ihn zugleich zum Neffen Kaiser Ferdinands II.
Der Harnisch ist eine Mailänder Arbeit der Zeit um 1575 und ging etwa ein halbes Jahrhundert später sozusagen secondhand an Ferdinand Karl. Laut einer heute verlorenen Inschrift auf der Innenseite (»DEL S. PAVOL FRANCISCO CHARNESECI«) gehörte er einst Paolo Francesco Carnesecchi, einem Sohn von Pietro Carnesecchi (1508–1567), der 1641 Ritter des Malteserordens wurde. Im Jahr 1628, zehn Tage nach der Geburt ihres Neffen Ferdinand Karl sandte Maria Magdalena, Großherzogin der Toskana und Schwester Leopolds V. von Tirol, diesen Harnisch als Taufgeschenk nach Innsbruck.
Der vorliegende Halbharnisch könnte ursprünglich Teil einer kleinen Garnitur gewesen sein. Hierauf würde die Form der rechten Schulter hinweisen. Sie ist kleiner als die linke geschnitten und würde somit zu einem Reiterharnisch gehören. Die Oberfläche ist gebläut und mit feuervergoldeten Streifen verziert. Die textilen Teile des Harnischs sind zum Teil erhalten, so etwa das Helmfutter, die Vorstöße und Riemen.
Ferdinand Karl übernahm mit seiner Volljährigkeit 1646 die Regierungsgeschäfte von seiner Mutter, die diese seit dem Tod seines Vaters 1632 für ihn ausgeübt hatte. Seine Zeit als Landesfürst von Tirol war geprägt durch einen verschwenderischen Lebensstil, den er auch durch die Verpfändung österreichischer Herrschaftsrechte finanzierte, so etwa im Prättigau, im Unterengadin und im Pustertal. Er regierte nahezu absolutistisch und reduzierte die Mitwirkung der Landstände auf ein Minimum. Nach 1648 berief er keinen Landtag mehr ein, den oberösterreichischen Hofkanzler Wilhelm Biener ließ er absetzen und nach einem Geheimverfahren hinrichten.
Historische Schenkung:
Maria Magdalena von Österreich (1609-1621), Großherzogin der Tsokana (1589 - 1631) DNBarrow_outward
Zeit:
um 1575
Objektbezeichnung
Halber Kinderharnisch, Kinderrüstung
Kultur
Italienisch
Material/Technik:
Eisen, geschmiedet, getrieben, gebläut, teils feuervergoldet. Schnallen, Riemenzungen: Messing, feuervergoldet. Nietkappen: teils Eisen, teils Messing, feuervergoldet. Rosetten: teils Kupfer, teils Messing, feuervergoldet. Textil: Samt (Reste), Seide, Silberlahn, Goldlahn. Leder (teils modern).
Maße:
Maße inkl. Sockel: H 142 cm, B 32 cm, T 45 cm
Objektmaße exkl. Sockel: H 110cm
Gesamtgewicht exkl. Figurine, exkl. Sockel: 5,30 kg
Beschriftung
Ehemals stand mit Ölfarbe auf der Innenseite der Brust: DEL S. PAVOL FRANCISCO CHARNESECI
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, A 1526
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