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Fußkampfharnisch/Kempfküriss der sog. Rosenblatt-Garnitur
Der vorliegende Harnisch ist Teil der sogenannten Rosenblatt-Garnitur. Benannt ist diese Garnitur nach dem Hauptmotiv ihrer geätzten Dekoration, den Rosenblattranken. Möglicherweise handelt es sich dabei um jene Garnitur, für welche Maximilian II. im Januar 1572 die immense Summe von 2.550 Gulden an den in Landshut ansässigen Plattner Franz Großschedel bezahlen ließ.
Anlass für die Beauftragung dieser Garnitur könnte in diesem Zusammenhang die Hochzeit Erzherzog Karls II. von Innerösterreich, Kaiser Maximilians Bruder, und Maria Anna von Bayern 1571 gewesen sein. Diese Heirat war für den kaiserlichen Hof von großer Bedeutung, da sie ein Bündnis der beiden süddeutschen katholischen Mächte, Österreich und Bayern, gegen die evangelischen Fürsten in Mittel- und Norddeutschland besiegelte. Der kaiserliche Hof feierte diese Hochzeit in Wien und Graz mit immensem Aufwand (vgl. Nr. 65).
Die Rosenblatt-Garnitur unterscheidet sich in ihrem Aufbau von der Adlergarnitur von 1547 (Nr. 44). Die Adlergarnitur war eine Wechselgarnitur, deren Teile sich im Baukastensystem auf verschiedene Art zusammenstellen ließen. Die Rosenblattgarnitur hingegen ist eine Reihengarnitur und bot für jede Turnierart einen vollständigen Harnisch.
Die Rosenblattgarnitur umfasste ein Rosszeug und je einen Feldküriss und Fußkampfharnasch für den Krieg sowie einen Harnisch für das Plankengestech nach deutscher und italienischer Art und das Fußturnier. Der Harnisch für das Fußturnier ist mit einem weiten Tonnenrock ausgestattet, der während des Fußkampfes dem nur schwer in Stahl zu umhüllenden Hüftbereich Schutz bot (vgl. Nrn. 16, 44). Der Großteil der Garnitur befindet sich heute in Wien, Teile gingen in napoleonischer Zeit verloren und werden heute unter anderem im Musée de l’Armée in Paris verwahrt.
Der Harnisch für das Plankenstechen ist in einer zweiten, nicht vergoldeten Ausführung ohne die geätzte Collane des Ordens vom goldenen Vlies vorhanden, zu dem auch zwei Brechscheiben ohne Wappen, eine Sturmhaube und ein Paar Hentzen gehören. Möglicherweise ist dies der Rest einer zweiten, untergeordneten Garnitur mit demselben, jedoch etwas weniger kostspielig ausgeführten Dekor.




Der vorliegende Harnisch ist Teil der sogenannten Rosenblatt-Garnitur. Benannt ist diese Garnitur nach dem Hauptmotiv ihrer geätzten Dekoration, den Rosenblattranken. Möglicherweise handelt es sich dabei um jene Garnitur, für welche Maximilian II. im Januar 1572 die immense Summe von 2.550 Gulden an den in Landshut ansässigen Plattner Franz Großschedel bezahlen ließ.
Anlass für die Beauftragung dieser Garnitur könnte in diesem Zusammenhang die Hochzeit Erzherzog Karls II. von Innerösterreich, Kaiser Maximilians Bruder, und Maria Anna von Bayern 1571 gewesen sein. Diese Heirat war für den kaiserlichen Hof von großer Bedeutung, da sie ein Bündnis der beiden süddeutschen katholischen Mächte, Österreich und Bayern, gegen die evangelischen Fürsten in Mittel- und Norddeutschland besiegelte. Der kaiserliche Hof feierte diese Hochzeit in Wien und Graz mit immensem Aufwand (vgl. Nr. 65).
Die Rosenblatt-Garnitur unterscheidet sich in ihrem Aufbau von der Adlergarnitur von 1547 (Nr. 44). Die Adlergarnitur war eine Wechselgarnitur, deren Teile sich im Baukastensystem auf verschiedene Art zusammenstellen ließen. Die Rosenblattgarnitur hingegen ist eine Reihengarnitur und bot für jede Turnierart einen vollständigen Harnisch.
Die Rosenblattgarnitur umfasste ein Rosszeug und je einen Feldküriss und Fußkampfharnasch für den Krieg sowie einen Harnisch für das Plankengestech nach deutscher und italienischer Art und das Fußturnier. Der Harnisch für das Fußturnier ist mit einem weiten Tonnenrock ausgestattet, der während des Fußkampfes dem nur schwer in Stahl zu umhüllenden Hüftbereich Schutz bot (vgl. Nrn. 16, 44). Der Großteil der Garnitur befindet sich heute in Wien, Teile gingen in napoleonischer Zeit verloren und werden heute unter anderem im Musée de l’Armée in Paris verwahrt.
Der Harnisch für das Plankenstechen ist in einer zweiten, nicht vergoldeten Ausführung ohne die geätzte Collane des Ordens vom goldenen Vlies vorhanden, zu dem auch zwei Brechscheiben ohne Wappen, eine Sturmhaube und ein Paar Hentzen gehören. Möglicherweise ist dies der Rest einer zweiten, untergeordneten Garnitur mit demselben, jedoch etwas weniger kostspielig ausgeführten Dekor.
Besitzer/in:
Maximilian II. (1564-1576), Kaiser , zugeschrieben (1527 - 1576) DNBarrow_outward
Künstler/in:
Franz Großschedel , zugeschrieben (um 1520-1579/80, Landshut) DNBarrow_outward
Zeit:
1571
Objektbezeichnung
Fußkampfharnisch/Kempfküriss der sog. Rosenblatt-Garnitur
Kultur
Landshut
Material/Technik:
Eisen, geschmiedet, getrieben, teils feuervergoldet, teils geätzt. Ätzdekor: teils feuervergoldet, teils Goldretusche (modern), teils geschwärzt (schwarz geätzt?), teils mit schwarzer Farbe gefüllt (modern). Federhülse: Messing, teils feuervergoldet.Visierbolzen, Visierhalterung: Eisen, feuervergoldet. Seitenbügel, Schulterbügel: Eisen, geschmiedet, geätzt. Ätzdekor: teils feuervergoldet, teils geschwärzt (schwarz geätzt?), teils mit schwarzer Farbe gefüllt. Nietkappen, Schnallen, Rosetten, Riemenzungen: Messing, teils feuervergoldet. Textil: Samt (rot, braun). Seidenschnur. Samt (modern). Leder (teils modern).
Maße:
H (inkl. Sockel) 207 cm x B 79 cm x T 82 cm
H (exkl. Sockel) 175 cm
Maße Sockel: H 32 cm x B 67,5 cm x T 67,5 cm
Gesamtgewicht exkl. Figurine, exkl. Sockel: 39,50 kg
Signatur
keine
Beschriftung
keine
Stempel / Zeichen
keine
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, A 474b
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