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Fußkampfharnisch (Kempfküriss)
Dieser Fußturnierharnisch gehörte einst dem burgundischen Adeligen Claude de Vaudrey, eine der schillerndsten Persönlichkeiten des Spätmittelalters. Vaudrey war berühmt für seinen Mut und sein Geschick im Kampf, gleichermaßen in der Schlacht wie im Turnier, sowie für die aufwendigen Turnierfeste, die er persönlich organisierte.
Der Harnisch ist erstmals 1555 nachweisbar, als Turniertrophäe Maximilians I. im Inventar des Zeughauses von Innsbruck: »so ainem Burgundischen herrn, Claudi Wadri genant, zuegehörig gewest darinnen er mit kaiser Maximilian … gekempft und hochermelte kais. maj. erobert und also der beruert kuriss zu derselben handen genomen worden«.
Dieser Zweikampf dürfte 1495 am Reichstag von Worms stattgefunden haben. Vaudrey soll, so die Überlieferung, eine Vision gehabt haben, in der ihm geboten wurde, gegen den »ersten König der Welt« am Turnierplatz anzutreten. Er bat aus diesem Grund Kaiser Maximilian um einen Wettkampf. Die Quellen zu dem folgenden Kampf in Worms sprechen zwar von einem Turnier zu Pferd, doch üblicherweise folgte diesem als Abschluss ein Fußkampf. Maximilians Sieg in diesem aufsehenerregenden Wettkampf ist in idealisierter Form im Turnierbuch des Kaisers, im Freydal von um 1512/15 (fol. 39), illustriert.
Vaudreys Harnisch trägt die Marken zweier Mailänder Plattner: »MER« (mit Krone), ein Verweis auf ein Mitglied der Plattnerfamilien Merate oder Meraviglia, sowie »DMY« (mit Kreuz), die Marke von Damiano Missaglia. Die zwei verschiedenen Meistermarken sind ein Hinweis darauf, dass dieser Harnisch in einer Produktionsgemeinschaft entstanden sein dürfte. Möglich ist auch, dass Vaudrey sich seinen Harnisch individuell zusammenstellte und dafür die jeweils besten Komponenten auswählte.
Der lange Tonnenrock sollte den Unterleib im relativ brutalen Fußturnier bestmöglich schützen ohne dabei die Beweglichkeit des Trägers einzuschränken. Gleiches gilt für die wuchtigen Schultern des Harnischs. Der Kopf bewegte sich im Helm, der Helm selbst war mit Brust und Rücken verschraubt.




Dieser Fußturnierharnisch gehörte einst dem burgundischen Adeligen Claude de Vaudrey, eine der schillerndsten Persönlichkeiten des Spätmittelalters. Vaudrey war berühmt für seinen Mut und sein Geschick im Kampf, gleichermaßen in der Schlacht wie im Turnier, sowie für die aufwendigen Turnierfeste, die er persönlich organisierte.
Der Harnisch ist erstmals 1555 nachweisbar, als Turniertrophäe Maximilians I. im Inventar des Zeughauses von Innsbruck: »so ainem Burgundischen herrn, Claudi Wadri genant, zuegehörig gewest darinnen er mit kaiser Maximilian … gekempft und hochermelte kais. maj. erobert und also der beruert kuriss zu derselben handen genomen worden«.
Dieser Zweikampf dürfte 1495 am Reichstag von Worms stattgefunden haben. Vaudrey soll, so die Überlieferung, eine Vision gehabt haben, in der ihm geboten wurde, gegen den »ersten König der Welt« am Turnierplatz anzutreten. Er bat aus diesem Grund Kaiser Maximilian um einen Wettkampf. Die Quellen zu dem folgenden Kampf in Worms sprechen zwar von einem Turnier zu Pferd, doch üblicherweise folgte diesem als Abschluss ein Fußkampf. Maximilians Sieg in diesem aufsehenerregenden Wettkampf ist in idealisierter Form im Turnierbuch des Kaisers, im Freydal von um 1512/15 (fol. 39), illustriert.
Vaudreys Harnisch trägt die Marken zweier Mailänder Plattner: »MER« (mit Krone), ein Verweis auf ein Mitglied der Plattnerfamilien Merate oder Meraviglia, sowie »DMY« (mit Kreuz), die Marke von Damiano Missaglia. Die zwei verschiedenen Meistermarken sind ein Hinweis darauf, dass dieser Harnisch in einer Produktionsgemeinschaft entstanden sein dürfte. Möglich ist auch, dass Vaudrey sich seinen Harnisch individuell zusammenstellte und dafür die jeweils besten Komponenten auswählte.
Der lange Tonnenrock sollte den Unterleib im relativ brutalen Fußturnier bestmöglich schützen ohne dabei die Beweglichkeit des Trägers einzuschränken. Gleiches gilt für die wuchtigen Schultern des Harnischs. Der Kopf bewegte sich im Helm, der Helm selbst war mit Brust und Rücken verschraubt.
Besitzer/in:
Claude de Vaudrey, Seigneur de L'Aigle et de Chilly (gest. 1515)
Künstler/in:
Giovanni Marco Meraviglia und Mitarbeiter, (Plattner) ? (erw. 1482, tätig in Mailand)
Zeit:
1480-1495
Objektbezeichnung
Fußkampfharnisch (Kempfküriss)
Kultur
Mailand
Material/Technik:
Material: Eisen, geschmiedet, getrieben. Nietkappen: Messing. Schnallen: Messing, Eisen. Leder (teils modern).
Maße:
Maße (incl. Sockel): H 183 cm, B 90 cm, T 51 cm
Sockelplatte: H 4 cm, B 60 cm, T 60 cm
Maße je Schuh: L 28,5 cm, B 16,5 cm, H 11 cm, Gewicht: 0,60 kg
Stempel / Zeichen
auf beiden Oberarmröhren: in gotischer Schrift "mer", darüber eine Krone (Meraviglia oder Merate)
auf Helm und Turnierhandschuh: Sparrenkreuz, davon links 'd', darunter 'm', rechts 'y' (?) (Damiano Missaglia zugeschrieben)
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, B 33
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