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Halbharnisch "Alla Romana"
ca. 1532-1535 | Francesco Maria I. della Rovere
Die Nachbildung des antiken Harnisches, die in der italienischen Renaissance ihren Anfang nahm, war nicht nur eine theatralische Verkleidung, sie entsprach auch einem neuen Menschenideal. Der Prunkharnisch diente damit immer mehr Zwecken und Absichten, die über den rein militärischen Schutz weit hinausgingen. Er wurde vor allem, und immer ausschließlicher, zum Festkleid, zum Sinngebilde mit literarischen, allegorischen und psychologischen Bezügen. Eines der ersten, den antiken Panzern sehr nahe kommenden Beispiele ist der Halbharnisch, der für Francesco Maria della Rovere geschaffen wurde. Dabei handelt es sich um die früheste datierte Arbeit des berühmten Mailänder Plattners Filippo Negroli. Die Signatur und die Datierung finden sich im Nacken der Prunksturmhaube. Den Rumpfpanzer aus Vorder- und Rückenhälfte bilden Lamellenplättchen, die durch Bänder aus Ringelgeflecht zusammengehalten werden. Die im Rumpfpanzer zu sehende Mischung aus römischen und orientalischen Einflüssen zeigt sich auch an der offenen Sturmhaube, welche die Form eines Mohrenkopfes mit Löckchen und naturalistischen Ohren hat, in die Ohrringe eingehängt werden konnten. Der mit dem Harnisch aufbewahrte Helm ist mit antiken Maskenhelmen vergleichbar. Francesco Maria della Rovere, der Träger des Harnisches, erbte vom Bruder seiner Mutter, Guidobaldo de Montefeltre, das Herzogtum Urbino. Als Neffe von Papst Julius II. tat er sich als Feldherr für den Kirchenstaat hervor. 1516 wurde er von Papst Leo X. Medici seiner Herrschaft in Urbino beraubt, die an Lorenzo II. Medici überging. Erst 1521 konnte er sein Herzogtum unter dem spanienfreundlichen Papst Hadrian II. zurückgewinnen. 1523 wurde er der Oberbefehlshaber der venezianischen Truppen im Krieg der Lagunenstadt gegen König Franz I. von Frankreich (1494-1547). In seinen letzten Lebensjahren, zwischen 1536 und 1538, entstand das berühmte, von Tizian gemalte Porträt, das sich heute in den Florentiner Uffizien befindet.






Die Nachbildung des antiken Harnisches, die in der italienischen Renaissance ihren Anfang nahm, war nicht nur eine theatralische Verkleidung, sie entsprach auch einem neuen Menschenideal. Der Prunkharnisch diente damit immer mehr Zwecken und Absichten, die über den rein militärischen Schutz weit hinausgingen. Er wurde vor allem, und immer ausschließlicher, zum Festkleid, zum Sinngebilde mit literarischen, allegorischen und psychologischen Bezügen. Eines der ersten, den antiken Panzern sehr nahe kommenden Beispiele ist der Halbharnisch, der für Francesco Maria della Rovere geschaffen wurde. Dabei handelt es sich um die früheste datierte Arbeit des berühmten Mailänder Plattners Filippo Negroli. Die Signatur und die Datierung finden sich im Nacken der Prunksturmhaube. Den Rumpfpanzer aus Vorder- und Rückenhälfte bilden Lamellenplättchen, die durch Bänder aus Ringelgeflecht zusammengehalten werden. Die im Rumpfpanzer zu sehende Mischung aus römischen und orientalischen Einflüssen zeigt sich auch an der offenen Sturmhaube, welche die Form eines Mohrenkopfes mit Löckchen und naturalistischen Ohren hat, in die Ohrringe eingehängt werden konnten. Der mit dem Harnisch aufbewahrte Helm ist mit antiken Maskenhelmen vergleichbar. Francesco Maria della Rovere, der Träger des Harnisches, erbte vom Bruder seiner Mutter, Guidobaldo de Montefeltre, das Herzogtum Urbino. Als Neffe von Papst Julius II. tat er sich als Feldherr für den Kirchenstaat hervor. 1516 wurde er von Papst Leo X. Medici seiner Herrschaft in Urbino beraubt, die an Lorenzo II. Medici überging. Erst 1521 konnte er sein Herzogtum unter dem spanienfreundlichen Papst Hadrian II. zurückgewinnen. 1523 wurde er der Oberbefehlshaber der venezianischen Truppen im Krieg der Lagunenstadt gegen König Franz I. von Frankreich (1494-1547). In seinen letzten Lebensjahren, zwischen 1536 und 1538, entstand das berühmte, von Tizian gemalte Porträt, das sich heute in den Florentiner Uffizien befindet.
Besitzer/in:
Francesco Maria I. della Rovere , Herzog von Urbino (1490 - 1538) DNBarrow_outward
Künstler/in:
Filippo Negroli , (Plattner) (ca. 1510 - 1579, tätig in Mailand) DNBarrow_outward
Zeit:
ca. 1532-1535
Objektbezeichnung
Halbharnisch "Alla Romana"
Kultur
Mailand
Material/Technik:
Eisen, geschmiedet, getrieben, brüniert, teils ziseliert, teils punziert. Ringpanzergeflecht: Eisen. Leder. Schnallen, Riemenzungen, Nieten: Eisen.
Eisen, geschmiedet, getrieben, brüniert, teils ziseliert, teils punziert.
Maße:
Schuppenpanzer: H 74 cm x B 57 cm x T 31 cm
Maße inkl. Sturmhaube A 498a, inkl. Sockelplatte: H 180 cm x B 60 cm x T 60 cm
Maße exkl. Sturmhaube A 498a, inkl. Sockelplatte: H 153,5 cm x B 60 cm x T 60 cm
Gesamtgewicht exkl. Figurine, exkl. Sockel: 15,00 kg
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, A 498
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