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Gabel, Vorschneidemesser und Vorlegemesser
4. Viertel 16. Jahrhundert | Rudolf II. (1576-1612), Kaiser, römischer König ab 1575, König von Ungarn ab 1572, von Böhmen se
Diese Besteckgarnitur besteht aus einer Gabel, einem Vorschneidemesser und einem spachtelförmigen Vorlegemesser (Presentoir). Gabel und Vorschneidemesser dienten zum Teilen der Speisen, diese wurden dann mit dem Vorlegemesser angeboten.
Die Griffe der drei Utensilien sind aus Achat gefertigt und mittels emaillierter Goldfassungen mit den Klingen verbunden. Die Klinge des Vorlegemessers ist breit und abgerundet, am Klingenansatz ist auf einer Seite eine nicht identifizierte Schmiedemarke (fünfzackiger Stern über Halbmond) doppelt eingeschlagen. Das Vorschneidemesser hat eine einschneidige Klinge mit verbreiterter, gebogener, zweischneidiger Spitzenpartie und zeigt dieselbe Marke. Die Gabel besitzt einen langen achtkantigen Stiel aus vergoldetem Silber und endet in zwei kurzen Gabelzinken.
Die Besteckgarnitur dürfte in Mailand entstanden sein. Hierauf deutet der Dekor der Fassungen hin; die weiß-blau emaillierten kleinen Halbmonde finden sich nur auf Mailänder Werken. Auch die Art der Montage der Griffe deutet auf eine Herkunft südlich der Alpen hin. Die Klingen sind hier nur durch die Fassung im Griff montiert. Nördlich der Alpen wäre die Fassung zur Gänze der Länge nach durchbohrt und ein dünner Fortsatz der Klinge, die Angeln, am Griffende vernietet worden.
Die kostbare und grazile Ausführung lässt weniger an eine praktische Verwendung als Jagdbesteck denken. Es dürfte sich hierbei eher um ein Kunstkammerstück handeln, das möglicherweise an der Hoftafel seine Verwendung fand. Die Besteckgarnitur entstammt der Wiener Kaiserlichen Hofgewehrkammer (Nr. 509), wo sie Kaiser Matthias zugeschrieben wurde (»aus der 1tn. Hälfte des 17tn. Jahrhunderts Mathias«). Ob sie Matthias oder seinem Bruder Rudolf gehörte, ist nicht mit Sicherheit zu sagen. Die engen Kontakte, die Rudolf zu Mailänder Künstlern pflegte, würden jedoch eher für ihn sprechen.




Diese Besteckgarnitur besteht aus einer Gabel, einem Vorschneidemesser und einem spachtelförmigen Vorlegemesser (Presentoir). Gabel und Vorschneidemesser dienten zum Teilen der Speisen, diese wurden dann mit dem Vorlegemesser angeboten.
Die Griffe der drei Utensilien sind aus Achat gefertigt und mittels emaillierter Goldfassungen mit den Klingen verbunden. Die Klinge des Vorlegemessers ist breit und abgerundet, am Klingenansatz ist auf einer Seite eine nicht identifizierte Schmiedemarke (fünfzackiger Stern über Halbmond) doppelt eingeschlagen. Das Vorschneidemesser hat eine einschneidige Klinge mit verbreiterter, gebogener, zweischneidiger Spitzenpartie und zeigt dieselbe Marke. Die Gabel besitzt einen langen achtkantigen Stiel aus vergoldetem Silber und endet in zwei kurzen Gabelzinken.
Die Besteckgarnitur dürfte in Mailand entstanden sein. Hierauf deutet der Dekor der Fassungen hin; die weiß-blau emaillierten kleinen Halbmonde finden sich nur auf Mailänder Werken. Auch die Art der Montage der Griffe deutet auf eine Herkunft südlich der Alpen hin. Die Klingen sind hier nur durch die Fassung im Griff montiert. Nördlich der Alpen wäre die Fassung zur Gänze der Länge nach durchbohrt und ein dünner Fortsatz der Klinge, die Angeln, am Griffende vernietet worden.
Die kostbare und grazile Ausführung lässt weniger an eine praktische Verwendung als Jagdbesteck denken. Es dürfte sich hierbei eher um ein Kunstkammerstück handeln, das möglicherweise an der Hoftafel seine Verwendung fand. Die Besteckgarnitur entstammt der Wiener Kaiserlichen Hofgewehrkammer (Nr. 509), wo sie Kaiser Matthias zugeschrieben wurde (»aus der 1tn. Hälfte des 17tn. Jahrhunderts Mathias«). Ob sie Matthias oder seinem Bruder Rudolf gehörte, ist nicht mit Sicherheit zu sagen. Die engen Kontakte, die Rudolf zu Mailänder Künstlern pflegte, würden jedoch eher für ihn sprechen.
Besitzer/in:
Rudolf II. (1576-1612), Kaiser, römischer König ab 1575, König von Ungarn ab 1572, von Böhmen se (1552 - 1612) DNBarrow_outward
Zeit:
4. Viertel 16. Jahrhundert
Objektbezeichnung
Gabel, Vorschneidemesser und Vorlegemesser
Kultur
Mailand (?)
Material/Technik:
Messer: Klinge: Eisen, geschmiedet, teils geschnitten. Griff: Weißer Bandachat. Fassung: Goldblech, graviert, emailliert. Gabel: Silber, feuervergoldet. Griff: Goldblech, graviert, emailliert.
Maße:
Waidblatt: L 49,5 cm x B 10,5 cm x T 2,5 cm
Messer: L 39 cm x B 5,5 cm x T 2,2 cm
Gabel: L 30 cm x B 3 cm x T 1,4 cm
Stempel / Zeichen
Auf dem Waidblatt einseitig zweimal Halbmond mit Stern; auf dem Aufbruchmesser einseitig einmal Halbmond mit Stern.
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, D 206
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