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Ungarischer Säbel
um 1700
Kilij (Kilidsch) ist die Bezeichnung des typisch osmanischen Säbels, dessen Klinge etwas breiter ist als die des persischen Shamshir. Der osmanische Säbel ist auch nicht so stark gebogen wie jener und hat eine verbreiterte, zweischneidige Klinge. Die Verbreiterung am Klingenende macht den Säbel zwar kopflastig und erschwert das Fechten, sie erhöht jedoch die Wucht des Säbelhiebes. Diese Eigenschaft des Kilidsch verlangt eine eigene Fechttechnik. Mit der Wucht eines Hiebes des osmanischen Säbels konnte das Haupt eines Gegners vom Rumpf getrennt werden, wie man es auf den Tapisserien des Tunisfeldzuges von Jan Cornelisz Vermeyen sehen kann. Turcica – osmanische Beutestücke wie Rundschilde, Bögen, Köcher, Säbel und Sturm-hauben (»Schischakn«) – erinnerten an den Türkenfeldzug Erzherzog Ferdinands II. 1556. Sie sind Ausdruck der Faszination des Sammlers für die kostbaren Materialien und die hohe handwerkliche Qualität der türkischen Objekte. Eigens eingerichtete Türkenkammern mit Türkenbeute, diplomatischen Geschenken und Ankäufen von Kunstwerken waren typisch für die frühneuzeitlichen Rüstkammern europäischer Fürsten.

Kilij (Kilidsch) ist die Bezeichnung des typisch osmanischen Säbels, dessen Klinge etwas breiter ist als die des persischen Shamshir. Der osmanische Säbel ist auch nicht so stark gebogen wie jener und hat eine verbreiterte, zweischneidige Klinge. Die Verbreiterung am Klingenende macht den Säbel zwar kopflastig und erschwert das Fechten, sie erhöht jedoch die Wucht des Säbelhiebes. Diese Eigenschaft des Kilidsch verlangt eine eigene Fechttechnik. Mit der Wucht eines Hiebes des osmanischen Säbels konnte das Haupt eines Gegners vom Rumpf getrennt werden, wie man es auf den Tapisserien des Tunisfeldzuges von Jan Cornelisz Vermeyen sehen kann. Turcica – osmanische Beutestücke wie Rundschilde, Bögen, Köcher, Säbel und Sturm-hauben (»Schischakn«) – erinnerten an den Türkenfeldzug Erzherzog Ferdinands II. 1556. Sie sind Ausdruck der Faszination des Sammlers für die kostbaren Materialien und die hohe handwerkliche Qualität der türkischen Objekte. Eigens eingerichtete Türkenkammern mit Türkenbeute, diplomatischen Geschenken und Ankäufen von Kunstwerken waren typisch für die frühneuzeitlichen Rüstkammern europäischer Fürsten.
Zeit:
um 1700
Objektbezeichnung
Ungarischer Säbel
Kultur
Ungarn
Material/Technik:
Eisen, Holz, Leder
Maße:
L. 82 cm
Pfeilhöhe: H. 5,9 cm
Bildrecht
Schloss Ambras Innsbruck
Inv. Nr.
Schloss Ambras Innsbruck, WA 2300
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