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Kurze Radschlossbüchse mit Rauchfang
datiert 1638 | Ferdinand III. (1637-1657), Kaiser
Beim Abfeuern eines Radschlossgewehrs entsteht durch das in der Zündpfanne abbrennende Zündkraut eine Wolke beißenden Rauches. Diese konnte vor allem beim für die Jagd so günstigen Gegenwind für den Schützen störend sein. Kaiser Ferdinand III. war ein leidenschaftlicher Jäger, doch dürfte er besonders empfindliche Augen gehabt haben. Für ihn entstand eine Gruppe an Gewehren, die alle mit einem kleinen Rauchfang über dem Radschlosshahn ausgestattet sind. Dieser sollte den beim Abfeuern des Gewehrs entstehenden Rauch sammeln und erst über der Augenhöhe des Schützen freigeben.
Diese Radschlossbüchse mit einem dieser Rauchfänge ist ein Werk des Büchsenmachers Hans Faschang, der in den 1630/40er Jahren in Wien arbeitete. Am Lauf der Büchse findet sich sein Monogramm »H.F.« sowie die Datierung 1638. Der von ihm geschaffene Schlossmechanismus ist von außen nicht sichtbar, das Rad aber mit einer durchbrochen gearbeiteten Decke versehen. Der Rauchfang ist vierkantig und lässt sich nach vorne umlegen.
Die hölzerne Schäftung des Gewehrs schuf jener bis heute namentlich nicht identifizierte Büchsenschäfter, für den sich Mitte des 20. Jahrhunderts der Name »Meister der Tierkopfranke« etabliert hat. Diesen Namen verdankt der Meister den lebhaft verschlungenen, oft in kleinen Tierköpfen endenden Blattranken, mit denen er seine Büchsenschäfte in geschnitztem Flachrelief verzierte. In diesen Blatt- und Blütenranken finden sich Jagdtiere, aber auch fantastische Wesen sowie öfter auch musizierende Hunde und Affen.
Der Meister der Tierkopfranke ist von 1624 bis 1659 nachweisbar. Mehrere seiner Werke lassen sich mit Kaiser Ferdinand III. in Verbindung bringen, sodass er wohl im näheren Umfeld des kaiserlichen Hofes gearbeitet haben dürfte. Auf der vorliegenden Büchse findet sich auf der Wangenseite ein aus Perlmutt geschaffener Doppeladler mit Schwert und Zepter sowie einem blanken Herzschild.

Beim Abfeuern eines Radschlossgewehrs entsteht durch das in der Zündpfanne abbrennende Zündkraut eine Wolke beißenden Rauches. Diese konnte vor allem beim für die Jagd so günstigen Gegenwind für den Schützen störend sein. Kaiser Ferdinand III. war ein leidenschaftlicher Jäger, doch dürfte er besonders empfindliche Augen gehabt haben. Für ihn entstand eine Gruppe an Gewehren, die alle mit einem kleinen Rauchfang über dem Radschlosshahn ausgestattet sind. Dieser sollte den beim Abfeuern des Gewehrs entstehenden Rauch sammeln und erst über der Augenhöhe des Schützen freigeben.
Diese Radschlossbüchse mit einem dieser Rauchfänge ist ein Werk des Büchsenmachers Hans Faschang, der in den 1630/40er Jahren in Wien arbeitete. Am Lauf der Büchse findet sich sein Monogramm »H.F.« sowie die Datierung 1638. Der von ihm geschaffene Schlossmechanismus ist von außen nicht sichtbar, das Rad aber mit einer durchbrochen gearbeiteten Decke versehen. Der Rauchfang ist vierkantig und lässt sich nach vorne umlegen.
Die hölzerne Schäftung des Gewehrs schuf jener bis heute namentlich nicht identifizierte Büchsenschäfter, für den sich Mitte des 20. Jahrhunderts der Name »Meister der Tierkopfranke« etabliert hat. Diesen Namen verdankt der Meister den lebhaft verschlungenen, oft in kleinen Tierköpfen endenden Blattranken, mit denen er seine Büchsenschäfte in geschnitztem Flachrelief verzierte. In diesen Blatt- und Blütenranken finden sich Jagdtiere, aber auch fantastische Wesen sowie öfter auch musizierende Hunde und Affen.
Der Meister der Tierkopfranke ist von 1624 bis 1659 nachweisbar. Mehrere seiner Werke lassen sich mit Kaiser Ferdinand III. in Verbindung bringen, sodass er wohl im näheren Umfeld des kaiserlichen Hofes gearbeitet haben dürfte. Auf der vorliegenden Büchse findet sich auf der Wangenseite ein aus Perlmutt geschaffener Doppeladler mit Schwert und Zepter sowie einem blanken Herzschild.
Besitzer/in:
Ferdinand III. (1637-1657), Kaiser (1608 - 1657) DNBarrow_outward
Künstler/in:
Hans Faschang , (Büchsenmacher) (1631 - 1647, tätig in Wien)
Zeit:
datiert 1638
Objektbezeichnung
Kurze Radschlossbüchse mit Rauchfang
Kultur
Wien
Material/Technik:
Lauf: Eisen, geschmiedet, gezogen, gebläut. Visier: Eisen. Korn: Silber, feuervergoldet. Schlossplatte, Abzugsbügel, Rauchfang: Eisen, gebläut. Radabdeckung: Eisen, gebläut, durchbrochen gearbeitet. Kolbenblech: Messing. Schaft: Holz, geschnitzt. Messing. Ladestock: Holz, Eisen.
Maße:
L 89 cm
Gewicht: 2,55 kg
Beschriftung
Kolbenanschlagseite: Doppeladler in Perlmut
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, D 103
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