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Radschlossbüchse
um 1602-1610 | Rudolf II. (1576-1612), Kaiser, römischer König ab 1575, König von Ungarn ab 1572, von Böhmen se
Dieses außergewöhnliche Radschlossgewehr lässt sich dem in München und Prag tätigen Eisenschneider Daniel Sadeler und dem in Augsburg arbeitenden Goldschmied David Altenstetter zuschreiben. Der gezogene Lauf und das Schloss sind mit in Eisen geschnittenen Arabesken und figuralen Darstellungen (Tritonen) verziert. Der Hahn des Radschlosses stellt ein drachenartiges Wesen dar (vgl. Inv.-Nr. D 86).
Der Schaft des Gewehrs ist mit Silberplatten belegt, die von Spangen aus vergoldetem und graviertem Silber eingefasst werden. Der Goldschmied David Altenstetter hat diese Silberplatten mit farbigem, durchsichtigem Tiefschnittemail geschmückt. An der äußeren Seite des Vorderschaftes findet sich das Monogramm des Künstlers: »D. A. F.« (»David Altenstetter fecit«; »David Altenstetter hat es gemacht«).
Der Emaildekor des Radschlossgewehrs zeigt Trophäen, Blatt- und Blütenranken, Fruchtkörbe, springende Hirsche usw. Am Kolben ist auf der Anschlagseite die Siegesgöttin Victoria zu sehen. Sie ist von türkischen Kriegstrophäen umgeben, links und rechts von ihr reiten ungarisch gekleidete Krieger.
Das Gewehr ist zwar voll funktionstüchtig, doch war es aufgrund des überaus fragilen emaillierten Dekors für einen praktischen Gebrauch ungeeignet. Die Entstehungszeit dieses Kunstkammerstückes lässt sich durch die Aufenthaltsdauer Daniel Sadelers am Prager Hof wohl auf 1602 bis 1610 einschränken. Womöglich verweist die Siegesgöttin Victoria auf den Frieden von Zsitvatorok, den das habsburgische und das osmanische Reich im November 1606 schlossen und der den seit 1591 andauernden sogenannten Langen Türkenkrieg beendete.
Zu diesem Gewehr gehört eine im selben Stil verzierte Pulverflasche (Kunsthistorisches Museum Wien, Hofjagd- und Rüstkammer, Inv.-Nr. A 209 a). Sie zeigt auf den emaillierten Silberplatten auf der einen Seite Diana, auf der anderen Aktäon.

Dieses außergewöhnliche Radschlossgewehr lässt sich dem in München und Prag tätigen Eisenschneider Daniel Sadeler und dem in Augsburg arbeitenden Goldschmied David Altenstetter zuschreiben. Der gezogene Lauf und das Schloss sind mit in Eisen geschnittenen Arabesken und figuralen Darstellungen (Tritonen) verziert. Der Hahn des Radschlosses stellt ein drachenartiges Wesen dar (vgl. Inv.-Nr. D 86).
Der Schaft des Gewehrs ist mit Silberplatten belegt, die von Spangen aus vergoldetem und graviertem Silber eingefasst werden. Der Goldschmied David Altenstetter hat diese Silberplatten mit farbigem, durchsichtigem Tiefschnittemail geschmückt. An der äußeren Seite des Vorderschaftes findet sich das Monogramm des Künstlers: »D. A. F.« (»David Altenstetter fecit«; »David Altenstetter hat es gemacht«).
Der Emaildekor des Radschlossgewehrs zeigt Trophäen, Blatt- und Blütenranken, Fruchtkörbe, springende Hirsche usw. Am Kolben ist auf der Anschlagseite die Siegesgöttin Victoria zu sehen. Sie ist von türkischen Kriegstrophäen umgeben, links und rechts von ihr reiten ungarisch gekleidete Krieger.
Das Gewehr ist zwar voll funktionstüchtig, doch war es aufgrund des überaus fragilen emaillierten Dekors für einen praktischen Gebrauch ungeeignet. Die Entstehungszeit dieses Kunstkammerstückes lässt sich durch die Aufenthaltsdauer Daniel Sadelers am Prager Hof wohl auf 1602 bis 1610 einschränken. Womöglich verweist die Siegesgöttin Victoria auf den Frieden von Zsitvatorok, den das habsburgische und das osmanische Reich im November 1606 schlossen und der den seit 1591 andauernden sogenannten Langen Türkenkrieg beendete.
Zu diesem Gewehr gehört eine im selben Stil verzierte Pulverflasche (Kunsthistorisches Museum Wien, Hofjagd- und Rüstkammer, Inv.-Nr. A 209 a). Sie zeigt auf den emaillierten Silberplatten auf der einen Seite Diana, auf der anderen Aktäon.
Besitzer/in:
Rudolf II. (1576-1612), Kaiser, römischer König ab 1575, König von Ungarn ab 1572, von Böhmen se (1552 - 1612) DNBarrow_outward
Künstler/in:
Daniel Sadeler , (Eisenschneider) (vor 1602 Antwerpen - 1632 München, tätig in Prag und München) DNBarrow_outward
Zeit:
um 1602-1610
Objektbezeichnung
Radschlossbüchse
Kultur
Prag
Material/Technik:
Lauf: Eisen, geschmiedet, gezogen, teils geschnitten, teils gebläut, teils vergoldet. Visier: Eisen, vergoldet. Korn: Silber. Schlossplatte, Hahn, Radabdeckung, Abzugsbügel: Eisen, teils geschnitten, teils gebläut, teils vergoldet. Schaft: Holz. Dekorbleche: Silber, teils graviert, teils emailliert. Dekorblecheinrahmungen: Silber, feuervergoldet, teils graviert. Vorderschaftkappe: Silber, feuervergoldet, teils graviert. Ladestock: Holz. Eisen, vergoldet.
Maße:
Gewehr: L gesamt 114,8 cm
Lauflänge: 86 cm, Kaliber 15,6 cm
Gewicht: 4,70 kg
Signatur
Am Vorderschaft unter einem Fruchtkorb das Monogramm "D.A.F" (David Altenstetter Fecit?)
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, D 209
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