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Laternenschild mit Eisenhandschuh und einschiebbarer Stoßklinge
Die Künstler des Manierismus hatten eine besondere Vorliebe für ausgefallene technische Inventionen. Ein gutes Beispiel dafür ist der vorliegende Schild, der nach der Öllampe an seiner Innenseite benannt ist. Der Schild spielt mit der Idee eines Kampfes bei Nacht, bei dem der Gegner mit dieser Laterne geblendet wird.
Bei diesem Schild handelt es sich um den Versuch, unterschiedliche Fechtwaffen jener Zeit in einer Waffe zu vereinen. Er kombiniert den Rundschild, den langen Handschuh und den Dolch. Die lange Klinge diente als Offensivwaffe, ebenso die Spitzen in der Schildmitte und am Handschuh, letztere sind als Klingenfänger mit gezackter Klinge ausgeführt. Einen weiteren Klingenfänger stellen die angenieteten, konzentrischen Streifen am Schild dar.
Die Raffinesse der Konstruktion geht jedoch auf Kosten der Praktikabilität des Schildes. Die Öllampe wäre wohl trotz ihrer kardanischen (nach allen Richtungen frei beweglichen) Aufhängung bei der ersten Handbewegung erloschen, oder der Träger hätte sich mit dem Öl selbst übergossen. Was der Schild an Praktikabilität vermissen lässt, dürfte er wohl als Anlass für anregende Gespräche wettgemacht haben.
Der Laternenschild stammt aus dem Besitz Erzherzog Ferdinands II. von Tirol. In seinem Nachlassinventar von 1596 ist er beschrieben als: »Mer ain rundell, mit rotem sammet gefuetert auch mit silber und gulden passeman verbrämbt, hat inwendig ain luthern, silber und vergult, auch ain plechhandschuech, mit panzer ausgefuettert, und auf dem plechhendschuech sein 2 spücz«.
Ein identischer Schild aus dem Besitz Erzherzog Ernsts fand sich 1678 in der kaiserlichen Rüstkammer in der Wiener Stallburg: »Ein schwarz eyserne zipflete rundeln, sambt einen daran gefügten eysernen handtschuech, wie auch einer latern und einer wehr klingen, mit rothen samet gefüedert … so erzherzog Ernst auß Hispanien mit gebracht«.


Die Künstler des Manierismus hatten eine besondere Vorliebe für ausgefallene technische Inventionen. Ein gutes Beispiel dafür ist der vorliegende Schild, der nach der Öllampe an seiner Innenseite benannt ist. Der Schild spielt mit der Idee eines Kampfes bei Nacht, bei dem der Gegner mit dieser Laterne geblendet wird.
Bei diesem Schild handelt es sich um den Versuch, unterschiedliche Fechtwaffen jener Zeit in einer Waffe zu vereinen. Er kombiniert den Rundschild, den langen Handschuh und den Dolch. Die lange Klinge diente als Offensivwaffe, ebenso die Spitzen in der Schildmitte und am Handschuh, letztere sind als Klingenfänger mit gezackter Klinge ausgeführt. Einen weiteren Klingenfänger stellen die angenieteten, konzentrischen Streifen am Schild dar.
Die Raffinesse der Konstruktion geht jedoch auf Kosten der Praktikabilität des Schildes. Die Öllampe wäre wohl trotz ihrer kardanischen (nach allen Richtungen frei beweglichen) Aufhängung bei der ersten Handbewegung erloschen, oder der Träger hätte sich mit dem Öl selbst übergossen. Was der Schild an Praktikabilität vermissen lässt, dürfte er wohl als Anlass für anregende Gespräche wettgemacht haben.
Der Laternenschild stammt aus dem Besitz Erzherzog Ferdinands II. von Tirol. In seinem Nachlassinventar von 1596 ist er beschrieben als: »Mer ain rundell, mit rotem sammet gefuetert auch mit silber und gulden passeman verbrämbt, hat inwendig ain luthern, silber und vergult, auch ain plechhandschuech, mit panzer ausgefuettert, und auf dem plechhendschuech sein 2 spücz«.
Ein identischer Schild aus dem Besitz Erzherzog Ernsts fand sich 1678 in der kaiserlichen Rüstkammer in der Wiener Stallburg: »Ein schwarz eyserne zipflete rundeln, sambt einen daran gefügten eysernen handtschuech, wie auch einer latern und einer wehr klingen, mit rothen samet gefüedert … so erzherzog Ernst auß Hispanien mit gebracht«.
Besitzer/in:
Ferdinand II. (1564-1595), Erzherzog von Österreich und Landesherr von Tirol (1529 - 1595) DNBarrow_outward
Zeit:
vor 1596
Objektbezeichnung
Laternenschild mit Eisenhandschuh und einschiebbarer Stoßklinge
Material/Technik:
Schild: Eisen, geschmiedet, getrieben, geschwärzt, teils geschnitten. Nietkappen, Rosetten: Messing. Laterne: Eisenblech, teils getrieben, teils vergoldet). Textil (Samt). Goldlahn. Handschuh: Eisen, geschmiedet, getrieben, gebläut. Nietkappen: Messing. Ringpanzergeflecht: Eisen. Leder. Textil (Samt). Goldlahn.
Maße:
L 82 cm x T 40 cm x L bei ausgefahrener Klinge101 cm x Dm 40 cm
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, A 384
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