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Lederteller, Lederintarsie, Intarsie, Mosaik
2. Viertel 16. Jahrhundert
Ledermosaike wie diese Speiseunterlagen sind besonders rare Zeugnisse des Kunsthandwerks der osmanischen Kunst und Kultur. Sie wurden in tischähnlicher Funktion am Boden eines Zeltes zum Aufdecken von Speisen verwendet. Die Ledermosaike sind mit stilisierten Blüten und Inschriften gestaltet. Ein immer wiederkehrendes Motiv ist die Tulpe, die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als d i e türkische Blume schlechthin galt.
Die Tulpe ist das vorherrschende Motiv dieses in Ledermosaik gearbeiteten Tellers. Von einer zentralen Rosette ausgehend breitet sie sich astförmig in Rot-Braun oder Weiß-Braun auf schwarzem Grund aus. Zwischen den Tulpen ranken sich wilde Hyazinthen empor. Der anschließende Randstreifen besteht aus vier Feldern, die an den Seiten dreipassförmig aneinander stoßen. Darauf sind tief geschwungene, mehrfarbige Tulpen im Wechsel mit Rosetten über einem braunen Hyazinthenmotiv auf rotem Grund zu sehen. Weiße Linien grenzen diesen Streifen nach innen und außen ab. Die rhythmische Wirkung des Flächendekors beruht auf der sorgfältigen Ausführung und der symmetrischen Anordnung der Motive in kontrastreichen Farben. Das Ambraser Inventar von 1596 beschreibt mehrere Ledermosaikarbeiten: "Mer ain Türggischer Teppich, von leder allerlai farben geziert, darzue drei runde taller, auch von allerlei farben geziert". Diese Teller wurden vermutlich als Unterlage für Speisen verwendet, da sie unzerbrechlich und leicht zu transportieren waren. Die Tulpe, türkisch lalé, galt in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als die türkische Blume schlechthin, weshalb die Blütezeit des Osmanischen Reiches unter Sultan Süleiman (1495–1566) dem Prächtigen auch als "Tulpenzeit" bezeichnet wird. Auf der zur Zeit Süleimans zum Osmanischen Reich gehörende Halbinsel Krim am Schwarzen Meer wuchsen wilde Tulpen, die als Handelsartikel nach Konstantinopel gebracht wurden. Der Gesandte Kaiser Ferdinands I. in Konstantinopel, Ogier Ghiselin de Busbecq, erwähnte in seinen Sendschreiben 1555 erstmals die "Tulipa Turcarum" und ließ u. a. Samen und Tulpenzwiebeln nach Wien bringen. Die erste Beschreibung der Tulpe in Europa lieferte der Naturhistoriker Conrad Gesner im Jahr 1561. Charles d'Ecluse, Leiter des "Hortus botanicus medicinae" am kaiserlichen Hof in Wien, befasste sich ebenfalls wissenschaftlich mit dieser neuen Pflanze; er war es auch, der die Tulpe in den 70er Jahren des 16. Jahrhunderts erstmals in Holland züchtete und damit eine Entwicklung einleitete, die im 17. Jahrhundert in gewaltigen Spekulationen am holländischen Tulpenmarkt, der so genannten "Tulipomanie", gipfelte.

Ledermosaike wie diese Speiseunterlagen sind besonders rare Zeugnisse des Kunsthandwerks der osmanischen Kunst und Kultur. Sie wurden in tischähnlicher Funktion am Boden eines Zeltes zum Aufdecken von Speisen verwendet. Die Ledermosaike sind mit stilisierten Blüten und Inschriften gestaltet. Ein immer wiederkehrendes Motiv ist die Tulpe, die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als d i e türkische Blume schlechthin galt.
Die Tulpe ist das vorherrschende Motiv dieses in Ledermosaik gearbeiteten Tellers. Von einer zentralen Rosette ausgehend breitet sie sich astförmig in Rot-Braun oder Weiß-Braun auf schwarzem Grund aus. Zwischen den Tulpen ranken sich wilde Hyazinthen empor. Der anschließende Randstreifen besteht aus vier Feldern, die an den Seiten dreipassförmig aneinander stoßen. Darauf sind tief geschwungene, mehrfarbige Tulpen im Wechsel mit Rosetten über einem braunen Hyazinthenmotiv auf rotem Grund zu sehen. Weiße Linien grenzen diesen Streifen nach innen und außen ab. Die rhythmische Wirkung des Flächendekors beruht auf der sorgfältigen Ausführung und der symmetrischen Anordnung der Motive in kontrastreichen Farben. Das Ambraser Inventar von 1596 beschreibt mehrere Ledermosaikarbeiten: "Mer ain Türggischer Teppich, von leder allerlai farben geziert, darzue drei runde taller, auch von allerlei farben geziert". Diese Teller wurden vermutlich als Unterlage für Speisen verwendet, da sie unzerbrechlich und leicht zu transportieren waren. Die Tulpe, türkisch lalé, galt in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als die türkische Blume schlechthin, weshalb die Blütezeit des Osmanischen Reiches unter Sultan Süleiman (1495–1566) dem Prächtigen auch als "Tulpenzeit" bezeichnet wird. Auf der zur Zeit Süleimans zum Osmanischen Reich gehörende Halbinsel Krim am Schwarzen Meer wuchsen wilde Tulpen, die als Handelsartikel nach Konstantinopel gebracht wurden. Der Gesandte Kaiser Ferdinands I. in Konstantinopel, Ogier Ghiselin de Busbecq, erwähnte in seinen Sendschreiben 1555 erstmals die "Tulipa Turcarum" und ließ u. a. Samen und Tulpenzwiebeln nach Wien bringen. Die erste Beschreibung der Tulpe in Europa lieferte der Naturhistoriker Conrad Gesner im Jahr 1561. Charles d'Ecluse, Leiter des "Hortus botanicus medicinae" am kaiserlichen Hof in Wien, befasste sich ebenfalls wissenschaftlich mit dieser neuen Pflanze; er war es auch, der die Tulpe in den 70er Jahren des 16. Jahrhunderts erstmals in Holland züchtete und damit eine Entwicklung einleitete, die im 17. Jahrhundert in gewaltigen Spekulationen am holländischen Tulpenmarkt, der so genannten "Tulipomanie", gipfelte.
Zeit:
2. Viertel 16. Jahrhundert
Objektbezeichnung
Lederteller, Lederintarsie
Kultur
Osmanisch
Material/Technik:
Leder, Alaun gegerbtes Ziegenleder, gefärbt (schwarz, braun, weiß, rot), Klebemittel: Stärke, Lederintarsie auf Untergrund geklebt
Maße:
Dm. 50,8 cm
Bildrecht
Schloss Ambras Innsbruck
Inv. Nr.
Schloss Ambras Innsbruck, PA 560
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