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Faveur (Schulterdecke)
3. Viertel 16. Jahrhundert | Ferdinand II. (1564-1595), Erzherzog von Österreich und Landesherr von Tirol
Unter dem Begriff »Faveur« (frz.: »Gunst«, vgl. engl. »to favour«) sind im Kontext des ritterlichen Turniers Objekte zu verstehen, die eine Dame einem Ritter vor dessen Teilnahme an einem Kampf als Gunstbeweis gab. Der Ritter trug die Faveur als Zeichen der besonderen Wertschätzung der Dame während des Kampfes zumeist an seinem Harnisch, etwa am Helm, oder an der Lanze befestigt.
Während des Kampfes die Faveur eines Gegners zu erringen, galt als Heldentat. Eine im Kampf ehrenvoll gewonnene Faveur war ein hochgeschätztes Geschenk für eine zusehende Dame. Die eigene Faveur zu verlieren, spornte zu neuem, verstärktem Einsatz zu deren Rückgewinnung an. Im Perceforest, einem der großen Ritterromane des französischen Spätmittelalters, heißt es etwa: »In diesem Moment erschien ein Mädchen und sagte: ›Le Tor, edler Herr, Königin Lydore schickt Euch diesen Helm und die junge Lyriope diesen Ärmel aus rotem Samit als Zier Eures Helmes. Sie fordern Dich auf, ihn gut zu verteidigen.‹«
Faveurs waren zumeist Teile oder Accessoires weiblicher Kleidung, etwa ein Ärmel, aber auch Gürtel, Schleier oder, wie im vorliegenden Fall, eine Schulterdecke.
Die vorliegende Faveur ist eine von insgesamt acht (Kunsthistorisches Museum Wien, Hofjagd- und Rüstkammer, Inv.-Nrn. B76–B83) aus dem Besitz Erzherzog Ferdinands II. von Tirol. Sie besteht aus blauem Samt, über den ein aus Goldfäden geknüpftes Netz gelegt ist. Das Herz in der Mitte besteht aus rotem Samt und ist mit Gold- und Perlenstickerei verziert.
Im Inventar von Schloss Ambras von 1583 (fol. 66v) wird sie beschrieben als: »Mer ain favor auf ain ächsele von plahem samat, darauf von silber und gulden schnierlen gätterwerch genäet, in der miten ain rot samates herz, darauf guldene und weisz geschmelzte reslen, das herz herumb mit gezognem gold, silber und perlen geziert. die favor ist inwendig mit goldfarbem atlas gefüettert«.


Unter dem Begriff »Faveur« (frz.: »Gunst«, vgl. engl. »to favour«) sind im Kontext des ritterlichen Turniers Objekte zu verstehen, die eine Dame einem Ritter vor dessen Teilnahme an einem Kampf als Gunstbeweis gab. Der Ritter trug die Faveur als Zeichen der besonderen Wertschätzung der Dame während des Kampfes zumeist an seinem Harnisch, etwa am Helm, oder an der Lanze befestigt.
Während des Kampfes die Faveur eines Gegners zu erringen, galt als Heldentat. Eine im Kampf ehrenvoll gewonnene Faveur war ein hochgeschätztes Geschenk für eine zusehende Dame. Die eigene Faveur zu verlieren, spornte zu neuem, verstärktem Einsatz zu deren Rückgewinnung an. Im Perceforest, einem der großen Ritterromane des französischen Spätmittelalters, heißt es etwa: »In diesem Moment erschien ein Mädchen und sagte: ›Le Tor, edler Herr, Königin Lydore schickt Euch diesen Helm und die junge Lyriope diesen Ärmel aus rotem Samit als Zier Eures Helmes. Sie fordern Dich auf, ihn gut zu verteidigen.‹«
Faveurs waren zumeist Teile oder Accessoires weiblicher Kleidung, etwa ein Ärmel, aber auch Gürtel, Schleier oder, wie im vorliegenden Fall, eine Schulterdecke.
Die vorliegende Faveur ist eine von insgesamt acht (Kunsthistorisches Museum Wien, Hofjagd- und Rüstkammer, Inv.-Nrn. B76–B83) aus dem Besitz Erzherzog Ferdinands II. von Tirol. Sie besteht aus blauem Samt, über den ein aus Goldfäden geknüpftes Netz gelegt ist. Das Herz in der Mitte besteht aus rotem Samt und ist mit Gold- und Perlenstickerei verziert.
Im Inventar von Schloss Ambras von 1583 (fol. 66v) wird sie beschrieben als: »Mer ain favor auf ain ächsele von plahem samat, darauf von silber und gulden schnierlen gätterwerch genäet, in der miten ain rot samates herz, darauf guldene und weisz geschmelzte reslen, das herz herumb mit gezognem gold, silber und perlen geziert. die favor ist inwendig mit goldfarbem atlas gefüettert«.
Besitzer/in:
Ferdinand II. (1564-1595), Erzherzog von Österreich und Landesherr von Tirol (1529 - 1595) DNBarrow_outward
Zeit:
3. Viertel 16. Jahrhundert
Objektbezeichnung
Faveur (Schulterdecke)
Kultur
Österreichisch
Material/Technik:
Netz: Gold- und Silberlahn. Samt. Gold- und Perlenstickerei.
Maße:
L 23,5 cm × H 4 cm × B 29 cm
Gewicht: 0,10 kg
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, B 81
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