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Sechsteiliger Spangenhelm
Mitte 5.-Mitte 6. Jahrhundert
Spangenhelme waren in spätantik-frühmittelalterlicher Zeit weit verbreitet, archäologisch nachweisbar sind sie heute etwa in Frankreich, Deutschland, Italien und nicht zuletzt am Balkan. Alle bekannten Spangenhelme verbindet eine vergleichbare, zumeist aufwendige Ausstattung und Verzierung. Dies lässt darauf schließen, dass der byzantinische sowie der ostgotische Hof derartige Helme als diplomatische Geschenke verwendeten.
Der vorliegende Helm kam im März 1902 im heutigen Vid bei Metković (Kroatien) bei Grabungen zutage. Er wurde in etwa drei Metern Tiefe aus sandigem Boden geborgen. Der Helm besteht aus sechs vergoldeten Bronzespangen, die die sechs eisernen, mit Silberblech belegten Platten der Helmkalotte zusammenhalten. Die Bronzespangen zeigen in punzierter Verzierung Dreiecksmuster, Vögel, Hängekronen und Lebensbäume sowie an der Stirn ein Kreuz. Auf den Resten der vergoldeten Beschläge des Stirnreifs finden sich Tierkreiszeichen, eingefasst in Kreise und Quadrate.
An derselben Stelle in Vid, etwa zwei Meter entfernt, waren bereits im Februar 1901 im Zuge des Abrisses einer Kirche ähnliche Funde gemacht worden. Diese Stücke waren aus etwa eineinhalb Metern Tiefe aus dem Schutt einer alten Stadtmauer geborgen worden. Das Dorf Vid liegt über den Resten der antiken Handelsstadt Narona, deren Bedeutung sich auf ihre Lage am Fluss Neretva sowie der Nähe zum Meer zurückführen lässt.
Der Fund von Vid von 1901/02 umfasst neben dem hier besprochenen Helm auch die folgenden Objekte aus der Sammlung der Hofjagd- und Rüstkammer: einen zweiten Spangenhelm (Inv.-Nr. A 1994), eine weitere linksseitige Wangenklappe (Inv.-Nr. A 1995), zwei Bandhelme (Inv.-Nrn. A 1998 a, b), drei Speerspitzen (Inv.-Nrn. A 1999–A 2001), ein kleines Stück Ringpanzergeflecht eines Nackenschutzes (Inv.-Nr. A 2002), ein Feuerschlageisen (Inv.- Nr. A 2003) und eine römische Bronzefibel des 2. Jahrhunderts (Inv.-Nr. A 2004).

Spangenhelme waren in spätantik-frühmittelalterlicher Zeit weit verbreitet, archäologisch nachweisbar sind sie heute etwa in Frankreich, Deutschland, Italien und nicht zuletzt am Balkan. Alle bekannten Spangenhelme verbindet eine vergleichbare, zumeist aufwendige Ausstattung und Verzierung. Dies lässt darauf schließen, dass der byzantinische sowie der ostgotische Hof derartige Helme als diplomatische Geschenke verwendeten.
Der vorliegende Helm kam im März 1902 im heutigen Vid bei Metković (Kroatien) bei Grabungen zutage. Er wurde in etwa drei Metern Tiefe aus sandigem Boden geborgen. Der Helm besteht aus sechs vergoldeten Bronzespangen, die die sechs eisernen, mit Silberblech belegten Platten der Helmkalotte zusammenhalten. Die Bronzespangen zeigen in punzierter Verzierung Dreiecksmuster, Vögel, Hängekronen und Lebensbäume sowie an der Stirn ein Kreuz. Auf den Resten der vergoldeten Beschläge des Stirnreifs finden sich Tierkreiszeichen, eingefasst in Kreise und Quadrate.
An derselben Stelle in Vid, etwa zwei Meter entfernt, waren bereits im Februar 1901 im Zuge des Abrisses einer Kirche ähnliche Funde gemacht worden. Diese Stücke waren aus etwa eineinhalb Metern Tiefe aus dem Schutt einer alten Stadtmauer geborgen worden. Das Dorf Vid liegt über den Resten der antiken Handelsstadt Narona, deren Bedeutung sich auf ihre Lage am Fluss Neretva sowie der Nähe zum Meer zurückführen lässt.
Der Fund von Vid von 1901/02 umfasst neben dem hier besprochenen Helm auch die folgenden Objekte aus der Sammlung der Hofjagd- und Rüstkammer: einen zweiten Spangenhelm (Inv.-Nr. A 1994), eine weitere linksseitige Wangenklappe (Inv.-Nr. A 1995), zwei Bandhelme (Inv.-Nrn. A 1998 a, b), drei Speerspitzen (Inv.-Nrn. A 1999–A 2001), ein kleines Stück Ringpanzergeflecht eines Nackenschutzes (Inv.-Nr. A 2002), ein Feuerschlageisen (Inv.- Nr. A 2003) und eine römische Bronzefibel des 2. Jahrhunderts (Inv.-Nr. A 2004).
Zeit:
Mitte 5.-Mitte 6. Jahrhundert
Objektbezeichnung
Sechsteiliger Spangenhelm
Kultur
Oberitalien (Ravenna?) oder oströmisches Reich (Konstantinopel?)
Material/Technik:
Kalotte: Eisen, geschmiedet (nur noch fragmentarisch vorhanden). Silberblechfolien. Spangen: Bronze, gegossen, feuervergoldet, teils punziert.
Zierband: Bronzeblech, feuervergoldet, geprägt.
Maße:
L 22,5 cm x H 19,1 cm x B 17 cm
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, A 1996
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