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Alba
1181 mit späteren Ergänzungen | Palermo, Königliche Hofwerkstätten
Bei der Alba handelt es sich um ein Gewand mit einer komplizierten Geschichte. Die weiße Seide stammt aus dem 18. Jahrhundert, während sich die kostbaren Borten in das 12. Jahrhundert datieren lassen. Beim aufgenähten Brustbesatz sowie bei kleinen Ergänzungen an den Manschetten handelt es sich um Änderungen, die wahrscheinlich unter Friedrich II. kurz vor 1220 vorgenommen wurden. Alle Besätze sind mit gehämmerter Golddrahtstickerei und mit Perlschnüren geschmückt. Die Oberarmstreifen, die Manschetten und die vordere Saumborte sind aus dunkelviolettem Samit gearbeitet. Perlschnüre bilden darauf Medaillons, in denen Greifen und Löwen in Golddrahtstickerei dargestellt sind. Der Saumbesatz verfügt über lateinische und arabische Inschriften, aus denen hervorgeht, dass das Kleid 1181 im Auftrag König Wilhelms II. von Sizilien in Palermo hergestellt wurde. Zwischen diversen Futterschichten hat man Reste des möglicherweise originalen Kleiderstoffes gefunden, der bei den Um- und Ausbesserungsarbeiten nicht entfernt, sondern wie eine Reliquie erhalten und mit neuem Stoff überdeckt wurde. In den Oberarmborten und in einer Manschette versteckte Leineneinlagen tragen Inschriften, die die an der Umarbeitung des Gewandes beteiligten Sticker nennen. Formal ist das Kleid nicht mit der liturgischen Alba vergleichbar. Ursprünglich handelte es sich um ein Obergewand, das sich an jenem des byzantinischen Basileus orientierte, der dazu den Loros (Stola) trug. Es ist daher auch vorstellbar, dass die kostbaren Borten ursprünglich auf einem roten Kleid (Rot war die Farbe des Basileus) aufgenäht waren, denn die sizilianischen Könige imitierten in diesen Belangen den Hof in Byzanz. Das Kleid dürfte erst für die Krönung Friedrichs II. zu einer Alba umgearbeitet worden sein und wurde dann, um die Mitte mit dem Cingulum (Inv.-Nr. SK_WS_XIII_10) gegürtet, unter dem Krönungsmantel (Inv.-Nr. SK_WS_XIII_14) getragen.







Bei der Alba handelt es sich um ein Gewand mit einer komplizierten Geschichte. Die weiße Seide stammt aus dem 18. Jahrhundert, während sich die kostbaren Borten in das 12. Jahrhundert datieren lassen. Beim aufgenähten Brustbesatz sowie bei kleinen Ergänzungen an den Manschetten handelt es sich um Änderungen, die wahrscheinlich unter Friedrich II. kurz vor 1220 vorgenommen wurden. Alle Besätze sind mit gehämmerter Golddrahtstickerei und mit Perlschnüren geschmückt. Die Oberarmstreifen, die Manschetten und die vordere Saumborte sind aus dunkelviolettem Samit gearbeitet. Perlschnüre bilden darauf Medaillons, in denen Greifen und Löwen in Golddrahtstickerei dargestellt sind. Der Saumbesatz verfügt über lateinische und arabische Inschriften, aus denen hervorgeht, dass das Kleid 1181 im Auftrag König Wilhelms II. von Sizilien in Palermo hergestellt wurde. Zwischen diversen Futterschichten hat man Reste des möglicherweise originalen Kleiderstoffes gefunden, der bei den Um- und Ausbesserungsarbeiten nicht entfernt, sondern wie eine Reliquie erhalten und mit neuem Stoff überdeckt wurde. In den Oberarmborten und in einer Manschette versteckte Leineneinlagen tragen Inschriften, die die an der Umarbeitung des Gewandes beteiligten Sticker nennen. Formal ist das Kleid nicht mit der liturgischen Alba vergleichbar. Ursprünglich handelte es sich um ein Obergewand, das sich an jenem des byzantinischen Basileus orientierte, der dazu den Loros (Stola) trug. Es ist daher auch vorstellbar, dass die kostbaren Borten ursprünglich auf einem roten Kleid (Rot war die Farbe des Basileus) aufgenäht waren, denn die sizilianischen Könige imitierten in diesen Belangen den Hof in Byzanz. Das Kleid dürfte erst für die Krönung Friedrichs II. zu einer Alba umgearbeitet worden sein und wurde dann, um die Mitte mit dem Cingulum (Inv.-Nr. SK_WS_XIII_10) gegürtet, unter dem Krönungsmantel (Inv.-Nr. SK_WS_XIII_14) getragen.
Künstler/in:
Palermo, Königliche Hofwerkstätten
Zeit:
1181 mit späteren Ergänzungen
Objektbezeichnung
Textil; liturgisches Gewand; Krönungsornat
Kultur
Palermo
Material/Technik:
Textil; Seide, Golddrahtstickerei, Perlen, Smaragde, Saphire, Amethyst, Spinell, Granat, Opal, Brettchengewebe
Maße:
H. 154 cm, B. 127 cm
Beschriftung
"+OPERATV(M) FELICI VRBE PANORMI XV. ANNO D(OMI)NI W(ILLELMI) D(E)I GR(ATIA) REGIS SICILIE DVCAT(VS) APVLIE ET PRINCIPAT(VS) CAP(VE) FILII REGIS W(ILLELMI) INDICTIO(N)E XIIII."; arabische Tulut-Schrift (Übersetzung s. Kat. Schatzkammer 1987)
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Weltliche Schatzkammer
Inv. Nr.
Schatzkammer, WS XIII 7
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