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Sogenannter Beutel König Stephans von Ungarn
2. Hälfte 11. / 12.- Jahrhundert
Die ältere Überlieferung verknüpfte die Herkunft dieses reich bestickten Beutels mit der Person des ersten christlichen Königs von Ungarn, Stephan (István) I. (um 969 - 1038). Das Lautbild und die Orthographie der auf Vorder- und Rückseite gestickten Texte in kyrillischer Schrift verweisen nach heutigem Wissensstand allerdings insgesamt auf eine Entstehung der Textilarbeit nach der Mitte des 11. Jahrhunderts in Russland, so dass der Beutel früher bestenfalls einmal zur Aufbewahrung von Reliquien des 1083 heilig gesprochenen Herrschers gedient haben kann. Die eigentliche Funktion des taschenförmigen Behälters zum Zeitpunkt der Entstehung konnte bislang nicht bestimmt werden. Ein ursprünglich liturgischer Verwendungszweck erscheint aufgrund der auf der Rückseite eingestickten Psalmentexte, die aus der Liturgie des griechischen Ritus bekannt sind, naheliegend. Unmittelbare Vergleichsbeispiele fehlen aber. Seine herausragende Stellung unter den mittelalterlichen Werken der Geistlichen Schatzkammer verdankt der Beutel dem Umstand, dass es sich bei ihm um eines der ältesten erhaltenen Denkmäler russischer Stickkunst überhaupt handelt. Die Vorderseite wird zur Gänze von Goldstickerei bedeckt, die verschiedengestaltige Medaillons mit farbigen Figuren in Seidenstickerei umschließt. In der Mitte thront Christus, umgeben von den vier Erzengeln, einem Seraph und einem Cherub sowie den Heiligen Basilius und Nikolaus. Die Rückseite zeigt einen roten Seidenstoff, in den mit Gold sowie mit roter, gelber und grüner Seide ein Kreuz und die genannten Inschriften eingestickt sind. Die in ihrer Gesamtwirkung durchaus Werken der Goldschmiede- oder der Mosaikkunst entsprechenden Stickereien haben ein außergewöhnlich hohes Niveau: Auf einem Quadratzentimeter liegen fast 700 Stiche. Dies deutet auf eine Entstehung in einem bedeutenden künstlerischen Zentrum, etwa in einem der großen russischen Klöster, hin. Den heutigen Verschluss am unteren Rand mit einem Metallstab und dem anhängenden großen Topas sowie das oben aufgesetzte kleine Kreuz aus Granaten erhielt der Beutel vermutlich erst im 17. Jahrhundert.

Die ältere Überlieferung verknüpfte die Herkunft dieses reich bestickten Beutels mit der Person des ersten christlichen Königs von Ungarn, Stephan (István) I. (um 969 - 1038). Das Lautbild und die Orthographie der auf Vorder- und Rückseite gestickten Texte in kyrillischer Schrift verweisen nach heutigem Wissensstand allerdings insgesamt auf eine Entstehung der Textilarbeit nach der Mitte des 11. Jahrhunderts in Russland, so dass der Beutel früher bestenfalls einmal zur Aufbewahrung von Reliquien des 1083 heilig gesprochenen Herrschers gedient haben kann. Die eigentliche Funktion des taschenförmigen Behälters zum Zeitpunkt der Entstehung konnte bislang nicht bestimmt werden. Ein ursprünglich liturgischer Verwendungszweck erscheint aufgrund der auf der Rückseite eingestickten Psalmentexte, die aus der Liturgie des griechischen Ritus bekannt sind, naheliegend. Unmittelbare Vergleichsbeispiele fehlen aber. Seine herausragende Stellung unter den mittelalterlichen Werken der Geistlichen Schatzkammer verdankt der Beutel dem Umstand, dass es sich bei ihm um eines der ältesten erhaltenen Denkmäler russischer Stickkunst überhaupt handelt. Die Vorderseite wird zur Gänze von Goldstickerei bedeckt, die verschiedengestaltige Medaillons mit farbigen Figuren in Seidenstickerei umschließt. In der Mitte thront Christus, umgeben von den vier Erzengeln, einem Seraph und einem Cherub sowie den Heiligen Basilius und Nikolaus. Die Rückseite zeigt einen roten Seidenstoff, in den mit Gold sowie mit roter, gelber und grüner Seide ein Kreuz und die genannten Inschriften eingestickt sind. Die in ihrer Gesamtwirkung durchaus Werken der Goldschmiede- oder der Mosaikkunst entsprechenden Stickereien haben ein außergewöhnlich hohes Niveau: Auf einem Quadratzentimeter liegen fast 700 Stiche. Dies deutet auf eine Entstehung in einem bedeutenden künstlerischen Zentrum, etwa in einem der großen russischen Klöster, hin. Den heutigen Verschluss am unteren Rand mit einem Metallstab und dem anhängenden großen Topas sowie das oben aufgesetzte kleine Kreuz aus Granaten erhielt der Beutel vermutlich erst im 17. Jahrhundert.
Zeit:
2. Hälfte 11. / 12.- Jahrhundert
Objektbezeichnung
Reliquiar (?); Reliquienbeutel (?); Textil
Kultur
Russisch
Material/Technik:
Textil; Seide, Leinen, Goldfadenstickerei, Seidenstickerei, Silber, vergoldet, Topas, Perlen, Granate, Glassteine / gestickt
Beschriftung
russisch
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Geistliche Schatzkammer
Inv. Nr.
Schatzkammer, GS Kap 186
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