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Streitkolben
2. Hälfte 15. Jahrhundert | Friedrich III. (1439-1493), Erzherzog von Österreich, als F. V., seit 1440 König, 1452 Kaiser
Die zwei Streitkolben (Inv.-Nrn. A 153, A 162) sind aus Messing gefertigt. Ihre Form orientiert sich an Vorbildern der zeitgenössischen Architektur des späten Mittelalters. Sie imitieren Maßwerkfenster, Strebepfeiler, Krabben und Kreuzblumen, wie sie auch an spätgotischen Bauten, insbesondere an Kirchen jener Zeit, zu finden sind. Die Miniaturfenster der Streitkolben waren einst rot hinterlegt; dies vermittelte den Eindruck kleiner farbiger Glasfenster. Die zur Kuppel umfunktionierten sechs Schlagblätter enden in einer Kreuzblüte.
Die Griffenden der Streitkolben können abgeschraubt werden. In den Hohlräumen der Griffe lassen sich kleine, zusammenrollbare Spielbretter unterbringen. Erhalten sind Bretter für Schach und Tric-Trac (Backgammon) sowie ein heute leerer Rahmen eines weiteren Spielbrettes. Spielsteine und Würfel sind nicht vorhanden.
Nur bei einem der beiden Streitkolben (Inv.-Nr. A 153) ist die Griffkappe mit Distelknospe erhalten. Diese verdeckt eine am Griffende angebrachte Kombination aus Sonnenuhr und Kompass; Zeiger und Magnetnadel dieses Instruments fehlen.
Dieses Paar baugleicher, aufwendig gearbeiteter Streitkolben des späteren 15. Jahrhunderts wird seit dem 20. Jahrhundert Kaiser Friedrich III. und seinem jugendlichen Sohn Maximilian zugeschrieben. Archivalische Quellen, die diese Vermutung belegen würden, sind jedoch nicht überliefert. Als möglicher Anlass für die Herstellung wurde dabei der gemeinsame Kriegszug Friedrichs und Maximilians 1474/75 gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund erwähnt. Karl hatte in jenen Jahren einen internen Streit des Erzstiftes Köln ausgenützt und die Stadt Neuss belagert. Er versuchte so seinen Machtbereich zulasten Kölns auszubauen. Letztlich gelang es dem Kaiser mit einem Entsatzheer des Reiches die fast ein Jahr andauernde Belagerung von Neuss zu beenden und Karl zur Aufgabe dieses Expansionsplanes zu drängen.



Die zwei Streitkolben (Inv.-Nrn. A 153, A 162) sind aus Messing gefertigt. Ihre Form orientiert sich an Vorbildern der zeitgenössischen Architektur des späten Mittelalters. Sie imitieren Maßwerkfenster, Strebepfeiler, Krabben und Kreuzblumen, wie sie auch an spätgotischen Bauten, insbesondere an Kirchen jener Zeit, zu finden sind. Die Miniaturfenster der Streitkolben waren einst rot hinterlegt; dies vermittelte den Eindruck kleiner farbiger Glasfenster. Die zur Kuppel umfunktionierten sechs Schlagblätter enden in einer Kreuzblüte.
Die Griffenden der Streitkolben können abgeschraubt werden. In den Hohlräumen der Griffe lassen sich kleine, zusammenrollbare Spielbretter unterbringen. Erhalten sind Bretter für Schach und Tric-Trac (Backgammon) sowie ein heute leerer Rahmen eines weiteren Spielbrettes. Spielsteine und Würfel sind nicht vorhanden.
Nur bei einem der beiden Streitkolben (Inv.-Nr. A 153) ist die Griffkappe mit Distelknospe erhalten. Diese verdeckt eine am Griffende angebrachte Kombination aus Sonnenuhr und Kompass; Zeiger und Magnetnadel dieses Instruments fehlen.
Dieses Paar baugleicher, aufwendig gearbeiteter Streitkolben des späteren 15. Jahrhunderts wird seit dem 20. Jahrhundert Kaiser Friedrich III. und seinem jugendlichen Sohn Maximilian zugeschrieben. Archivalische Quellen, die diese Vermutung belegen würden, sind jedoch nicht überliefert. Als möglicher Anlass für die Herstellung wurde dabei der gemeinsame Kriegszug Friedrichs und Maximilians 1474/75 gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund erwähnt. Karl hatte in jenen Jahren einen internen Streit des Erzstiftes Köln ausgenützt und die Stadt Neuss belagert. Er versuchte so seinen Machtbereich zulasten Kölns auszubauen. Letztlich gelang es dem Kaiser mit einem Entsatzheer des Reiches die fast ein Jahr andauernde Belagerung von Neuss zu beenden und Karl zur Aufgabe dieses Expansionsplanes zu drängen.
Besitzer/in:
Friedrich III. (1439-1493), Erzherzog von Österreich, als F. V., seit 1440 König, 1452 Kaiser (1415 - 1493) DNBarrow_outward
Zeit:
2. Hälfte 15. Jahrhundert
Objektbezeichnung
Streitkolben
Kultur
Deutsch
Material/Technik:
Material: Messing, gegossen. Messingblech, teils durchbrochen gearbeitet, teils farbig gefasst (rot transparent, schwarz opak), teils vergoldet, teils graviert.
Gravur: teils geschwärzt. Der Knauf des Griffs fehlt.
Maße:
L 58,5 cm x D 10,7 cm
Gewicht: 1,4 kg
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, A 162
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