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Streitbeil
Ende 16. Jahrhundert | Sultan Muhammed III.
Dieses türkische Gardebeil der Zeit um 1600 trägt auf der Klinge beidseitig vergoldete arabische Inschriften. In den zentralen Medaillons finden sich Anrufungen Allahs, die Schrift läuft jedoch in reine Zierformen aus. In den Beschriftungen entlang des Randes des Beils werden in ungeordneter Reihenfolge die Sultane des Osmanischen Reiches von Orhan I. bis Mehmed III. erwähnt; einige Sultane sind dabei jedoch ausgelassen.
Auf dem kleinen Hammer des Beils steht der Name des letzten Sultans dieser Reihe, Mehmeds III. Dieser regierte von 1595 bis zu seinem Tod 1603. Das Beil dürfte somit für dessen Leibwache vorgesehen gewesen sein.
Das Gardebeil entstammt dem Wiener kaiserlichen Zeughaus, doch ist nicht überliefert, wie es in kaiserlichen Besitz gelangt ist. Es dürfte sich dabei eher nicht um ein Beutestück handeln, denn Mehmed III. war nie persönlich ins Feld gezogen. Das Beil könnte als diplomatisches Geschenk nach Wien gelangt sein, doch regierte Mehmed III. während des sogenannten Langen Türkenkrieges (1591–1606), der den Austausch diplomatischer Geschenke unwahrscheinlich macht. Zwischen den einzelnen Feldzügen dieses Krieges gab es jedoch Phasen diplomatischer Verhandlungen, sodass das Beil womöglich bei einer solchen Gelegenheit überreicht worden sein könnte.
Möglich wäre auch eine Überbringung dieses Gardebeils während des Friedensschlusses von Zsitvatorok im Jahr 1606, der den Langen Türkenkrieg schließlich beendete. Bei dieser Vertragsunterzeichnung im Niemandsland zwischen dem habsburgischen und dem osmanischen Reich östlich von Komárno an der Donau in der heutigen südlichen Slowakei könnte Sultan Ahmed I. dieses Beil seines verstorbenen Vorgängers als Geschenk überreicht haben. Die Übergabe eines solchen Geschenks kann aber natürlich auch noch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt sein, als das Beil nur noch antiquarischen Wert besaß.



Dieses türkische Gardebeil der Zeit um 1600 trägt auf der Klinge beidseitig vergoldete arabische Inschriften. In den zentralen Medaillons finden sich Anrufungen Allahs, die Schrift läuft jedoch in reine Zierformen aus. In den Beschriftungen entlang des Randes des Beils werden in ungeordneter Reihenfolge die Sultane des Osmanischen Reiches von Orhan I. bis Mehmed III. erwähnt; einige Sultane sind dabei jedoch ausgelassen.
Auf dem kleinen Hammer des Beils steht der Name des letzten Sultans dieser Reihe, Mehmeds III. Dieser regierte von 1595 bis zu seinem Tod 1603. Das Beil dürfte somit für dessen Leibwache vorgesehen gewesen sein.
Das Gardebeil entstammt dem Wiener kaiserlichen Zeughaus, doch ist nicht überliefert, wie es in kaiserlichen Besitz gelangt ist. Es dürfte sich dabei eher nicht um ein Beutestück handeln, denn Mehmed III. war nie persönlich ins Feld gezogen. Das Beil könnte als diplomatisches Geschenk nach Wien gelangt sein, doch regierte Mehmed III. während des sogenannten Langen Türkenkrieges (1591–1606), der den Austausch diplomatischer Geschenke unwahrscheinlich macht. Zwischen den einzelnen Feldzügen dieses Krieges gab es jedoch Phasen diplomatischer Verhandlungen, sodass das Beil womöglich bei einer solchen Gelegenheit überreicht worden sein könnte.
Möglich wäre auch eine Überbringung dieses Gardebeils während des Friedensschlusses von Zsitvatorok im Jahr 1606, der den Langen Türkenkrieg schließlich beendete. Bei dieser Vertragsunterzeichnung im Niemandsland zwischen dem habsburgischen und dem osmanischen Reich östlich von Komárno an der Donau in der heutigen südlichen Slowakei könnte Sultan Ahmed I. dieses Beil seines verstorbenen Vorgängers als Geschenk überreicht haben. Die Übergabe eines solchen Geschenks kann aber natürlich auch noch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt sein, als das Beil nur noch antiquarischen Wert besaß.
Besitzer/in:
Sultan Muhammed III. (1566 - 1603) DNBarrow_outward
Zeit:
Ende 16. Jahrhundert
Objektbezeichnung
Streitbeil
Kultur
Türkisch
Material/Technik:
Klinge: Eisen, geschmiedet, teils geätzt. Ätzdekor: feuervergoldet. Griff: Leder. Silber, teils ziseliert, feuervergoldet. Holzkern.
Maße:
L 83 cm x B 27,3 cm x T 4,2 cm
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, C 119
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