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Altar
2. Hälfte 4. Jh. v. Chr.
Das Kultgeschehen in antiken Heiligtümern passierte in der Regel nicht im Tempel selbst. Opferhandlungen und religiöse Feste wurden auf und um den Altar abgehalten, der vor dem Tempel stand. Während antike Tempel oftmals in christliche Kirchen umgewandelt worden sind, wurden die Altäre als eigentlicher Platz des „heidnischen Kultes“ oft vollständig abgetragen und zerstört.Das Fundament des Artemision-Altars wurde erst in den 1960er Jahren wiederentdeckt. Einzelne Bauteile waren schon früher in Ephesos gefunden worden, wo man sie in der Spätantike als Straßenpflasterung wiederverwendet hatte. Bei späteren Grabungen entdeckte Fragmente, die teils direkt an die heute in Wien befindlichen Stücke anpassen, belegen die Zugehörigkeit zum Altar.Der ergrabene Grundriss und die wenigen zuweisbaren Bauteile waren die Grundlage für den Rekonstruktionsvorschlag von Anton Bammer und Ulrike Muss. Sockelsteine imitieren einen Lattenrost, der den Altarhof einfriedete, der Fries mit Doppelmäander führt die hohe Qualität der Bauornamentik der Spätklassik vor Augen.Die Zugehörigkeit des Amazonen-Reliefs zum Altar ist umstritten. Thematisch ist es aber in jedem Fall mit dem Artemision verbunden: Die Amazonen hätten in mythischer Vorzeit im Heiligtum Asyl gefunden. Im 5. Jahrhundert v. Chr. wurde ein Künstlerwettbewerb ausgeschrieben, in dem ein Standbild einer Amazone für das Artemision zu gestalten war. Die heute aus römischen Kopien bekannten Typen von Amazonenstatuen werden mit den damals wetteifernden Bildhauern Phidias, Polyklet und Kresilas in Verbindung gebracht.

Das Kultgeschehen in antiken Heiligtümern passierte in der Regel nicht im Tempel selbst. Opferhandlungen und religiöse Feste wurden auf und um den Altar abgehalten, der vor dem Tempel stand. Während antike Tempel oftmals in christliche Kirchen umgewandelt worden sind, wurden die Altäre als eigentlicher Platz des „heidnischen Kultes“ oft vollständig abgetragen und zerstört.Das Fundament des Artemision-Altars wurde erst in den 1960er Jahren wiederentdeckt. Einzelne Bauteile waren schon früher in Ephesos gefunden worden, wo man sie in der Spätantike als Straßenpflasterung wiederverwendet hatte. Bei späteren Grabungen entdeckte Fragmente, die teils direkt an die heute in Wien befindlichen Stücke anpassen, belegen die Zugehörigkeit zum Altar.Der ergrabene Grundriss und die wenigen zuweisbaren Bauteile waren die Grundlage für den Rekonstruktionsvorschlag von Anton Bammer und Ulrike Muss. Sockelsteine imitieren einen Lattenrost, der den Altarhof einfriedete, der Fries mit Doppelmäander führt die hohe Qualität der Bauornamentik der Spätklassik vor Augen.Die Zugehörigkeit des Amazonen-Reliefs zum Altar ist umstritten. Thematisch ist es aber in jedem Fall mit dem Artemision verbunden: Die Amazonen hätten in mythischer Vorzeit im Heiligtum Asyl gefunden. Im 5. Jahrhundert v. Chr. wurde ein Künstlerwettbewerb ausgeschrieben, in dem ein Standbild einer Amazone für das Artemision zu gestalten war. Die heute aus römischen Kopien bekannten Typen von Amazonenstatuen werden mit den damals wetteifernden Bildhauern Phidias, Polyklet und Kresilas in Verbindung gebracht.
Zeit:
2. Hälfte 4. Jh. v. Chr.
Objektbezeichnung
Altar
Kultur
Griechisch
Fundort:
Ephesos (Selçuk, Kleinasien, Türkei)
Material/Technik:
Marmor
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Antikensammlung
Inv. Nr.
Antikensammlung, I Artemisionsaltar
Provenienz
Sultan, Abdul, Hamid, II.; Österreichische Ausgrabungen in Ephesos; Geschenk an Kaiser Franz Joseph; 1978 nachträglich inventarisiert
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