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Türsturz mit Abgaros-Inschrift
5. - 6. Jh. n. Chr.
Auf der Unterseite des profilierten Türsturzes befindet sich eine elfzeilige griechische Inschrift mit dem fingierten Briefwechsel zwischen Jesus Christus und Abgar V. Ukkama („der Schwarze“). Jener war in der 1. Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. König der Osrhoene, einer Landschaft in Mesopotamien mit der Hauptstadt Edessa. Der kranke König wendet sich vertrauensvoll an Jesus und erbittet Heilung; dieser verspricht ihm, einen seiner Jünger zu senden. Nach der Legende widerfährt Abgar Heilung durch den Apostel Thaddäus. In der vorliegenden Inschrift ist die griechische Fassung dieses in der Spätantike weitverbreiteten legendenhaften Briefwechsels erhalten, der sich erstmals in der Kirchengeschichte des Eusebius von Caesarea (ca. 260 – 340 n. Chr.) findet. Diese Abgar-Sage ist zu einem guten Teil ein Reflex der wirklichen Bekehrung des späteren Abgar IX. zu Anfang des 3. Jahrhunderts. Die Inschrift wurde in einem der Häuser an der Nordseite der Hafenstraße von Ephesos gefunden und hatte sicher eine apotropäische Funktion an einer wichtigen Stelle im Haus.

Auf der Unterseite des profilierten Türsturzes befindet sich eine elfzeilige griechische Inschrift mit dem fingierten Briefwechsel zwischen Jesus Christus und Abgar V. Ukkama („der Schwarze“). Jener war in der 1. Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. König der Osrhoene, einer Landschaft in Mesopotamien mit der Hauptstadt Edessa. Der kranke König wendet sich vertrauensvoll an Jesus und erbittet Heilung; dieser verspricht ihm, einen seiner Jünger zu senden. Nach der Legende widerfährt Abgar Heilung durch den Apostel Thaddäus. In der vorliegenden Inschrift ist die griechische Fassung dieses in der Spätantike weitverbreiteten legendenhaften Briefwechsels erhalten, der sich erstmals in der Kirchengeschichte des Eusebius von Caesarea (ca. 260 – 340 n. Chr.) findet. Diese Abgar-Sage ist zu einem guten Teil ein Reflex der wirklichen Bekehrung des späteren Abgar IX. zu Anfang des 3. Jahrhunderts. Die Inschrift wurde in einem der Häuser an der Nordseite der Hafenstraße von Ephesos gefunden und hatte sicher eine apotropäische Funktion an einer wichtigen Stelle im Haus.
Zeit:
5. - 6. Jh. n. Chr.
Objektbezeichnung
Inschrift
Kultur
Frühchristlich
Fundort:
Ephesos Hafenstraße Nordseite (Selçuk, Kleinasien, Türkei)
Material/Technik:
Marmor
Maße:
L/H 52 × B 155 × D/T 13 cm
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Antikensammlung
Inv. Nr.
Antikensammlung, III 1072
Provenienz
Sultan, Abdul, Hamid, II.; Österreichische Ausgrabungen in Ephesos; Geschenk an Kaiser Franz Joseph; 1912 nachträglich inventarisiert
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