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Riefelharnisch von Pfalzgraf Philipp bei Rhein
um 1525
Die Rüstung besteht aus einem geschlossenen Helm mit Faltenvisier, dem Kragen, einer Kugelbrust mit Rüsthaken und an der Brust mit Lederriemen befestigten Beintaschen als Schenkel- und Unterleibsschutz, ferner dem Rücken. Asymmetrische Brechrandschultern und Armzeuge waren Elemente, deren Konstruktion besonders schwierig war, da sie als Schutz die Schulter- und Achselgegend umfassen sollten, ohne die Beweglichkeit einzuschränken. Ähnlich verhielt es sich mit dem Beinzeug. Fausthandschuhe schützten die Hände. Der vorliegende Typus der Reiterrüstung ist wegen der "wellblechartigen" Gestaltung der Stahlteile als Riefelharnisch zu bezeichnen; seine Oberflächenstruktur ahmt plissierte textile Gewebe nach. Diese Fertigungsweise bildete eine Spezialität des virtuosen Treibkünstlers Konrad Seusenhofer, der als Hofplattnermeister im Dienst Kaiser Maximilians I. stand. Diese Rüstungen wurden daher auch als Maximiliansharnische bezeichnet. Derartige durch aufwendige Treibarbeit sehr attraktiv gestaltete Harnische entstanden nur über einen Zeitraum von etwa vierzig Jahren (1500-1540), und zwar vorwiegend im süddeutschen Raum. Neben Augsburg und Innsbruck ist in diesem Zusammenhang vor allem Nürnberg zu nennen, woher der hier präsentierte Harnisch stammt. Er war in der Heldenrüstkammer Erzherzog Ferdinands II. aufgestellt und gehörte ursprünglich dem Pfalzgrafen Philipp, dem jüngeren Bruder des Kurfürsten Ottheinrich von der Pfalz. Philipp beteiligte sich maßgeblich an der Verteidigung Wiens 1529 gegen Süleiman den Prächtigen, indem er fünf Tage vor dem Eintreffen des Sultans die Reiterei der Verteidiger durch Reichstruppen in einem kühnen Vorausritt erheblich verstärkte. Diese Aktion verhalf ihm im römischen Reich zum Ruf des Retters von Wien mit dem Beinamen "bellicosus" (der Streitbare). Außerdem wurde ihm die große Ehre zuteil, 1532 von Kaiser Karl V. in den Orden vom Goldenen Vlies aufgenommen zu werden.

Die Rüstung besteht aus einem geschlossenen Helm mit Faltenvisier, dem Kragen, einer Kugelbrust mit Rüsthaken und an der Brust mit Lederriemen befestigten Beintaschen als Schenkel- und Unterleibsschutz, ferner dem Rücken. Asymmetrische Brechrandschultern und Armzeuge waren Elemente, deren Konstruktion besonders schwierig war, da sie als Schutz die Schulter- und Achselgegend umfassen sollten, ohne die Beweglichkeit einzuschränken. Ähnlich verhielt es sich mit dem Beinzeug. Fausthandschuhe schützten die Hände. Der vorliegende Typus der Reiterrüstung ist wegen der "wellblechartigen" Gestaltung der Stahlteile als Riefelharnisch zu bezeichnen; seine Oberflächenstruktur ahmt plissierte textile Gewebe nach. Diese Fertigungsweise bildete eine Spezialität des virtuosen Treibkünstlers Konrad Seusenhofer, der als Hofplattnermeister im Dienst Kaiser Maximilians I. stand. Diese Rüstungen wurden daher auch als Maximiliansharnische bezeichnet. Derartige durch aufwendige Treibarbeit sehr attraktiv gestaltete Harnische entstanden nur über einen Zeitraum von etwa vierzig Jahren (1500-1540), und zwar vorwiegend im süddeutschen Raum. Neben Augsburg und Innsbruck ist in diesem Zusammenhang vor allem Nürnberg zu nennen, woher der hier präsentierte Harnisch stammt. Er war in der Heldenrüstkammer Erzherzog Ferdinands II. aufgestellt und gehörte ursprünglich dem Pfalzgrafen Philipp, dem jüngeren Bruder des Kurfürsten Ottheinrich von der Pfalz. Philipp beteiligte sich maßgeblich an der Verteidigung Wiens 1529 gegen Süleiman den Prächtigen, indem er fünf Tage vor dem Eintreffen des Sultans die Reiterei der Verteidiger durch Reichstruppen in einem kühnen Vorausritt erheblich verstärkte. Diese Aktion verhalf ihm im römischen Reich zum Ruf des Retters von Wien mit dem Beinamen "bellicosus" (der Streitbare). Außerdem wurde ihm die große Ehre zuteil, 1532 von Kaiser Karl V. in den Orden vom Goldenen Vlies aufgenommen zu werden.
Zeit:
um 1525
Objektbezeichnung
Riefelharnisch von Pfalzgraf Philipp bei Rhein
Kultur
Nürnberg
Material/Technik:
Stahl, Leder, Messing
Maße:
190 cm × 75 cm × 55 cm
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, A 238
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