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Kinderharnisch König Ludwigs II. von Ungarn
1514/1515
Der Geburtsort des 1500 in Innsbruck erwähnten berühmten Plattnermeisters Konrad Seusenhofer ist nicht bekannt. Er wurde von Kaiser Maximilian I. (1493-1519) 1504 mit der Leitung der Innsbrucker Hofplattnerei betraut, die er bis zu seinem Tod im Jahr 1517 innehatte. Seusenhofer stand im Hofdienst Maximilians an der Spitze eines riesigen Unternehmens, das sowohl militärische Massenerzeugnisse als auch kostbare Harnische für repräsentative Zwecke produzierte. Die Hofplattnerei erhielt am Sillfluss eine spezielle Poliermühle; zur serienmäßigen Fertigung wurden Matrizen vorgefertigt, der Transport von Harnischblechen aus Leoben war organisiert. Seusenhofers Plattnerarbeiten, speziell seine Imitationen von textilen Kleidungsstücken, gehören zu den schönsten dieser Zeit. Diese vollständig blanke Rüstung setzt sich aus Brust, Rücken samt geschlossenen Kniehosen mit Gliedschirm, Beinröhren und Schuhen zusammen. Die Besonderheit der Konstruktion des Harnisches für den Fußkampf besteht darin, dass er in eine Vorder- und eine Rückenhälfte zerlegbar ist. Helm, Kragen und Armzeuge samt Handschuhen wurden erst bei der Aufstellung in Schloss Ambras im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts hinzugefügt. 1514 bestellte Kaiser Maximilian I. bei Seusenhofer einen Faltenrockharnisch für den achtjährigen Ludwig II. von Ungarn. Wahrscheinlich wurde damals auch der Fußkampfharnisch angefertigt und mitgeliefert. Den Anlass bildete die Hochzeit Ludwigs mit Maria, der Enkelin Maximilians, im Jahre 1515. Derlei festliche Aufzüge gaben nicht selten die Gelegenheit für publikumswirksame Auftritte junger Prinzen im Harnisch. Die Rüstung ist bereits in dem ältesten, ab 1581/83 entstandenen Inventar der Ambraser Sammlung Erzherzog Ferdinands II. erwähnt.



Der Geburtsort des 1500 in Innsbruck erwähnten berühmten Plattnermeisters Konrad Seusenhofer ist nicht bekannt. Er wurde von Kaiser Maximilian I. (1493-1519) 1504 mit der Leitung der Innsbrucker Hofplattnerei betraut, die er bis zu seinem Tod im Jahr 1517 innehatte. Seusenhofer stand im Hofdienst Maximilians an der Spitze eines riesigen Unternehmens, das sowohl militärische Massenerzeugnisse als auch kostbare Harnische für repräsentative Zwecke produzierte. Die Hofplattnerei erhielt am Sillfluss eine spezielle Poliermühle; zur serienmäßigen Fertigung wurden Matrizen vorgefertigt, der Transport von Harnischblechen aus Leoben war organisiert. Seusenhofers Plattnerarbeiten, speziell seine Imitationen von textilen Kleidungsstücken, gehören zu den schönsten dieser Zeit. Diese vollständig blanke Rüstung setzt sich aus Brust, Rücken samt geschlossenen Kniehosen mit Gliedschirm, Beinröhren und Schuhen zusammen. Die Besonderheit der Konstruktion des Harnisches für den Fußkampf besteht darin, dass er in eine Vorder- und eine Rückenhälfte zerlegbar ist. Helm, Kragen und Armzeuge samt Handschuhen wurden erst bei der Aufstellung in Schloss Ambras im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts hinzugefügt. 1514 bestellte Kaiser Maximilian I. bei Seusenhofer einen Faltenrockharnisch für den achtjährigen Ludwig II. von Ungarn. Wahrscheinlich wurde damals auch der Fußkampfharnisch angefertigt und mitgeliefert. Den Anlass bildete die Hochzeit Ludwigs mit Maria, der Enkelin Maximilians, im Jahre 1515. Derlei festliche Aufzüge gaben nicht selten die Gelegenheit für publikumswirksame Auftritte junger Prinzen im Harnisch. Die Rüstung ist bereits in dem ältesten, ab 1581/83 entstandenen Inventar der Ambraser Sammlung Erzherzog Ferdinands II. erwähnt.
Zeit:
1514/1515
Objektbezeichnung
Kinderharnisch König Ludwigs II. von Ungarn
Kultur
Innsbruck
Material/Technik:
Blankes Eisen, Messing, Leder
Maße:
142 cm × 65 cm × 27 cm
H. 142 cm (inklusive Sockel, ohne Helm), B. 65 cm (von Ellbogen zu Ellbogen), T. 27 cm
Sockel: Dm 63,5 cm
Helm extra: H. 30 cm, B. 25 cm, T. 35 cm
Stempel / Zeichen
Konrad Seusenhofer
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, E 1
Provenienz
Das Objekt ist seit 1583 in den Ambraser Sammlungen nachweisbar; „Khönig Ludwig in Vnngern, so in ainem mosz errunkhen. Ain ganzer plankhter khürisz, hat kragen und prust, der ruggen, schosz sambt ainer ganzen pruech, auch schienen und schuech alles an einander, ain par achsl, ain par armzug, ain par hantschuech und ain helmelin“ (zit. Jahrbuch der kunsthistorischen Sammlungen des AH Kaiserhauses, Bd. 7 (1888), Boeheim (Hg.), Reg. 5540, CCXIII, fol. 98r,v)
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