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Halbharnisch Ferdinands II. von Tirol mit Harnischröckchen ("Hochzeitsharnisch")
1582
Der Prunkharnisch entstand wohl anlässlich der Hochzeit Erzherzog Ferdinands II. mit Anna Caterina Gonzaga 1582; er stimmt bis in Details mit dem im Hochzeitskodex Ferdinands II. abgebildeten Leibharnisch des Erzherzogs überein (Inv.-Nr.: KK_5270). Das Nachlassinventar der Ambraser Sammlungen aus dem Jahr 1596 beschreibt "Irer fürstlich durchlaucht etc. rüstung zu der hochzeit" ausführlich: "Ain geschobene rüstung und hauben mit vergulten geeczten raifen, darüber ain leibfarb atlesses röckhl, mit silber gestuckht. Ain sattl und parsen von gleicher arbait, auf der hauben ain griener drackh mit vier grosz federbuschen, die vergult, mit leibfarber seiden, ain regiment, ain leibfarb sammete rundell." Die vom Hofplattner Erzherzog Ferdinands II., Jakob Topf, geschaffene Rüstung setzt sich aus leichtgewichtigen Platten von dünnem, getriebenem, geätztem und feuervergoldetem Stahlblech zusammen. Der offene Helm, eine so genannte Sturmhaube, ist mit einem bemalten Drachen geschmückt und an der Innenseite mit dem originalen Futter aus rotem Atlas bezogen. Die Löwenköpfe an den Schultern und die Hängelaschen sind Requisiten der antikisierenden Mode. Als Harnische all'antica oder alla romana bezeichnete man jene Luxusanfertigungen, die sich an Rüstungen römischer Imperatoren orientierten. Sie dienten repräsentativen Zwecken, wurden ab etwa 1530 zunächst in Mailand, später auch in anderen europäischen Plattnereizentren hergestellt und boten dem Träger die Möglichkeit, gleichsam selbst als antiker Held aufzutreten und dessen Tugenden für sich zu beanspruchen. In diesem Fall verkörperte Erzherzog Ferdinand möglicherweise den trojanischen Helden und sagenhaften Stammvater Roms, Aeneas.

Der Prunkharnisch entstand wohl anlässlich der Hochzeit Erzherzog Ferdinands II. mit Anna Caterina Gonzaga 1582; er stimmt bis in Details mit dem im Hochzeitskodex Ferdinands II. abgebildeten Leibharnisch des Erzherzogs überein (Inv.-Nr.: KK_5270). Das Nachlassinventar der Ambraser Sammlungen aus dem Jahr 1596 beschreibt "Irer fürstlich durchlaucht etc. rüstung zu der hochzeit" ausführlich: "Ain geschobene rüstung und hauben mit vergulten geeczten raifen, darüber ain leibfarb atlesses röckhl, mit silber gestuckht. Ain sattl und parsen von gleicher arbait, auf der hauben ain griener drackh mit vier grosz federbuschen, die vergult, mit leibfarber seiden, ain regiment, ain leibfarb sammete rundell." Die vom Hofplattner Erzherzog Ferdinands II., Jakob Topf, geschaffene Rüstung setzt sich aus leichtgewichtigen Platten von dünnem, getriebenem, geätztem und feuervergoldetem Stahlblech zusammen. Der offene Helm, eine so genannte Sturmhaube, ist mit einem bemalten Drachen geschmückt und an der Innenseite mit dem originalen Futter aus rotem Atlas bezogen. Die Löwenköpfe an den Schultern und die Hängelaschen sind Requisiten der antikisierenden Mode. Als Harnische all'antica oder alla romana bezeichnete man jene Luxusanfertigungen, die sich an Rüstungen römischer Imperatoren orientierten. Sie dienten repräsentativen Zwecken, wurden ab etwa 1530 zunächst in Mailand, später auch in anderen europäischen Plattnereizentren hergestellt und boten dem Träger die Möglichkeit, gleichsam selbst als antiker Held aufzutreten und dessen Tugenden für sich zu beanspruchen. In diesem Fall verkörperte Erzherzog Ferdinand möglicherweise den trojanischen Helden und sagenhaften Stammvater Roms, Aeneas.
Zeit:
1582
Objektbezeichnung
Halbharnisch Ferdinands II. von Tirol mit Harnischröckchen ("Hochzeitsharnisch")
Kultur
Deutsch
Material/Technik:
Blankes Eisen, geätzt, vergoldet, schwarzgeätzt, Kupfer, Seide, Samt, Silberbrocat
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, A 786
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