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Fußturnierharnisch
um 1600 | Ferdinand II. (1617-1637), ab 1619 Kaiser, ab 1617 König von Böhmen, ab 1618 König von Ungarn
Dieser Harnisch war für eine Form des Fußturniers vorgesehen, die sich besonders in der Spätrenaissance und im frühen Barock großer Beliebtheit erfreute. Hierbei trennte eine halbhohe Absperrung die Kontrahenten, diese waren mit Schwertern oder Spießen bewaffnet, mit denen eine vorgeschriebene Zahl an Schlägen ausgeführt werden durfte. Diese Form des Fußturniers konnte auf einem Turnierplatz unter freiem Himmel, aber auch in Innenräumen veranstaltet werden.
Bei dieser Art des Fußturniers war der Kopf das alleinige Ziel. An ihm galt es die dünnen Lanzen zu brechen oder Treffer mit dem Schwert zu landen. Da nur auf den Kopf des Kontrahenten gezielt wurde, war kein Beinzeug mehr nötig, wie es bei der älteren, zu zweit in einer Umschrankung ausgetragenen Form des Fußkampfes noch der Fall gewesen war (vgl. Nr. 64). Andere Körperteile erhielten hingegen zusätzlichen Schutz. So sind hier auch die Armbeugen geschützt, was technisch eine besondere Herausforderung darstellte. Der Helm ist geschlossen, das heißt er umfasst den oberen Abschluss des Kragens und kann nur seitlich, entlang dieser Führung bewegt werden. Dies schützte vor dem versehentlichen Eindringen der gegnerischen Klinge unter den Helm. Auch das Visier ist zusätzlich verstärkt, da hier die meisten Schläge zu verzeichnen waren.
Dieser Harnisch dürfte um 1600 für den späteren Kaiser Ferdinand II. entstanden sein. Anlass der Bestellung könnte Ferdinands Hochzeit mit Maria Anna von Bayern gewesen sein, die im April 1600 in Graz stattgefunden hatte.
Die gesamte Oberfläche des Harnischs ist in Gold- und Silbertauschierung verziert. Sie zeigt in einem Netz aus Vierpassfenstern Ranken, Trophäen und Medaillons mit Kriegern und Damen. Auf Brust und Rücken findet sich jeweils am Halsausschnitt die Marke des namentlich nicht bekannten Meisters I. O.



Dieser Harnisch war für eine Form des Fußturniers vorgesehen, die sich besonders in der Spätrenaissance und im frühen Barock großer Beliebtheit erfreute. Hierbei trennte eine halbhohe Absperrung die Kontrahenten, diese waren mit Schwertern oder Spießen bewaffnet, mit denen eine vorgeschriebene Zahl an Schlägen ausgeführt werden durfte. Diese Form des Fußturniers konnte auf einem Turnierplatz unter freiem Himmel, aber auch in Innenräumen veranstaltet werden.
Bei dieser Art des Fußturniers war der Kopf das alleinige Ziel. An ihm galt es die dünnen Lanzen zu brechen oder Treffer mit dem Schwert zu landen. Da nur auf den Kopf des Kontrahenten gezielt wurde, war kein Beinzeug mehr nötig, wie es bei der älteren, zu zweit in einer Umschrankung ausgetragenen Form des Fußkampfes noch der Fall gewesen war (vgl. Nr. 64). Andere Körperteile erhielten hingegen zusätzlichen Schutz. So sind hier auch die Armbeugen geschützt, was technisch eine besondere Herausforderung darstellte. Der Helm ist geschlossen, das heißt er umfasst den oberen Abschluss des Kragens und kann nur seitlich, entlang dieser Führung bewegt werden. Dies schützte vor dem versehentlichen Eindringen der gegnerischen Klinge unter den Helm. Auch das Visier ist zusätzlich verstärkt, da hier die meisten Schläge zu verzeichnen waren.
Dieser Harnisch dürfte um 1600 für den späteren Kaiser Ferdinand II. entstanden sein. Anlass der Bestellung könnte Ferdinands Hochzeit mit Maria Anna von Bayern gewesen sein, die im April 1600 in Graz stattgefunden hatte.
Die gesamte Oberfläche des Harnischs ist in Gold- und Silbertauschierung verziert. Sie zeigt in einem Netz aus Vierpassfenstern Ranken, Trophäen und Medaillons mit Kriegern und Damen. Auf Brust und Rücken findet sich jeweils am Halsausschnitt die Marke des namentlich nicht bekannten Meisters I. O.
Künstler/in:
Meister I. O. (um 1600 - 1610, tätig in Mailand)
Zeit:
um 1600
Objektbezeichnung
Fußturnierharnisch
Kultur
Mailand
Material/Technik:
Eisen, geschmiedet, getrieben, teils gebläut, teils graviert, teils punziert, teils vergoldet, teils mit Silber und Gold tauschiert. Schrauben, Rosetten, Riemenzungen: Eisen, teils mit Gold tauschiert. Muttern, Nietkappen: Eisen, vergoldet. Leder. Textil (Seidensamt).
Maße:
H. 110 cm, B. 65 cm
Gesamtgewicht exkl. Sockel, exkl. Figurine: 17,95 kg
Stempel / Zeichen
oben mittig auf der Brust und Rücken: rechteckige Marke mit Turm, daneben die Initialen I O
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, A 1712
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