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Athlet
1. Jh. n. Chr., nach griech. Original um 330 v. Chr.
Bereits zu Beginn der österreichischen Grabungen wurde im Jahr 1896 einer der bedeutendsten Funde gemacht: in der Südwestecke der Palästra des Hafengymnasiums wurden insgesamt 234 Fragmente einer zerborstenen Bronzestatue gefunden. Gut erhalten waren der Kopf und die Schulterpartie, sodass sogleich der Statuentypus erkannt wurde. Es handelt sich um einen Athleten, der sich nach der körperlichen Ertüchtigung, wie sie in der Palästra eines Gymnasiums stattgefunden hat, reinigt. Um den Sand und das Öl, mit dem man sich eingerieben hat, zu entfernen, wurde eine στλεγγίς (strigilis), ein Schabeisen verwendet. Dieses (hier nicht erhaltene) Werkzeug streicht der Athlet mit dem Daumen seiner linken Hand aus und reinigt es. Die wie zufällige Momentaufnahme einer in sich gekehrten Person weist ebenso auf ein Vorbild des 4. Jahrhunderts v. Chr. wie stilistische Merkmale der Statue. Zuletzt wurde erwogen, die Statue als Kopie des berühmten „Apoxyomenos“ (der sich Abschabende) des Lysipp zu verstehen. Bronzestatuen aus der Antike sind selten erhalten, da das wertvolle Material zumeist eingeschmolzen wurde. Oft „verdanken“ wir die Überlieferung einer Katastrophe wie dem Sinken eines Schiffes oder, wie hier, einem Erbeben, bei dem die Skulptur vom Sockel geschleudert und von herabfallenden Teilen zertrümmert worden war. In Wien wurden die Fragmente vom Bildhauer Wilhelm Sturm rückgeformt und auf Messingstreifen geschraubt. Die so hergestellten größeren Teile wurden auf ein Skelett von Vierkant-Eisenstäben montiert und die Statue bis zum Hals mit einem speziellen Zement gefüllt, der sowohl für Stabilität sorgen als auch die Fehlstellen schließen sollte. 1996 wurde im Meer vor der kroatischen Küste eine weitere Statue desselben Typus entdeckt (Muzej Apoksiomena, Mali Lošinj). Dieser ausgezeichnet erhaltene „Zwilling“ erlaubt einen direkten Vergleich zweier Bronzekopien und eine Neubewertung des Kopistenwesens in der Antike.








Bereits zu Beginn der österreichischen Grabungen wurde im Jahr 1896 einer der bedeutendsten Funde gemacht: in der Südwestecke der Palästra des Hafengymnasiums wurden insgesamt 234 Fragmente einer zerborstenen Bronzestatue gefunden. Gut erhalten waren der Kopf und die Schulterpartie, sodass sogleich der Statuentypus erkannt wurde. Es handelt sich um einen Athleten, der sich nach der körperlichen Ertüchtigung, wie sie in der Palästra eines Gymnasiums stattgefunden hat, reinigt. Um den Sand und das Öl, mit dem man sich eingerieben hat, zu entfernen, wurde eine στλεγγίς (strigilis), ein Schabeisen verwendet. Dieses (hier nicht erhaltene) Werkzeug streicht der Athlet mit dem Daumen seiner linken Hand aus und reinigt es. Die wie zufällige Momentaufnahme einer in sich gekehrten Person weist ebenso auf ein Vorbild des 4. Jahrhunderts v. Chr. wie stilistische Merkmale der Statue. Zuletzt wurde erwogen, die Statue als Kopie des berühmten „Apoxyomenos“ (der sich Abschabende) des Lysipp zu verstehen. Bronzestatuen aus der Antike sind selten erhalten, da das wertvolle Material zumeist eingeschmolzen wurde. Oft „verdanken“ wir die Überlieferung einer Katastrophe wie dem Sinken eines Schiffes oder, wie hier, einem Erbeben, bei dem die Skulptur vom Sockel geschleudert und von herabfallenden Teilen zertrümmert worden war. In Wien wurden die Fragmente vom Bildhauer Wilhelm Sturm rückgeformt und auf Messingstreifen geschraubt. Die so hergestellten größeren Teile wurden auf ein Skelett von Vierkant-Eisenstäben montiert und die Statue bis zum Hals mit einem speziellen Zement gefüllt, der sowohl für Stabilität sorgen als auch die Fehlstellen schließen sollte. 1996 wurde im Meer vor der kroatischen Küste eine weitere Statue desselben Typus entdeckt (Muzej Apoksiomena, Mali Lošinj). Dieser ausgezeichnet erhaltene „Zwilling“ erlaubt einen direkten Vergleich zweier Bronzekopien und eine Neubewertung des Kopistenwesens in der Antike.
Zeit:
1. Jh. n. Chr., nach griech. Original um 330 v. Chr.
Objektbezeichnung
Statue
Kultur
Römisch
Fundort:
Ephesos Hafengymnasium Palästra (Selçuk, Kleinasien, Türkei)
Material/Technik:
Bronze
Maße:
192 cm
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Antikensammlung
Inv. Nr.
Antikensammlung, VI 3168
Provenienz
Sultan, Abdul, Hamid, II.; Österreichische Ausgrabungen in Ephesos; Geschenk an Kaiser Franz Joseph; 1911 nachträglich inventarisiert
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