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Partisane, Stichwaffe
16. Jahrhundert
Zur Zeit Maximilians I. hatte sich die mittelalterliche Kriegsführung gewandelt: Die bislang als kriegsentscheidend geltende schwere Reiterei (Kavallerie) wurde zunehmend durch Fußtruppen (Infanterie), die sich aus angeworbenen Söldnern (Landsknechte) zusammensetzten, verdrängt. Diese Entwicklung wirkte sich sowohl auf die Ausrüstung als auch auf die Kriegstaktik aus und brachte den Bruch mit dem althergebrachten Ritterbild. Die Fußsoldaten waren an ihrer bunten Kleidung, dem armzeuglosen Halbharnisch, einer Sturmhaube, Pike und Gewehr zu erkennen. Die Bewaffnung setzte sich einerseits aus Hiebwaffen wie etwa Streithammer, Streitkolben, Streitaxt und Morgenstern zusammen. Zum anderen wurden Stichwaffen, u.a. Hellebarde, Kuse, Partisane und Spetum geführt, deren übermannslange Stange dabei die nötige Distanz zum Gegner sicherte. Erst beim Einsatz einer dichten Formation zeigte sich die Wirkung der Stichwaffen. Mit ihren Haken und Spitzen dienten sie sowohl zum Zustechen als auch zum Einhaken in die Rüstung des Ritters und zu dessen Herunterreißen vom Pferd; beilartige Aufsätze konnten panzerbrechend wirken. Eine Verbindung aus Hieb- und Stichwaffe sowie Reaktion auf die gesteigerte Panzerung stellt jenes im 14. Jahrhundert aufkommende Schlachtschwert dar, welches durch die überlängte Klinge nur mehr mit beiden Händen zu halten war. Diese als Zwei- oder Bihänder bezeichnete Waffe ermöglichte durch die Grifflänge eine Erhöhung der Hiebwirkung. Das Aufkommen der Feuerwaffen in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts verdrängte die Stichwaffen zusehends vom Schlachtfeld. Nachdem diese zuletzt im Dreißigjährigen Krieg noch in alter Manier Verwendung gefunden hatten, wurde ihnen später die Rolle als repräsentative Gardewaffe mit aufwendiger Dekoration zuteil, so etwa noch heute u.a. in Großbritannien und im Vatikan.

Zur Zeit Maximilians I. hatte sich die mittelalterliche Kriegsführung gewandelt: Die bislang als kriegsentscheidend geltende schwere Reiterei (Kavallerie) wurde zunehmend durch Fußtruppen (Infanterie), die sich aus angeworbenen Söldnern (Landsknechte) zusammensetzten, verdrängt. Diese Entwicklung wirkte sich sowohl auf die Ausrüstung als auch auf die Kriegstaktik aus und brachte den Bruch mit dem althergebrachten Ritterbild. Die Fußsoldaten waren an ihrer bunten Kleidung, dem armzeuglosen Halbharnisch, einer Sturmhaube, Pike und Gewehr zu erkennen. Die Bewaffnung setzte sich einerseits aus Hiebwaffen wie etwa Streithammer, Streitkolben, Streitaxt und Morgenstern zusammen. Zum anderen wurden Stichwaffen, u.a. Hellebarde, Kuse, Partisane und Spetum geführt, deren übermannslange Stange dabei die nötige Distanz zum Gegner sicherte. Erst beim Einsatz einer dichten Formation zeigte sich die Wirkung der Stichwaffen. Mit ihren Haken und Spitzen dienten sie sowohl zum Zustechen als auch zum Einhaken in die Rüstung des Ritters und zu dessen Herunterreißen vom Pferd; beilartige Aufsätze konnten panzerbrechend wirken. Eine Verbindung aus Hieb- und Stichwaffe sowie Reaktion auf die gesteigerte Panzerung stellt jenes im 14. Jahrhundert aufkommende Schlachtschwert dar, welches durch die überlängte Klinge nur mehr mit beiden Händen zu halten war. Diese als Zwei- oder Bihänder bezeichnete Waffe ermöglichte durch die Grifflänge eine Erhöhung der Hiebwirkung. Das Aufkommen der Feuerwaffen in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts verdrängte die Stichwaffen zusehends vom Schlachtfeld. Nachdem diese zuletzt im Dreißigjährigen Krieg noch in alter Manier Verwendung gefunden hatten, wurde ihnen später die Rolle als repräsentative Gardewaffe mit aufwendiger Dekoration zuteil, so etwa noch heute u.a. in Großbritannien und im Vatikan.
Zeit:
16. Jahrhundert
Objektbezeichnung
Partisane, Stichwaffe
Kultur
Italienisch (?)
Material/Technik:
Eisen
Maße:
L. 75 cm
Klinge: L. 40 cm
Bildrecht
Schloss Ambras Innsbruck
Inv. Nr.
Schloss Ambras Innsbruck, WA 752
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