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Vorderlader-Wender-Gewehr
1810 | Franz (1792-1835), von 1792-1806 als Franz II. Kaiser, seit 1806 als Franz I. Kaiser von Österreich
Seitdem sich im späteren Mittelalter und dann vor allem in der Renaissance Feuerwaffen in Europa etabliert hatten, beschäftigten sich Büchsenmacher mit deren technischer Verbesserung. Sie versuchten insbesondere, das Laden zu vereinfachen; das Laden durch die Laufmündung war umständlich und langwierig. Schon im 17. Jahrhundert war der sogenannte Wender entwickelt worden, bei dem sich die Schussfolge durch mehrere um die Längsachse drehbare Läufe zumindest in kleinem Umfang erhöhen ließ.
Diese Wenderbüchse mit Steinschloss ist ein Werk des in Lüttich beheimateten und im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert tätigen Büchsenmachers Joseph Devillers. Er signierte die Waffe an einem der Läufe neben dem Schloss mit »I DEVILLERS«. Die Büchse umfasst vier Läufe mit Batterien und doppelten Steinschlössern, was das Abfeuern von jeweils zwei nebeneinanderliegenden Läufen in relativ schneller Abfolge erlaubte.
Die Waffe zeigt zarte Gravuren auf den blanken Metallteilen, etwa an der Schwanzschraube und am Abzugbügel. Sie stellen unter anderem mythologische Figuren, Blattornamente, Vögel und Schmetterlinge dar. Auf einem der Doppelläufe steht in goldener Schrift unter einem Doppeladler der Spruch »SUB UMBRA ALARUM PROTEGE NOS« (Psalm 16,8 »Unter dem Schatten der Flügel beschütze uns«), auf der Gegenseite »FIDELIS QUONDAM SERVI HOMAGIUM« (»Geschenk eines einstigen getreuen Dieners«).
Die Inventare der kaiserlichen Hofgewehrkammer enthalten zur Provenienz dieser Waffe unterschiedliche Angaben. Im Inventar von 1819 heißt es: »1808 zum Präsent beym hungarischen Landtag«, in jenem von 1826 hingegen: »Geschenk von Kaiser Napoleon an Kaiser Franz«. In dem ab 1868 geführten Inventar steht: »Wurde im Jahre 1810 von Ser.M. Kaiser Napoleon I bei Gelegenheit seiner Vermählung mit der Erzherzogin Marie Louise, Ser. M. Kaiser Franz I als Geschenk übergeben«.

Seitdem sich im späteren Mittelalter und dann vor allem in der Renaissance Feuerwaffen in Europa etabliert hatten, beschäftigten sich Büchsenmacher mit deren technischer Verbesserung. Sie versuchten insbesondere, das Laden zu vereinfachen; das Laden durch die Laufmündung war umständlich und langwierig. Schon im 17. Jahrhundert war der sogenannte Wender entwickelt worden, bei dem sich die Schussfolge durch mehrere um die Längsachse drehbare Läufe zumindest in kleinem Umfang erhöhen ließ.
Diese Wenderbüchse mit Steinschloss ist ein Werk des in Lüttich beheimateten und im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert tätigen Büchsenmachers Joseph Devillers. Er signierte die Waffe an einem der Läufe neben dem Schloss mit »I DEVILLERS«. Die Büchse umfasst vier Läufe mit Batterien und doppelten Steinschlössern, was das Abfeuern von jeweils zwei nebeneinanderliegenden Läufen in relativ schneller Abfolge erlaubte.
Die Waffe zeigt zarte Gravuren auf den blanken Metallteilen, etwa an der Schwanzschraube und am Abzugbügel. Sie stellen unter anderem mythologische Figuren, Blattornamente, Vögel und Schmetterlinge dar. Auf einem der Doppelläufe steht in goldener Schrift unter einem Doppeladler der Spruch »SUB UMBRA ALARUM PROTEGE NOS« (Psalm 16,8 »Unter dem Schatten der Flügel beschütze uns«), auf der Gegenseite »FIDELIS QUONDAM SERVI HOMAGIUM« (»Geschenk eines einstigen getreuen Dieners«).
Die Inventare der kaiserlichen Hofgewehrkammer enthalten zur Provenienz dieser Waffe unterschiedliche Angaben. Im Inventar von 1819 heißt es: »1808 zum Präsent beym hungarischen Landtag«, in jenem von 1826 hingegen: »Geschenk von Kaiser Napoleon an Kaiser Franz«. In dem ab 1868 geführten Inventar steht: »Wurde im Jahre 1810 von Ser.M. Kaiser Napoleon I bei Gelegenheit seiner Vermählung mit der Erzherzogin Marie Louise, Ser. M. Kaiser Franz I als Geschenk übergeben«.
Besitzer/in:
Franz (1792-1835), von 1792-1806 als Franz II. Kaiser, seit 1806 als Franz I. Kaiser von Österreich (1768 Florenz - 1835 Wien) DNBarrow_outward
Hersteller/in:
Joseph Devillers , (Büchsenmacher) (erw. 1797 - 1829, tätig in Lüttich)
Zeit:
1810
Objektbezeichnung
Vorderlader-Wender-Gewehr
Kultur
Liège
Material/Technik:
Läufe: Stahl, geschmiedet, teils goldtauschiert. Körner: Silber. Schlossplatten, Hähne, Batterien, Abzugsbügel, sonstige Schloss- und Beschlagsteile: Stahl, gegossen, teils geschnitten, teils graviert, poliert. Schaft: Obstholz, teils geschnitzt, Einlegearbeit, Nagelwerk. Einlagen, Nägel: Silber, teils graviert. Kolbenplatte: Stahl, geschmiedet, teils geschnitten, teils graviert. Ladestock: Horn, Bein, Stahl
Maße:
L 120,1 cm, B 22,5 cm, H 8,6 cm
Länge Lauf: 79,3 cm
Gewicht: 3,88 kg
Signatur
I. DEVILLERS und Ex
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, G 501
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