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Luntengewehr
um 1545
Das Luntenschloss ist der älteste und daher technisch einfachste Mechanismus zum Auslösen einer Handfeuerwaffe. Hatte der Schütze zuvor, etwa beim spätmittelalterlichen Handrohr, die Zündung noch selbst per Hand ausgelöst, tat er dies beim Luntengewehr nun mittels eines Mechanismus. Er betätigte dabei durch das Drücken des Abzuges die Abzugstange, die an der Schlossplatte drehbar montiert war. Die Abzugstange neigte sich nach vorne und brachte die an ihrem vorderen Ende, an der sogenannten Serpentine, montierte glimmende Lunte mit der Zündladung in Kontakt.
Im 16. Jahrhundert war das Luntenschloss wesentlich häufiger in Verwendung als das Radschloss, das technisch kompliziert und daher vor allem bei luxuriösen Waffen zu finden war. Trotzdem sind Gewehre mit Luntenschloss aus jener Zeit in nur geringer Zahl erhalten. Dies liegt an ihrer vorrangig militärischen Verwendung und der dadurch begründeten simplen, rein auf den praktischen Nutzen im Feld ausgerichteten Ausstattung. Luntengewehre im Kriegseinsatz sind unter anderem in Jan Vermeyens Kartons zu den Tapisserien mit der Darstellung des Kriegszuges Kaiser Karls V. gegen Tunis 1535 (Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie, Inv.-Nrn. 2040 et al.) zu sehen.
Künstlerisch ausgestaltete Luntengewehre sind überaus selten. Das vorliegende Gewehr ist eines der frühesten dekorierten Beispiele dieses Feuerwaffentypus. Lauf und Schlossplatte sind mit fortlaufenden Rankenornamenten mit eingestreuten Weinblättern reich in Gold tauschiert. Die Enden der Schlossplatte und der Serpentine sind als Drachenköpfe ausgestaltet. Der Schaft ist mit (jetzt stark abgewetztem) Samt und Textilborten aus Goldlahn überzogen und mit Messingnägeln in Form von Rosetten dekorativ besetzt. Der kantige und gekrümmte Schaft deutet auf eine Entstehung dieses Luntengewehres in Spanien hin.

Das Luntenschloss ist der älteste und daher technisch einfachste Mechanismus zum Auslösen einer Handfeuerwaffe. Hatte der Schütze zuvor, etwa beim spätmittelalterlichen Handrohr, die Zündung noch selbst per Hand ausgelöst, tat er dies beim Luntengewehr nun mittels eines Mechanismus. Er betätigte dabei durch das Drücken des Abzuges die Abzugstange, die an der Schlossplatte drehbar montiert war. Die Abzugstange neigte sich nach vorne und brachte die an ihrem vorderen Ende, an der sogenannten Serpentine, montierte glimmende Lunte mit der Zündladung in Kontakt.
Im 16. Jahrhundert war das Luntenschloss wesentlich häufiger in Verwendung als das Radschloss, das technisch kompliziert und daher vor allem bei luxuriösen Waffen zu finden war. Trotzdem sind Gewehre mit Luntenschloss aus jener Zeit in nur geringer Zahl erhalten. Dies liegt an ihrer vorrangig militärischen Verwendung und der dadurch begründeten simplen, rein auf den praktischen Nutzen im Feld ausgerichteten Ausstattung. Luntengewehre im Kriegseinsatz sind unter anderem in Jan Vermeyens Kartons zu den Tapisserien mit der Darstellung des Kriegszuges Kaiser Karls V. gegen Tunis 1535 (Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie, Inv.-Nrn. 2040 et al.) zu sehen.
Künstlerisch ausgestaltete Luntengewehre sind überaus selten. Das vorliegende Gewehr ist eines der frühesten dekorierten Beispiele dieses Feuerwaffentypus. Lauf und Schlossplatte sind mit fortlaufenden Rankenornamenten mit eingestreuten Weinblättern reich in Gold tauschiert. Die Enden der Schlossplatte und der Serpentine sind als Drachenköpfe ausgestaltet. Der Schaft ist mit (jetzt stark abgewetztem) Samt und Textilborten aus Goldlahn überzogen und mit Messingnägeln in Form von Rosetten dekorativ besetzt. Der kantige und gekrümmte Schaft deutet auf eine Entstehung dieses Luntengewehres in Spanien hin.
Zeit:
um 1545
Objektbezeichnung
Luntengewehr
Kultur
Spanisch
Material/Technik:
Material: Lauf, geschmiedet, gezogen, teils geschwärzt, teils mit Gold tauschiert. Schaft: Holz, mit Textil (Samt) überzogen, Textilborten aus Goldlahn. Messingnägel in Rosettenform. Schlossplatte: Eisen, geschmiedet, teils geschwärzt und mit Gold tauschiert. Schloss, Hahn, Abzug: Eisen, geschmiedet, teilweise gegossen, teils geschwärzt und mit Gold tauschiert. Ladestock: Holz. Kappe: fehlt.
Maße:
L 135 cm
Gewicht: 3,65 kg
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, D 156
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