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Aufsatz mit Kompass, Handstein, Aufsatz
nach 1575
Der auf einen quadratischen Sockel montierte Aufsatz in Form eines steil aufragenden Gebirges ruht auf vier hölzernen Kugeln und ahmt einen Handstein (Inv.-Nr. KK_4167) nach, der von einem burgähnlichen Gebäude aus Elfenbein bekrönt wird. Die naturalistisch gestaltete Landschaft mit Bäumen, Blumen und Tieren besteht aus mit farbigem Metall- und Glasstaub beklebtem Holz. Das obere Drittel des Objektes gibt nach dem Aufklappen eine aus Elfenbein bestehende Sonnenuhr mit Kompass frei. Auf den äußeren runden Scheiben bezeichnen in roter Farbe geschriebene römische Zahlen die Stunden; Halbstunden sind durch Sterne markiert. Die Innenseite des Deckels darüber zeigt eine stilisierte Landschaft mit einer Jagdszene und dem Ausblick auf eine Burg. Im Sockel befinden sich drei Schubfächer, die mit Hilfe von kleinen Eisenringen zu öffnen sind. Jedes Fach wurde mit Bezug auf den Kompass beschriftet: "MERIDIE. ORTUS . SE . TEN . RI . OCCASU" (lat. meridies = Süden, ortus = Osten, septentrio = Norden, occasus = Westen). Der zum ursprünglichen Bestand der Sammlungen Erzherzog Ferdinands II. gehörende Aufsatz bildet ein charakteristisches Beispiel für die in den Kunstund Wunderkammern des 16. Jahrhunderts aufbewahrten dekorativen Schauobjekte, die zugleich als wissenschaftliche Geräte fungieren konnten. Im Nachlassinventar von 1596 wird das damals im dritten Schaukasten präsentierte Objekt als "Schwaczerischer handstain von eingesprengtem plei, steet oben darauf ain schlosz von pain, auf ainem hülzen fuez, plau angestrichen" genannt. Im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg befindet sich ein vergleichbares Stück, der "Scheuerl'sche Handstein" von 1563.



Der auf einen quadratischen Sockel montierte Aufsatz in Form eines steil aufragenden Gebirges ruht auf vier hölzernen Kugeln und ahmt einen Handstein (Inv.-Nr. KK_4167) nach, der von einem burgähnlichen Gebäude aus Elfenbein bekrönt wird. Die naturalistisch gestaltete Landschaft mit Bäumen, Blumen und Tieren besteht aus mit farbigem Metall- und Glasstaub beklebtem Holz. Das obere Drittel des Objektes gibt nach dem Aufklappen eine aus Elfenbein bestehende Sonnenuhr mit Kompass frei. Auf den äußeren runden Scheiben bezeichnen in roter Farbe geschriebene römische Zahlen die Stunden; Halbstunden sind durch Sterne markiert. Die Innenseite des Deckels darüber zeigt eine stilisierte Landschaft mit einer Jagdszene und dem Ausblick auf eine Burg. Im Sockel befinden sich drei Schubfächer, die mit Hilfe von kleinen Eisenringen zu öffnen sind. Jedes Fach wurde mit Bezug auf den Kompass beschriftet: "MERIDIE. ORTUS . SE . TEN . RI . OCCASU" (lat. meridies = Süden, ortus = Osten, septentrio = Norden, occasus = Westen). Der zum ursprünglichen Bestand der Sammlungen Erzherzog Ferdinands II. gehörende Aufsatz bildet ein charakteristisches Beispiel für die in den Kunstund Wunderkammern des 16. Jahrhunderts aufbewahrten dekorativen Schauobjekte, die zugleich als wissenschaftliche Geräte fungieren konnten. Im Nachlassinventar von 1596 wird das damals im dritten Schaukasten präsentierte Objekt als "Schwaczerischer handstain von eingesprengtem plei, steet oben darauf ain schlosz von pain, auf ainem hülzen fuez, plau angestrichen" genannt. Im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg befindet sich ein vergleichbares Stück, der "Scheuerl'sche Handstein" von 1563.
Zeit:
nach 1575
Objektbezeichnung
Aufsatz, Handstein, Aufsatz mit Kompass
Kultur
Süddeutsch (?), Tirol (?), Sachsen (?)
Material/Technik:
Holz, Eisen, Elfenbein, Metall- und Glasstaub
Maße:
H. 22,5 cm, B. 14,5 cm, T. 13,5 cm
Bildrecht
Schloss Ambras Innsbruck
Inv. Nr.
Schloss Ambras Innsbruck, PA 818
Provenienz
Inventar 1596, fol. 369
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