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Sturmhaube
nach 1557/1563 | Maximilian II. (1564-1576), Kaiser
Diese Sturmhaube lässt sich dem Augsburger Goldschmied Jörg Sigman zuschreiben. Sigman begann seine Karriere 1548 als Geselle in der Werkstatt des Plattners Desiderius Helmschmid, bei dem er bis 1550 arbeitete. Helmschmid und Sigman schufen damals gemeinsam den heute in Madrid (Real Armería) verwahrten reich verzierten Harnisch Philipps II. von Spanien.
Aufgrund dieser Gesellenarbeit bei einem Plattner hatte Sigman in weiterer Folge Schwierigkeiten, in die Augsburger Goldschmiedezunft aufgenommen zu werden. Erst durch wiederholte Fürsprache Philipps II. konnte er 1552 verfrüht seine vierjährige Gesellenzeit abschließen und in Augsburg als Meister des Goldschmiedehandwerks arbeiten.
Der Wiener Helm ist nahezu vollständig mit plastisch aus dem Stahl getriebenen figürlichen Szenen verziert. Am Kamm des Helmes sind Mars und Venus jeweils auf einem Triumphwagen zu sehen, auf der Kalotte Aeneas’ Kämpfe in Italien, die ihn dem Dichter Vergil zufolge zum Stammvater der Römer werden ließen. Auf den Wangenklappen sind reitende Krieger dargestellt. Die Stirn zeigt Pyramus und Thisbe sowie Venus in der Schmiede Vulkans, am Nacken finden sich der Raub der Europa sowie Perseus und Medusa. Für die drei letzten Motive dienten Holzschnitte als Vorlagen, die sich in den Ausgaben zu Ovids (43 v. Chr.–17 n. Chr.) Metamorphosen von Bernard Salomon, erschienen 1557 in Lyon, und darauf aufbauend von Virgil Solis, erschienen 1563 in Frankfurt, finden.
Der manieristische Stil dieser Sturmhaube war Mitte des 16. Jahrhunderts eine Spezialität italienischer, besonders Mailänder Plattner sowie einiger Werkstätten in Frankreich und in den Niederlanden. Die große Nachfrage nach Werken dieser spektakulären Art versuchten jedoch auch einige deutsche Meister wie Jörg Sigman zu bedienen. Der Wiener Helm befand sich im früheren 19. Jahrhundert im kaiserlichen Jagdschloss Laxenburg südlich von Wien. Er wurde damals Kaiser Karl V. zugeschrieben, doch ist eine Zuschreibung an den jungen Kaiser Maximilian II. schon aufgrund der Entstehungszeit wahrscheinlicher.



Diese Sturmhaube lässt sich dem Augsburger Goldschmied Jörg Sigman zuschreiben. Sigman begann seine Karriere 1548 als Geselle in der Werkstatt des Plattners Desiderius Helmschmid, bei dem er bis 1550 arbeitete. Helmschmid und Sigman schufen damals gemeinsam den heute in Madrid (Real Armería) verwahrten reich verzierten Harnisch Philipps II. von Spanien.
Aufgrund dieser Gesellenarbeit bei einem Plattner hatte Sigman in weiterer Folge Schwierigkeiten, in die Augsburger Goldschmiedezunft aufgenommen zu werden. Erst durch wiederholte Fürsprache Philipps II. konnte er 1552 verfrüht seine vierjährige Gesellenzeit abschließen und in Augsburg als Meister des Goldschmiedehandwerks arbeiten.
Der Wiener Helm ist nahezu vollständig mit plastisch aus dem Stahl getriebenen figürlichen Szenen verziert. Am Kamm des Helmes sind Mars und Venus jeweils auf einem Triumphwagen zu sehen, auf der Kalotte Aeneas’ Kämpfe in Italien, die ihn dem Dichter Vergil zufolge zum Stammvater der Römer werden ließen. Auf den Wangenklappen sind reitende Krieger dargestellt. Die Stirn zeigt Pyramus und Thisbe sowie Venus in der Schmiede Vulkans, am Nacken finden sich der Raub der Europa sowie Perseus und Medusa. Für die drei letzten Motive dienten Holzschnitte als Vorlagen, die sich in den Ausgaben zu Ovids (43 v. Chr.–17 n. Chr.) Metamorphosen von Bernard Salomon, erschienen 1557 in Lyon, und darauf aufbauend von Virgil Solis, erschienen 1563 in Frankfurt, finden.
Der manieristische Stil dieser Sturmhaube war Mitte des 16. Jahrhunderts eine Spezialität italienischer, besonders Mailänder Plattner sowie einiger Werkstätten in Frankreich und in den Niederlanden. Die große Nachfrage nach Werken dieser spektakulären Art versuchten jedoch auch einige deutsche Meister wie Jörg Sigman zu bedienen. Der Wiener Helm befand sich im früheren 19. Jahrhundert im kaiserlichen Jagdschloss Laxenburg südlich von Wien. Er wurde damals Kaiser Karl V. zugeschrieben, doch ist eine Zuschreibung an den jungen Kaiser Maximilian II. schon aufgrund der Entstehungszeit wahrscheinlicher.
Besitzer/in:
wohl Maximilian II. (1564-1576), Kaiser (1527 - 1576) DNBarrow_outward
Künstler/in:
Jörg Sigman , (Goldschmied und Plattner) zugeschrieben (um 1527 - 1601, tätig in Augsburg) DNBarrow_outward
Nach:
Bernard Salomon oder (1506 - 1561, Lyon)
Zeit:
nach 1557/1563
Objektbezeichnung
Sturmhaube
Kultur
Augsburg
Material/Technik:
Eisen, geschmiedet, getrieben, teils ziseliert, teils graviert. Löwen-Nieten: teils Kupfer, feuervergoldet, teils Messing. Scharniere: Messing, feuervergoldet. Leder.
Maße:
H. 35 cm, B. 22 cm, T. 34 cm
Gewicht: 2,05 kg
Signatur
keine
Beschriftung
LIB.XI.PVGNATVR.VINCVNT TROES CADIT/QVE ICTA CAMILLA. TROPHAEVM/MARTI AENEAS ERIGIT SPOLIORE bzw.
HISTORIA EX LIB.X.VIRG. DE ADVENTV AENEAE/PVGNA RVTVIORVM ET INTERITV PALL/ANTIS AC MECENTII
Stempel / Zeichen
keine
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, A 558
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