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Grabrelief des Gorgias
3. Drittel 2. Jh. v. Chr.
In einer Bogenarchitektur wird der sitzende Verstorbene im griechischen Mantel (Chiton) gezeigt, die Füße auf ein Bänkchen gestellt, umgeben von seinen Verwandten. Wie die griechische Inschrift im unteren Relieffeld belegt ist er der Sohn des Asklepiades (die griechische Schreibung mit doppeltem Sigma ist ungewöhnlich), stammt aus Athen und sein Name ist Gorgias. Ihm gegenüber steht eine Frau und reicht ihm die rechte Hand, um Verbundenheit auszudrücken – wahrscheinlich handelt es sich um seine Ehefrau. Das Motiv des Handreichens ist in antiken Darstellungen häufig zu finden und wird in der Fachsprache in Bezug auf den griechischen Kulturraum als Dexiosis, auf den römischen als Dextrarum iunctio bezeichnet (Verbinden der rechten Hand). Oft ist es auf Grabdenkmälern zu finden, wo die Geste auch den Akt des Abschiednehmens zum Ausdruck bringt. Doch gibt es solche Darstellungen auch auf griechischen Stelen, wo beispielsweise Friedensabkommen zwischen zwei griechischen Städten, den Poleis, dargestellt werden und sich die Stadtgöttinnen als Zeichen die Hände reichen. S. Stoss, in: Seperate but Inseperable: Mythology and Culture of Ancient Greece and Rome. Ausstellungskatalog National Museum of Korea (Seoul 2023).

In einer Bogenarchitektur wird der sitzende Verstorbene im griechischen Mantel (Chiton) gezeigt, die Füße auf ein Bänkchen gestellt, umgeben von seinen Verwandten. Wie die griechische Inschrift im unteren Relieffeld belegt ist er der Sohn des Asklepiades (die griechische Schreibung mit doppeltem Sigma ist ungewöhnlich), stammt aus Athen und sein Name ist Gorgias. Ihm gegenüber steht eine Frau und reicht ihm die rechte Hand, um Verbundenheit auszudrücken – wahrscheinlich handelt es sich um seine Ehefrau. Das Motiv des Handreichens ist in antiken Darstellungen häufig zu finden und wird in der Fachsprache in Bezug auf den griechischen Kulturraum als Dexiosis, auf den römischen als Dextrarum iunctio bezeichnet (Verbinden der rechten Hand). Oft ist es auf Grabdenkmälern zu finden, wo die Geste auch den Akt des Abschiednehmens zum Ausdruck bringt. Doch gibt es solche Darstellungen auch auf griechischen Stelen, wo beispielsweise Friedensabkommen zwischen zwei griechischen Städten, den Poleis, dargestellt werden und sich die Stadtgöttinnen als Zeichen die Hände reichen. S. Stoss, in: Seperate but Inseperable: Mythology and Culture of Ancient Greece and Rome. Ausstellungskatalog National Museum of Korea (Seoul 2023).
Zeit:
3. Drittel 2. Jh. v. Chr.
Objektbezeichnung
Grabdenkmal
Kultur
Griechisch
Fundort:
Delos (Griechenland)
Material/Technik:
Marmor
Maße:
87 cm × 43,3 cm × 7 cm
Beschriftung
Γοργία Ἀσσκλη-
πιάδου Ἀθηναῖ-
ε χαῖρε.
(Transkription: G. Tozzi / 03.08.2016)
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Antikensammlung
Inv. Nr.
Antikensammlung, I 1064
Provenienz
Slg. Este - Catajo; im Besitz von Erzherzog Franz Ferdinand; 1923 inventarisch übernommen
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