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Himmelsglobus
2. Hälfte 16. Jahrhundert
Der Himmelsglobus besteht aus einem Holzkern, auf welchen in zwölf Segmenten Papierstreifen mit den als Kupferstiche ausgeführten Sternbildern des nördlichen und südlichen Sternenhimmels geklebt sind. Ort und Zeit der Entstehung sind nur hypothetisch zu bestimmen. Das Inventar des Nachlasses Erzherzog Ferdinands II. aus dem Jahr 1596 nennt neben einer Sphäre aus Papier noch weitere acht Stück, wobei der Begriff "Sphäre" nach damaligem Sprachgebrauch einen Himmelsglobus bezeichnete. Einer der neun Globen könnte demnach mit dem hier vorgestellten aus der Ambraser Sammlung zu identifizieren sein. Dass die Kupferstiche des Globus als Vorlagen für den Dekor der Decke des Speisesaales in Schloss Ambras mit ihren astronomischen Darstellungen dienten, ist allerdings nicht sehr wahrscheinlich, da sich die Figuren von Globus und Decke zum Teil erheblich voneinander unterscheiden. Die Bezüge, die es dennoch zwischen ihnen gibt, resultieren aus der verwandten Thematik, da dasselbe Programm benützt wird, und aus der annähernd gleichen Zeit der Entstehung. Dem Globus kommt die Darstellung des Sternenhimmels von Dürer und Stabius aus dem Jahr 1515 formal wesentlich ähnlicher. Auffallend ist, dass die meisten der nackten Figuren Dürers auf dem Globus bekleidet sind (eine Ausnahme bildet Herakles) und dass zu den 48 Sternbildern des Claudius Ptolemäus Coma Berenicis und offenbar auch Antinous hinzugefügt wurden. Während bei Antinous die Beischrift auf dieses Sternbild hinweist, seine bildliche Darstellung jedoch nicht ausgeführt wurde, ist die Allegorie von Coma Berenicis vorhanden. Dieser Sachverhalt gibt einen Anhaltspunkt für die zeitliche Einordnung, da beide Sternbilder erst im Jahre 1551 durch Gerhard Mercator (1512-1594) in die Astronomie eingeführt wurden. Auch Details der Kostüme, wie die geschlitzten halblangen Hosen des Fuhrmanns, deuten auf die Zeit um 1550/70 hin. Ein noch ungelöstes, Anlass zu Spekulationen gebendes Rätsel ist der Umstand, dass der gesamte Globus spiegelbildlich dargestellt ist. Während ein Fehler bei der Ausführung der Kupferstiche wohl auszuschließen ist, steht eine Klärung der Bedeutung des Globus als "Spiegel" - vielleicht sollen die Sterne als Spiegelbild des Göttlichen dienen - noch aus.

Der Himmelsglobus besteht aus einem Holzkern, auf welchen in zwölf Segmenten Papierstreifen mit den als Kupferstiche ausgeführten Sternbildern des nördlichen und südlichen Sternenhimmels geklebt sind. Ort und Zeit der Entstehung sind nur hypothetisch zu bestimmen. Das Inventar des Nachlasses Erzherzog Ferdinands II. aus dem Jahr 1596 nennt neben einer Sphäre aus Papier noch weitere acht Stück, wobei der Begriff "Sphäre" nach damaligem Sprachgebrauch einen Himmelsglobus bezeichnete. Einer der neun Globen könnte demnach mit dem hier vorgestellten aus der Ambraser Sammlung zu identifizieren sein. Dass die Kupferstiche des Globus als Vorlagen für den Dekor der Decke des Speisesaales in Schloss Ambras mit ihren astronomischen Darstellungen dienten, ist allerdings nicht sehr wahrscheinlich, da sich die Figuren von Globus und Decke zum Teil erheblich voneinander unterscheiden. Die Bezüge, die es dennoch zwischen ihnen gibt, resultieren aus der verwandten Thematik, da dasselbe Programm benützt wird, und aus der annähernd gleichen Zeit der Entstehung. Dem Globus kommt die Darstellung des Sternenhimmels von Dürer und Stabius aus dem Jahr 1515 formal wesentlich ähnlicher. Auffallend ist, dass die meisten der nackten Figuren Dürers auf dem Globus bekleidet sind (eine Ausnahme bildet Herakles) und dass zu den 48 Sternbildern des Claudius Ptolemäus Coma Berenicis und offenbar auch Antinous hinzugefügt wurden. Während bei Antinous die Beischrift auf dieses Sternbild hinweist, seine bildliche Darstellung jedoch nicht ausgeführt wurde, ist die Allegorie von Coma Berenicis vorhanden. Dieser Sachverhalt gibt einen Anhaltspunkt für die zeitliche Einordnung, da beide Sternbilder erst im Jahre 1551 durch Gerhard Mercator (1512-1594) in die Astronomie eingeführt wurden. Auch Details der Kostüme, wie die geschlitzten halblangen Hosen des Fuhrmanns, deuten auf die Zeit um 1550/70 hin. Ein noch ungelöstes, Anlass zu Spekulationen gebendes Rätsel ist der Umstand, dass der gesamte Globus spiegelbildlich dargestellt ist. Während ein Fehler bei der Ausführung der Kupferstiche wohl auszuschließen ist, steht eine Klärung der Bedeutung des Globus als "Spiegel" - vielleicht sollen die Sterne als Spiegelbild des Göttlichen dienen - noch aus.
Zeit:
2. Hälfte 16. Jahrhundert
Objektbezeichnung
Himmelsglobus
Kultur
Niederlande (?)
Material/Technik:
Holz, Kupferstiche auf Papier
Maße:
Dm. 18,5 cm
Bildrecht
Schloss Ambras Innsbruck
Inv. Nr.
Schloss Ambras Innsbruck, PA 147
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