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Kasel des Papstornates
um 1740/58
Diese Kasel ist ein beeindruckendes Zeugnis der römischen Kunstfertigkeit des Stickens. Sie gehört zu jenem Ornat, den Papst Pius VI. (reg. 1775 - 1799) anlässlich seines Aufenthalts 1782 in Wien an Josef II. überreichte. Der Grundstoff des Messgewandes, ein Silberlamé, ist reich mit Goldstickerei verziert. Da die verwendeten Materialien besonders kostbar waren, wurden sie gezielt eingesetzt. Der Silberlamé etwa fand nicht als vollflächiger Stickgrund Verwendung, und die Sticktechnik ist so gewählt, dass der Goldfaden nur an der sichtbaren Oberseite der Kasel verarbeitet wurde. Das sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite entlang der Mittelachse symmetrisch angelegte goldene Muster zeigt keinen Rapport. Es wirkt durch die teilweise im Relief gestickten Motive sowie durch die unterschiedlichen Oberflächenqualitäten der verwendeten Goldfäden besonders lebendig. Im Wechsel steht mattes neben unruhig gebrochenem Gold oder besonders glatten und somit glänzenden Partien. Diese verschiedenen Sticktechniken unterstreichen zusätzlich den vielseitigen Charakter der einfarbigen Stickerei. Die gestickte Dekoration der Kasel zeigt auf der Vorder- wie auch auf der Rückseite zwei bekrönte Adler mit ausgebreiteten Schwingen. Höhepunkt des Dekors ist ein zentral platziertes, in feinster Nadelmalerei ausgeführtes Medaillon mit der Taufe Christi im Jordan. Besondere Akzente setzen die im vertikalen Mittelstreifen aufgenähten Perlen und die entlang der äußeren Kante in farbiger Seide gestickte Blumenranke. Die Blütenmotive und ihre Farben sind auf den Stoff abgestimmt, der für das zum selben Ornat gehörende Pluviale verwendet wurde. Selbst die technische Umsetzung der Blüten mit parallel gesetzten Schraffuren versucht, dieses gewebte Vorbild zu imitieren. Aus: Hauptwerke der Geistlichen Schatzkammer. Kurzführer durch das Kunsthistorische Museum, Band 7, hrsg. von Wilfried Seipel, Wien 2007 (Katja Schmitz-von Ledebur).



Diese Kasel ist ein beeindruckendes Zeugnis der römischen Kunstfertigkeit des Stickens. Sie gehört zu jenem Ornat, den Papst Pius VI. (reg. 1775 - 1799) anlässlich seines Aufenthalts 1782 in Wien an Josef II. überreichte. Der Grundstoff des Messgewandes, ein Silberlamé, ist reich mit Goldstickerei verziert. Da die verwendeten Materialien besonders kostbar waren, wurden sie gezielt eingesetzt. Der Silberlamé etwa fand nicht als vollflächiger Stickgrund Verwendung, und die Sticktechnik ist so gewählt, dass der Goldfaden nur an der sichtbaren Oberseite der Kasel verarbeitet wurde. Das sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite entlang der Mittelachse symmetrisch angelegte goldene Muster zeigt keinen Rapport. Es wirkt durch die teilweise im Relief gestickten Motive sowie durch die unterschiedlichen Oberflächenqualitäten der verwendeten Goldfäden besonders lebendig. Im Wechsel steht mattes neben unruhig gebrochenem Gold oder besonders glatten und somit glänzenden Partien. Diese verschiedenen Sticktechniken unterstreichen zusätzlich den vielseitigen Charakter der einfarbigen Stickerei. Die gestickte Dekoration der Kasel zeigt auf der Vorder- wie auch auf der Rückseite zwei bekrönte Adler mit ausgebreiteten Schwingen. Höhepunkt des Dekors ist ein zentral platziertes, in feinster Nadelmalerei ausgeführtes Medaillon mit der Taufe Christi im Jordan. Besondere Akzente setzen die im vertikalen Mittelstreifen aufgenähten Perlen und die entlang der äußeren Kante in farbiger Seide gestickte Blumenranke. Die Blütenmotive und ihre Farben sind auf den Stoff abgestimmt, der für das zum selben Ornat gehörende Pluviale verwendet wurde. Selbst die technische Umsetzung der Blüten mit parallel gesetzten Schraffuren versucht, dieses gewebte Vorbild zu imitieren. Aus: Hauptwerke der Geistlichen Schatzkammer. Kurzführer durch das Kunsthistorische Museum, Band 7, hrsg. von Wilfried Seipel, Wien 2007 (Katja Schmitz-von Ledebur).
Time:
um 1740/58
Object Name
Parament
Culture
Herstellung: Rom
Material/technology:
Silberlamé, Seide, Draht; Goldstickerei, Nadelmalerei; Perlen; Goldborte
Dimensions:
H. 111 cm, B. 68 cm
Copyright
Kunsthistorisches Museum, Geistliche Schatzkammer
Invs.
Schatzkammer, GS A 2 b1
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