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Das Zeremonienschwert
vor 1220, 3. Viertel 14. Jahrhundert (Knauf)
Das Zeremonienschwert gehört zu jenem Ornat, der für die römische Kaiserkrönung Friedrichs II. im Jahre 1220 geschaffen wurde. Die dazugehörige Haubenkrone (Domschatz zu Palermo), die technisch und stilistisch dem Schwert sehr nahe steht, gab der Kaiser seiner Gemahlin Konstanze mit ins Grab. Die Bezeichnung Zeremonienschwert rührt wohl daher, dass seit dem 15. Jahrhundert der neu Gekrönte damit die Zeremonie des Ritterschlags durchführte. Das Zeremonienschwert ist ebenso wie die wichtigsten Teile der kostbaren Krönungsgewänder eine Schöpfung der königlichen Hofwerkstätten zu Palermo. Diese waren vor allem für ihre hohe Textilkunst berühmt, der gegenüber der Goldschmiedekunst nur sekundäre Bedeutung zukam. Dies erklärt auch die besondere Technik, in der die Schwertscheide ausgeführt wurde: Der Goldbesatz ist auf einem Leinengrund aufgebracht, wodurch auch das Gewicht gesenkt werden konnte. An Textilien erinnern ferner die doppelten Perlenschnüre, die die rhombischen Emailplatten in einer sonst für Gewänder typischen Weise rahmen. Das kleinmustrige "Würmchenfiligran", das die dreieckigen Felder füllt, ist ebenfalls für Palermo charakteristisch, während der Senkschmelz der Emailplatten byzantinischen Vorbildern folgt. Die Reichsadler auf zwei dieser Platten gehören zu den frühesten Formulierungen dieses heraldischen Motivs aus staufischer Zeit. Übrigens durfte niemand außer dem König ein Gotteshaus mit einem Schwert betreten. Das Königsschwert galt nämlich als gerechte Waffe, die für den Schutz der Kirche bestimmt war, und bildete daher die einzige Ausnahme.




Das Zeremonienschwert gehört zu jenem Ornat, der für die römische Kaiserkrönung Friedrichs II. im Jahre 1220 geschaffen wurde. Die dazugehörige Haubenkrone (Domschatz zu Palermo), die technisch und stilistisch dem Schwert sehr nahe steht, gab der Kaiser seiner Gemahlin Konstanze mit ins Grab. Die Bezeichnung Zeremonienschwert rührt wohl daher, dass seit dem 15. Jahrhundert der neu Gekrönte damit die Zeremonie des Ritterschlags durchführte. Das Zeremonienschwert ist ebenso wie die wichtigsten Teile der kostbaren Krönungsgewänder eine Schöpfung der königlichen Hofwerkstätten zu Palermo. Diese waren vor allem für ihre hohe Textilkunst berühmt, der gegenüber der Goldschmiedekunst nur sekundäre Bedeutung zukam. Dies erklärt auch die besondere Technik, in der die Schwertscheide ausgeführt wurde: Der Goldbesatz ist auf einem Leinengrund aufgebracht, wodurch auch das Gewicht gesenkt werden konnte. An Textilien erinnern ferner die doppelten Perlenschnüre, die die rhombischen Emailplatten in einer sonst für Gewänder typischen Weise rahmen. Das kleinmustrige "Würmchenfiligran", das die dreieckigen Felder füllt, ist ebenfalls für Palermo charakteristisch, während der Senkschmelz der Emailplatten byzantinischen Vorbildern folgt. Die Reichsadler auf zwei dieser Platten gehören zu den frühesten Formulierungen dieses heraldischen Motivs aus staufischer Zeit. Übrigens durfte niemand außer dem König ein Gotteshaus mit einem Schwert betreten. Das Königsschwert galt nämlich als gerechte Waffe, die für den Schutz der Kirche bestimmt war, und bildete daher die einzige Ausnahme.
Zeit:
vor 1220, 3. Viertel 14. Jahrhundert (Knauf)
Objektbezeichnung
Insigne
Kultur
Palermo; Prag (Knauf)
Material/Technik:
Schwert: Klinge: Stahl, Griff u. Parierstange: Holz, Goldplatten, Email, Filigran; Schwertknauf: Silber, vergoldet; Schwertscheide: Holz, Pergament, Leinenhülle, Goldplatten, Email, Würmchenfiligran, Perlen, Rubine
Maße:
Schwert: L. 108,5 cm
Scheide: L. 92,5 cm
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Weltliche Schatzkammer
Inv. Nr.
Schatzkammer, WS XIII 16
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