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Spielbrett für Schach
Mitte 16. Jahrhundert
Das Schachspiel mit 15 x 8 goldenen bzw. silbernen Feldern im Inneren des Kastens ist ein Einzelstück. Von den ursprünglich 64 vergoldeten und versilberten Figuren aus Holz fehlen 11, die sich aber aufgrund der Symmetrie beider Parteien hypothetisch ergänzen lassen, wobei die Anzahl der Figuren darauf hindeutet, dass von den Schmalseiten aus gespielt wurde. Die Bauernreihe ist verdoppelt - 16 silberne "Bauern" sind erhalten - und auch die "Offiziere" nehmen zwei Reihen ein. Jede Farbe setzt sich aus einem "König" (Mann mit Barett, Bart und Amtskette), einer "Dame" (gekrönte Frau), zwei "Springern" (geflügelte Pferde), zwei "Türmen" (Elefanten) und zwei "Läufern" (wie in der englischen Schachtradition in Gestalt von Bischöfen) zusammen. Dazu kommen vier neue Figuren: zwei Ritter im Harnisch mit spanischem Helm und Streitaxt, zwei Türken mit Schild und Streitkolben, zwei Bärtige mit Glatze, zwei Wappenträger. Die Bedeutung dieser vier weiteren Figuren kann durch einen Vergleich mit dem auch noch im 17. Jahrhundert von Nordeuropa bis Deutschland verbreiteten Courierschach mit 12 x 8 Feldern erahnt werden. Auch bei dieser Form des Spieles gab es zusätzliche Figuren, den "Ratgeber", den "Schleich" (Narren) und zwei "Couriere". Die "Couriere" waren beim Ambraser Spiel wohl die Wappenträger mit den Schriftrollen. Die Außenseiten des Kastens zeigen die Allegorien von Justitia und Venus in jeweils einem bemalten Rahmen mit ovalen Schriftfeldern in der Mitte jeder Seite. Neben Justitia, die ohne Augenbinde, aber mit dem Schwert in der Rechten und der Waage in der Linken wiedergegeben ist, steht als Symbol der Wachsamkeit ein Kranich, der mit der rechten erhobenen Klaue einen Stein umklammert. Die Gegenseite des Spielkastens zeigt Venus mit den beiden ihr zugeordneten Sternzeichen Waage und Stier. Sie hält ein brennendes Herz in der Rechten sowie einen Pfeil in der Linken und repräsentiert Leidenschaft und Unberechenbarkeit. Die beiden Gegenbilder symbolisieren das für das Schachspiel nötige Kalkül auf der einen, Kampfeslust und Unbedachtheit auf der anderen Seite. Im Nachlassinventar Erzherzog Ferdinands II. von 1596 ist das Schachspiel im 18. Kasten seiner Kunstkammer erwähnt.




Das Schachspiel mit 15 x 8 goldenen bzw. silbernen Feldern im Inneren des Kastens ist ein Einzelstück. Von den ursprünglich 64 vergoldeten und versilberten Figuren aus Holz fehlen 11, die sich aber aufgrund der Symmetrie beider Parteien hypothetisch ergänzen lassen, wobei die Anzahl der Figuren darauf hindeutet, dass von den Schmalseiten aus gespielt wurde. Die Bauernreihe ist verdoppelt - 16 silberne "Bauern" sind erhalten - und auch die "Offiziere" nehmen zwei Reihen ein. Jede Farbe setzt sich aus einem "König" (Mann mit Barett, Bart und Amtskette), einer "Dame" (gekrönte Frau), zwei "Springern" (geflügelte Pferde), zwei "Türmen" (Elefanten) und zwei "Läufern" (wie in der englischen Schachtradition in Gestalt von Bischöfen) zusammen. Dazu kommen vier neue Figuren: zwei Ritter im Harnisch mit spanischem Helm und Streitaxt, zwei Türken mit Schild und Streitkolben, zwei Bärtige mit Glatze, zwei Wappenträger. Die Bedeutung dieser vier weiteren Figuren kann durch einen Vergleich mit dem auch noch im 17. Jahrhundert von Nordeuropa bis Deutschland verbreiteten Courierschach mit 12 x 8 Feldern erahnt werden. Auch bei dieser Form des Spieles gab es zusätzliche Figuren, den "Ratgeber", den "Schleich" (Narren) und zwei "Couriere". Die "Couriere" waren beim Ambraser Spiel wohl die Wappenträger mit den Schriftrollen. Die Außenseiten des Kastens zeigen die Allegorien von Justitia und Venus in jeweils einem bemalten Rahmen mit ovalen Schriftfeldern in der Mitte jeder Seite. Neben Justitia, die ohne Augenbinde, aber mit dem Schwert in der Rechten und der Waage in der Linken wiedergegeben ist, steht als Symbol der Wachsamkeit ein Kranich, der mit der rechten erhobenen Klaue einen Stein umklammert. Die Gegenseite des Spielkastens zeigt Venus mit den beiden ihr zugeordneten Sternzeichen Waage und Stier. Sie hält ein brennendes Herz in der Rechten sowie einen Pfeil in der Linken und repräsentiert Leidenschaft und Unberechenbarkeit. Die beiden Gegenbilder symbolisieren das für das Schachspiel nötige Kalkül auf der einen, Kampfeslust und Unbedachtheit auf der anderen Seite. Im Nachlassinventar Erzherzog Ferdinands II. von 1596 ist das Schachspiel im 18. Kasten seiner Kunstkammer erwähnt.
Zeit:
Mitte 16. Jahrhundert
Objektbezeichnung
Spielbrett für Schach
Kultur
Deutsch
Material/Technik:
Kasten: Holz, Öl-, Silber- und Goldfarbe
Figuren: Holz, Öl-, Silber- und Goldfarbe
Maße:
4 cm × 46 cm × 46 cm
Figuren: 5,6 - 6 cm
Bildrecht
Schloss Ambras Innsbruck
Inv. Nr.
Schloss Ambras Innsbruck, PA 34
Provenienz
Inventar 1788, Bd. III, fol. 109v, Nr. 195
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