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Rennzeug
Bei dem zu Pferde ausgeübten Turniersport des Rennens kam es im Unterschied zum Stechen auf äußerst präzise Lanzenführung an, sollte doch vom Reiter der Schild des Gegners getroffen werden. Das Rennen war zwar wegen der Verwendung von scharfen Lanzen gefährlicher als das Stechen, konnte aber im Rennzeug oder im Feldharnisch ausgeführt werden, weshalb sich die Anschaffungskosten für die Ausrüstung reduzierten. Unbedingt erforderlich war ein großer, gewölbter Schild, die Renntartsche. Als gefährlicher, dazu billiger Sport empfahl sich das Rennen besonders für junge Edelleute. Für das Rennen entwickelte sich im Laufe des Spätmittelalters ebenso eine Spezialausrüstung wie für das Stechen. Das so genannte Rennzeug hat die Form eines spätgotischen Halbharnisches und besteht aus einem hutartigen Helm, einem steifen Bart, Brust und Rücken mit Rüst- und Rasthaken für die Lanze sowie aus knielangen Schößen, hat jedoch keine Arm- und Beinzeuge. Die Arme wurden links durch einen großen fixierten Schild, die Renntartsche, rechts durch eine halbkreisförmige Stahlscheibe (Brechscheibe) gedeckt, durch die man die Lanze steckte. Das hier gezeigte Rennzeug zeichnet sich durch einen Dekor in der Art der Innsbrucker Kostüm- und Riefelharnische mit ihrer Nachahmung der geschlitzten Stofftracht aus. Da diese Kostümharnische gesicherte Werke des Innsbruckers Hofplattners Konrad Seusenhofer sind, wird man das Rennzeug wohl demselben Meister zuschreiben können. Das Rosengewinde-Symbol des Bräutigams um den Helm deutet auf Kaiser Maximilian I. und seine stellvertretende Verlobung mit Anna von Ungarn im Jahre 1515 hin.

Bei dem zu Pferde ausgeübten Turniersport des Rennens kam es im Unterschied zum Stechen auf äußerst präzise Lanzenführung an, sollte doch vom Reiter der Schild des Gegners getroffen werden. Das Rennen war zwar wegen der Verwendung von scharfen Lanzen gefährlicher als das Stechen, konnte aber im Rennzeug oder im Feldharnisch ausgeführt werden, weshalb sich die Anschaffungskosten für die Ausrüstung reduzierten. Unbedingt erforderlich war ein großer, gewölbter Schild, die Renntartsche. Als gefährlicher, dazu billiger Sport empfahl sich das Rennen besonders für junge Edelleute. Für das Rennen entwickelte sich im Laufe des Spätmittelalters ebenso eine Spezialausrüstung wie für das Stechen. Das so genannte Rennzeug hat die Form eines spätgotischen Halbharnisches und besteht aus einem hutartigen Helm, einem steifen Bart, Brust und Rücken mit Rüst- und Rasthaken für die Lanze sowie aus knielangen Schößen, hat jedoch keine Arm- und Beinzeuge. Die Arme wurden links durch einen großen fixierten Schild, die Renntartsche, rechts durch eine halbkreisförmige Stahlscheibe (Brechscheibe) gedeckt, durch die man die Lanze steckte. Das hier gezeigte Rennzeug zeichnet sich durch einen Dekor in der Art der Innsbrucker Kostüm- und Riefelharnische mit ihrer Nachahmung der geschlitzten Stofftracht aus. Da diese Kostümharnische gesicherte Werke des Innsbruckers Hofplattners Konrad Seusenhofer sind, wird man das Rennzeug wohl demselben Meister zuschreiben können. Das Rosengewinde-Symbol des Bräutigams um den Helm deutet auf Kaiser Maximilian I. und seine stellvertretende Verlobung mit Anna von Ungarn im Jahre 1515 hin.
Besitzer/in:
Maximilian I. (1477-1519), seit 1493 deutscher König, 1508 Kaiser (1459 - 1519) DNBarrow_outward
Künstler/in:
Konrad Seusenhofer , (Hofplattnerei), zugeschrieben (erw. 1504 - gest. 1517, tätig in Innsbruck)
Zeit:
um 1510/15
Objektbezeichnung
Rennzeug
Kultur
Innsbruck (?)
Material/Technik:
Eisen, teilweise geätzt, teilweise vergoldet, Messing, Leder
Maße:
H. 270 cm, L. 260 cm, B. 100 cm
L. (mit Lanze) 460 cm
Signatur
keine
Beschriftung
Ätzung auf Bart: „IHS.AVTEM.TRA/SIES.P[ER].MEDIV[M] IL“ -> Jesus autem transiens per medium illorum ibat (Lk 4,30), dt.: Jesus aber schritt durch ihre Mitte und ging fort.
Stempel / Zeichen
keine
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, R VIII
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