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Glasglockenklavier
Vor 1596 | anonym
Das Glasglockenklavier ist im Nachlassinventar Erzherzog Ferdinands II. von 1596 als "ain instrument von glaszwerch" genannt. Damals befand es sich mit anderen Tasten-, Streich und Blasinstrumenten im 4. Kasten der Kunstkammer. Es besteht aus einem kastenartigen, aus verschiedenen Hölzern zusammengesetzten Gehäuse mit vorspringender Klaviatur und abnehmbarem Deckel. Das von Minerva und Mars flankierte Wappen Erzherzog Ferdinands II. ziert die Vorderseite über der Klaviatur; die übrige Bemalung besteht aus Rankenornamenten, Grotesken, Musikinstrumenten und menschlichen Phantasiefiguren. Der Dekor weist eine stilistische Nähe zu den von Dionys Hallaert um 1570 gefertigten Fresken des "Spanischen Saales" in Schloss Ambras auf. Als Klangkörper dienten im Inneren des Instrumentes angebrachte schalenförmige Gläser - "Glocken" -, die mithilfe einer Tastenmechanik von filzbezogenen Klöppeln angeschlagen wurden. Die Erzeugung des Tons erfolgte über die in Schwingung gesetzten Gläser. Von den Glasglocken ist keine mehr vorhanden; 1821 hat es sie laut eines Inventarvermerkes zum Teil noch gegeben. Das Instrument ist das einzige erhaltene seiner Art und dokumentiert die Auseinandersetzung mit neuen klanglichen Möglichkeiten. Ein vergleichbares Klavier befand sich in der Kunstkammer Kaiser Rudolfs II. in Prag. (bd)

Das Glasglockenklavier ist im Nachlassinventar Erzherzog Ferdinands II. von 1596 als "ain instrument von glaszwerch" genannt. Damals befand es sich mit anderen Tasten-, Streich und Blasinstrumenten im 4. Kasten der Kunstkammer. Es besteht aus einem kastenartigen, aus verschiedenen Hölzern zusammengesetzten Gehäuse mit vorspringender Klaviatur und abnehmbarem Deckel. Das von Minerva und Mars flankierte Wappen Erzherzog Ferdinands II. ziert die Vorderseite über der Klaviatur; die übrige Bemalung besteht aus Rankenornamenten, Grotesken, Musikinstrumenten und menschlichen Phantasiefiguren. Der Dekor weist eine stilistische Nähe zu den von Dionys Hallaert um 1570 gefertigten Fresken des "Spanischen Saales" in Schloss Ambras auf. Als Klangkörper dienten im Inneren des Instrumentes angebrachte schalenförmige Gläser - "Glocken" -, die mithilfe einer Tastenmechanik von filzbezogenen Klöppeln angeschlagen wurden. Die Erzeugung des Tons erfolgte über die in Schwingung gesetzten Gläser. Von den Glasglocken ist keine mehr vorhanden; 1821 hat es sie laut eines Inventarvermerkes zum Teil noch gegeben. Das Instrument ist das einzige erhaltene seiner Art und dokumentiert die Auseinandersetzung mit neuen klanglichen Möglichkeiten. Ein vergleichbares Klavier befand sich in der Kunstkammer Kaiser Rudolfs II. in Prag. (bd)
Hersteller/in:
anonym
Zeit:
Vor 1596
Objektbezeichnung
Glasglockenklavier
Kultur
Österreich, Tirol (?)
Material/Technik:
Gehäuse Nadelholz; Untertasten Buchsbaum, Obertasten Laubholz dunkel gebeizt; Glasglocken (jetzt fehlend)
Maße:
Hüllmaß: 960 × 570 × 420 mm
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Sammlung alter Musikinstrumente
Inv. Nr.
Sammlung alter Musikinstrumente, 124
Alte Inv.Nr.:
KK_4963
Schlosser Nr.:
A 131
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