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Georgsaltar
vor 1519 | Sebald Bocksdorfer
Der für eine Vorder- und eine Rückansicht konzipierte Altar besteht aus einem offenen Schrein auf ovalem Grundriss mit jeweils zwei gewölbten Flügeln an Vorder- und Rückseite. Die Allansichtigkeit des Schreinaltars entspricht bereits der Raumauffassung der Renaissance, während die Flügel noch ein Relikt mittelalterlicher Altäre sind. Der hl. Georg ist in zeitgenössischer goldener Rüstung und mit erhobenem Schwert dargestellt. Am gewölbten oberen Abschluss des Schreines sind die geschnitzten Wappenschilde des Herzogtums Österreich, der Königreiche Ungarn und Portugal, des Kaisers und der Königreiche England, Böhmen und Neapel angebracht. Die Altarflügel tragen die Bildnisse ganzfiguriger Heiliger: Am vorderen Flügelpaar sind innen links Achatius als Ritter und rechts Sebastian als vornehmer junger Mann dargestellt. Außen links sind Katharina von Alexandrien mit Zackenrad, Schwert und Buch sowie rechts Barbara mit Krone, Kelch und Hostie zu sehen. Das hintere Flügelpaar zeigt innen links Maria auf der Mondsichel und rechts Ursula mit Pfeilen und Palmzweig. Außen sind rechts Christophorus und links Florian dargestellt. Die Vorderseite der Predella zeigt den unter dem Kreuz zusammengebrochenen Christus, die Rückseite zieren zwei Engel, die ursprünglich wohl das Schweißtuch der Veronika hielten. Das Werk ist vermutlich eine Auftragsarbeit Kaiser Maximilians I.; jedes Wappen des Schreines findet eine Entsprechung in Figuren des Maximiliansgrabmales in der Innsbrucker Hofkirche. Darüber hinaus manifestieren sich im hl. Georg Maximilians Kreuzzugsidee und sein Ziel, die Türken aus Europa zu vertreiben. Maximilian förderte nicht nur den von seinem Vater gegründeten St. Georgs-Ritterorden, sondern gründete selbst auch eine St. Georgs-Bruderschaft und eine St. Georgs-Gesellschaft. Der schöne und aufwendig gestaltete Altar wurde 1777 aus der damals aufgelassenen Georgskapelle am Südrand des Schlossparks in die Ambraser Sammlung übernommen. Wann und wie er in diese Kapelle gelangte, bleibt unklar, doch war er ursprünglich sicherlich für einen repräsentativeren Sakralraum gedacht. Die Ausführung wird aufgrund von Stilvergleichen zwei aus dem Schwäbischen stammenden Künstlern zugeschrieben, dem Bildschnitzer Sebald Bocksdorfer und dem Maler Sebastian Scheel.













Der für eine Vorder- und eine Rückansicht konzipierte Altar besteht aus einem offenen Schrein auf ovalem Grundriss mit jeweils zwei gewölbten Flügeln an Vorder- und Rückseite. Die Allansichtigkeit des Schreinaltars entspricht bereits der Raumauffassung der Renaissance, während die Flügel noch ein Relikt mittelalterlicher Altäre sind. Der hl. Georg ist in zeitgenössischer goldener Rüstung und mit erhobenem Schwert dargestellt. Am gewölbten oberen Abschluss des Schreines sind die geschnitzten Wappenschilde des Herzogtums Österreich, der Königreiche Ungarn und Portugal, des Kaisers und der Königreiche England, Böhmen und Neapel angebracht. Die Altarflügel tragen die Bildnisse ganzfiguriger Heiliger: Am vorderen Flügelpaar sind innen links Achatius als Ritter und rechts Sebastian als vornehmer junger Mann dargestellt. Außen links sind Katharina von Alexandrien mit Zackenrad, Schwert und Buch sowie rechts Barbara mit Krone, Kelch und Hostie zu sehen. Das hintere Flügelpaar zeigt innen links Maria auf der Mondsichel und rechts Ursula mit Pfeilen und Palmzweig. Außen sind rechts Christophorus und links Florian dargestellt. Die Vorderseite der Predella zeigt den unter dem Kreuz zusammengebrochenen Christus, die Rückseite zieren zwei Engel, die ursprünglich wohl das Schweißtuch der Veronika hielten. Das Werk ist vermutlich eine Auftragsarbeit Kaiser Maximilians I.; jedes Wappen des Schreines findet eine Entsprechung in Figuren des Maximiliansgrabmales in der Innsbrucker Hofkirche. Darüber hinaus manifestieren sich im hl. Georg Maximilians Kreuzzugsidee und sein Ziel, die Türken aus Europa zu vertreiben. Maximilian förderte nicht nur den von seinem Vater gegründeten St. Georgs-Ritterorden, sondern gründete selbst auch eine St. Georgs-Bruderschaft und eine St. Georgs-Gesellschaft. Der schöne und aufwendig gestaltete Altar wurde 1777 aus der damals aufgelassenen Georgskapelle am Südrand des Schlossparks in die Ambraser Sammlung übernommen. Wann und wie er in diese Kapelle gelangte, bleibt unklar, doch war er ursprünglich sicherlich für einen repräsentativeren Sakralraum gedacht. Die Ausführung wird aufgrund von Stilvergleichen zwei aus dem Schwäbischen stammenden Künstlern zugeschrieben, dem Bildschnitzer Sebald Bocksdorfer und dem Maler Sebastian Scheel.
Künstler/in:
Sebald Bocksdorfer (gest. 1519 in Innsbruck) DNBarrow_outward
Zeit:
vor 1519
Objektbezeichnung
Altar
Kultur
Tirol
Material/Technik:
Zirbelholz
Maße:
bei geöffneten Flügeln: H. 223 cm, B. 196,5 cm
Schrein: H. 154cm, B. 95 cm
Sockel: H. 69 cm
Bildrecht
Schloss Ambras Innsbruck
Inv. Nr.
Schloss Ambras Innsbruck, PA 212
Provenienz
Der Altar befand sich ursprünglich in der von Erzherzog Sigismund um 1464-65 erbauten St.Georgs-Kapelle im Schloßpark, die 1777 aufgelassen wurde
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