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Die Krone Kaiser Rudolfs II., später Krone des Kaisertums Österreichs
1602 datiert | Jan Vermeyen
Diese Krone ist ein Hauptwerk der europäischen Goldschmiedekunst. Sie wurde 1602 in Prag angefertigt, als Privatkrone für Kaiser Rudolf II., der ab 1576 als Römisch-deutscher Kaiser regierte. Speziell für diese Aufgabe wurde der Goldschmied Jan Vermeyen aus Antwerpen in die kaiserliche Residenz Prag berufen. Als eine der künstlerisch vollendetsten, schönsten und kostbarsten Kronen der Welt wurde sie nach Rudolfs Tod 1612 nicht, wie die meisten anderen Privatkronen, gebrochen. Den Herrschaftsanspruch des Kaisers versinnbildlichen drei in Form, Dekor und Sinngehalt unterschiedliche Hauptteile, der Kronreif mit aufgesetztem Lilienkranz in Form einer Königskrone (Rudolf II war König von Böhmen und Ungarn), der Hochbügel, der sich von der Reichskrone ableitet, und die goldene Mitra, welche das hohepriesterliche Gottesgnadentum des Kaisers, der als Statthalter Christi auf Erden regiert, symbolisiert. Perlenreihen säumen wie Lichterketten alle Konturen. Die unvergleichlich kostbare Emailarbeit ist typisch für die erlesene Kunst am Hof Rudolfs II. Da die Reichskrone und alle anderen Insignien des Heiligen Römischen Reiches in Nürnberg aufbewahrt und nur noch bei den Krönungen verwendet wurden, mussten sich die Kaiser für alle anderen Anlässe Privatkronen anfertigen lassen, die heute fast nur in Abbildungen überliefert sind. In dieser, für Kaiser Rudolf II. geschaffenen Krone, kommt seine erhabene Kaiseridee ebenso wie sein verfeinerter Kunstgeschmack zum Ausdruck. Die vier Felder der goldenen Mitra zeigen Rudolfs vier Hauptwürden: vorne links den Sieger über die Türken (Imperator), vorne rechts seine Krönung zum Römischen Kaiser (Augustus) in Regensburg, hinten links seinen Ritt auf den Krönungshügel nach seiner Krönung zum König von Ungarn in Pressburg und hinten rechts die Krönungsprozession bei seiner Krönung zum König von Böhmen in Prag. Auswahl und Anzahl der verwendeten Steine haben allegorische und mystische Bedeutung. So schmücken acht Diamanten die Krone. Acht ist eine heilige Zahl, die sich auf die achteckige Reichskrone bezieht. Der Diamant wiederum ist ein Symbol für Christus, den Unbesiegbaren, dessen Statthalter auf Erden der Kaiser ist. In der technischen und künstlerischen Vollendung, der symbolischen Bedeutung und der Ausgewogenheit der Einzelteile wurde Vermeyen den höchsten Ansprüchen des Kaisers gerecht.









Diese Krone ist ein Hauptwerk der europäischen Goldschmiedekunst. Sie wurde 1602 in Prag angefertigt, als Privatkrone für Kaiser Rudolf II., der ab 1576 als Römisch-deutscher Kaiser regierte. Speziell für diese Aufgabe wurde der Goldschmied Jan Vermeyen aus Antwerpen in die kaiserliche Residenz Prag berufen. Als eine der künstlerisch vollendetsten, schönsten und kostbarsten Kronen der Welt wurde sie nach Rudolfs Tod 1612 nicht, wie die meisten anderen Privatkronen, gebrochen. Den Herrschaftsanspruch des Kaisers versinnbildlichen drei in Form, Dekor und Sinngehalt unterschiedliche Hauptteile, der Kronreif mit aufgesetztem Lilienkranz in Form einer Königskrone (Rudolf II war König von Böhmen und Ungarn), der Hochbügel, der sich von der Reichskrone ableitet, und die goldene Mitra, welche das hohepriesterliche Gottesgnadentum des Kaisers, der als Statthalter Christi auf Erden regiert, symbolisiert. Perlenreihen säumen wie Lichterketten alle Konturen. Die unvergleichlich kostbare Emailarbeit ist typisch für die erlesene Kunst am Hof Rudolfs II. Da die Reichskrone und alle anderen Insignien des Heiligen Römischen Reiches in Nürnberg aufbewahrt und nur noch bei den Krönungen verwendet wurden, mussten sich die Kaiser für alle anderen Anlässe Privatkronen anfertigen lassen, die heute fast nur in Abbildungen überliefert sind. In dieser, für Kaiser Rudolf II. geschaffenen Krone, kommt seine erhabene Kaiseridee ebenso wie sein verfeinerter Kunstgeschmack zum Ausdruck. Die vier Felder der goldenen Mitra zeigen Rudolfs vier Hauptwürden: vorne links den Sieger über die Türken (Imperator), vorne rechts seine Krönung zum Römischen Kaiser (Augustus) in Regensburg, hinten links seinen Ritt auf den Krönungshügel nach seiner Krönung zum König von Ungarn in Pressburg und hinten rechts die Krönungsprozession bei seiner Krönung zum König von Böhmen in Prag. Auswahl und Anzahl der verwendeten Steine haben allegorische und mystische Bedeutung. So schmücken acht Diamanten die Krone. Acht ist eine heilige Zahl, die sich auf die achteckige Reichskrone bezieht. Der Diamant wiederum ist ein Symbol für Christus, den Unbesiegbaren, dessen Statthalter auf Erden der Kaiser ist. In der technischen und künstlerischen Vollendung, der symbolischen Bedeutung und der Ausgewogenheit der Einzelteile wurde Vermeyen den höchsten Ansprüchen des Kaisers gerecht.
Künstler/in:
Jan Vermeyen (vor 1559 Brüssel - 1608 Prag) DNBarrow_outward
Zeit:
1602 datiert
Objektbezeichnung
Insigne
Kultur
Prag
Material/Technik:
Gold, Email, Diamanten, Rubine, Spinelle, Saphir, Perlen, Samt
Maße:
H. 28,3 cm, Dm. 22,4 cm
größte Spannweite: 27,8 cm
Beschriftung
"RVDOLPHVS . II . ROM(ANORVM) . IMP(ERATOR) . AVG(VSTVS) . HVNG(ARIAE) . ET BOH(EMIAE) . REX . CONSTRVXIT . MDCII"
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Weltliche Schatzkammer
Inv. Nr.
Schatzkammer, WS XIa 1
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