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Das Krönungsevangeliar
knapp vor 800, um 1500 | Hans von Reutlingen
Das Wiener Krönungsevangeliar ist eine der schönsten Handschriften des Mittelalters und ein Hauptwerk der Hofkunst zur Zeit Karls des Großen. Es besteht aus 236 purpurgefärbten Pergamentblättern, die mit Gold und Silber beschrieben sind. Jedem der vier Evangelien ist ein gemaltes Evangelistenporträt vorangestellt, das, mit rascher und sicherer Hand ausgeführt, die Illusion eines gerahmten Tafelbildes erweckt. Die purpurgetränkte Seite erscheint dabei als dunkle Wand, während die Bordüre um die Autorenbildnisse als Bildrahmen fungiert, der den Ausblick in lichterfüllte Freiräume einfasst. Der Typus der Darstellung einer schreibenden, in weiße, klassische Gewandung gehüllten Figur entspricht antiken Autorenbildnissen, und auch stilistisch sind diese außerordentlich illusionistisch wirkenden Malereien der Spätantike verpflichtet. Man nimmt daher an, dass ein Fremder - wohl ein Grieche - dieses herausragende Werk der so genannten Karolingischen Renaissance um 800 am Aachener Hof geschaffen hat. Da der zukünftige Kaiser seinen Eid auf dieses Buch ablegte, wobei er mit den Schwurfingern den Anfang des Johannesevangeliums berührte, wird die Handschrift Krönungsevangeliar genannt. Um 1500 erhielt das Krönungsevangeliar einen kostbaren neuen Einband aus vergoldetem Silber. Darauf erscheint, in Hochrelief getrieben, die Figur des segnenden Gottvaters, umschlossen von der reich profilierten Baldachinarchitektur seines Thronsitzes im Stil der Spätgotik. Angetan mit Kaiserornat und Mitrenkrone erscheint er so als Ur- und Idealbild aller Herrscher, während seine Gesichtszüge jenen Karls des Großen entsprechen, in dessen Nachfolge sich alle Kaiser des Heiligen Römischen Reiches sahen.






Das Wiener Krönungsevangeliar ist eine der schönsten Handschriften des Mittelalters und ein Hauptwerk der Hofkunst zur Zeit Karls des Großen. Es besteht aus 236 purpurgefärbten Pergamentblättern, die mit Gold und Silber beschrieben sind. Jedem der vier Evangelien ist ein gemaltes Evangelistenporträt vorangestellt, das, mit rascher und sicherer Hand ausgeführt, die Illusion eines gerahmten Tafelbildes erweckt. Die purpurgetränkte Seite erscheint dabei als dunkle Wand, während die Bordüre um die Autorenbildnisse als Bildrahmen fungiert, der den Ausblick in lichterfüllte Freiräume einfasst. Der Typus der Darstellung einer schreibenden, in weiße, klassische Gewandung gehüllten Figur entspricht antiken Autorenbildnissen, und auch stilistisch sind diese außerordentlich illusionistisch wirkenden Malereien der Spätantike verpflichtet. Man nimmt daher an, dass ein Fremder - wohl ein Grieche - dieses herausragende Werk der so genannten Karolingischen Renaissance um 800 am Aachener Hof geschaffen hat. Da der zukünftige Kaiser seinen Eid auf dieses Buch ablegte, wobei er mit den Schwurfingern den Anfang des Johannesevangeliums berührte, wird die Handschrift Krönungsevangeliar genannt. Um 1500 erhielt das Krönungsevangeliar einen kostbaren neuen Einband aus vergoldetem Silber. Darauf erscheint, in Hochrelief getrieben, die Figur des segnenden Gottvaters, umschlossen von der reich profilierten Baldachinarchitektur seines Thronsitzes im Stil der Spätgotik. Angetan mit Kaiserornat und Mitrenkrone erscheint er so als Ur- und Idealbild aller Herrscher, während seine Gesichtszüge jenen Karls des Großen entsprechen, in dessen Nachfolge sich alle Kaiser des Heiligen Römischen Reiches sahen.
Zeit:
knapp vor 800, um 1500
Objektbezeichnung
Liturgisches Buch
Kultur
Aachen
Material/Technik:
236 purpurgefärbte Pergamentblätter, goldene und silberne Tinte, Deckfarben; Einband: Silber, vergoldet, Edelsteine
Maße:
Codex: 32,4 cm × 24,9 cm
Einband: 34,5 cm
Stempel / Zeichen
Aachener Beschau; R 3, Nr.30 (Schließe)
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Weltliche Schatzkammer
Inv. Nr.
Schatzkammer, WS XIII 18
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