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Bildnis eines bartlosen Mannes
1521 datiert | Hans Maler
Die oben platzierte Inschrift informiert darüber, dass der Unbekannte 33 Jahre zählte, als er sich im Jahr 1521 porträtieren ließ. Sonstige Hinweise auf seine Identität wie etwa Wappen oder Berufsattribute fehlen zwar, doch dürfte der Dargestellte unter den begüterten Handelsherren oder Bergbauunternehmern im tirolischen Schwaz zu suchen sein. In dieser durch ihre Silberminen reich gewordenen Stadt war spätestens seit 1517 auch der aus Ulm gebürtige Hans Maler ansässig, dem sich das Porträt zweifelsfrei zuweisen lässt. Seine Schulung an der Kunst Ulms – wiederholt ist vermutet worden, dass der Künstler dort eine Weile bei Bartholomäus Zeitblom gearbeitet hatte - äußert sich in den lichten, unbunten Farben, der flächigen Anlage sowie einer weich vertreibenden, plastisch wenig akzentuierenden Durchformung. Das vorliegende Werk zählt dabei zu den psychologisch intensivsten der knapp vierzig Bildnisse von Malers Hand, die den Großteil seines erhaltenen Oeuvres ausmachen; auch in der vergleichsweise monumentalen Auffassung darf es zu seinen überzeugendsten, wohl von Dürers Bildnisschaffen beeinflussten Leistungen gerechnet werden. Insgesamt wirkt es weit stärker individualisiert als die zahlreichen Porträts, die Maler von Mitgliedern der im nahen Innsbruck residierenden Erzherzogsfamilie schuf (vgl. etwa sein Bildnis des Erzherzogs und späteren Kaisers Ferdinand I., GG 831). Maler hat das Schema des Brustbildes in Dreiviertelwendung vor lichtblauem Hintergrund, das auch unser Werk kennzeichnet, nur ausnahmsweise variiert. Wie die Wendung des Mannes nach rechts nahelegt, könnte das Porträt einst ein weibliches Pendant gehabt haben. Auf dem Kopf des Mannes, der sein Haar in Form der sog. Kolbe trägt, sitzt ein schwarzes Barett mit geschlitzter Krempe. Schwarz ist auch sein Obergewand, eine Schaube mit gleichfarbigem pelzbesetzten Kragen, unter der ein grasgrünes Wams und am Hals noch ein plissiertes Hemd mit goldenem Zierstreifen sichtbar werden. Eine gewisse Popularität erzielte der Wiener Unbekannte dadurch, dass er von 1965 bis 1995 auf den deutschen 500-Mark-Scheinen abgebildet war. Guido Messling [29.9.2017]

Die oben platzierte Inschrift informiert darüber, dass der Unbekannte 33 Jahre zählte, als er sich im Jahr 1521 porträtieren ließ. Sonstige Hinweise auf seine Identität wie etwa Wappen oder Berufsattribute fehlen zwar, doch dürfte der Dargestellte unter den begüterten Handelsherren oder Bergbauunternehmern im tirolischen Schwaz zu suchen sein. In dieser durch ihre Silberminen reich gewordenen Stadt war spätestens seit 1517 auch der aus Ulm gebürtige Hans Maler ansässig, dem sich das Porträt zweifelsfrei zuweisen lässt. Seine Schulung an der Kunst Ulms – wiederholt ist vermutet worden, dass der Künstler dort eine Weile bei Bartholomäus Zeitblom gearbeitet hatte - äußert sich in den lichten, unbunten Farben, der flächigen Anlage sowie einer weich vertreibenden, plastisch wenig akzentuierenden Durchformung. Das vorliegende Werk zählt dabei zu den psychologisch intensivsten der knapp vierzig Bildnisse von Malers Hand, die den Großteil seines erhaltenen Oeuvres ausmachen; auch in der vergleichsweise monumentalen Auffassung darf es zu seinen überzeugendsten, wohl von Dürers Bildnisschaffen beeinflussten Leistungen gerechnet werden. Insgesamt wirkt es weit stärker individualisiert als die zahlreichen Porträts, die Maler von Mitgliedern der im nahen Innsbruck residierenden Erzherzogsfamilie schuf (vgl. etwa sein Bildnis des Erzherzogs und späteren Kaisers Ferdinand I., GG 831). Maler hat das Schema des Brustbildes in Dreiviertelwendung vor lichtblauem Hintergrund, das auch unser Werk kennzeichnet, nur ausnahmsweise variiert. Wie die Wendung des Mannes nach rechts nahelegt, könnte das Porträt einst ein weibliches Pendant gehabt haben. Auf dem Kopf des Mannes, der sein Haar in Form der sog. Kolbe trägt, sitzt ein schwarzes Barett mit geschlitzter Krempe. Schwarz ist auch sein Obergewand, eine Schaube mit gleichfarbigem pelzbesetzten Kragen, unter der ein grasgrünes Wams und am Hals noch ein plissiertes Hemd mit goldenem Zierstreifen sichtbar werden. Eine gewisse Popularität erzielte der Wiener Unbekannte dadurch, dass er von 1965 bis 1995 auf den deutschen 500-Mark-Scheinen abgebildet war. Guido Messling [29.9.2017]
Künstler/in:
Hans Maler (Ulm, nachweisbar 1500 - 1529)
Zeit:
1521 datiert
Objektbezeichnung
Gemälde
Kultur
Deutsch
Material/Technik:
Zirbelkiefer (Pinus cembra)
Maße:
37,5 × 31,3 cm
Rahmenmaße: 49,5 × 43,5 × 5,9 cm
Beschriftung
Oben die Inschrift: ALS MAN. 1521. ZALT. WAS. ICH. 33. IAR ALT
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Gemäldegalerie
Inv. Nr.
Gemäldegalerie, 884
Provenienz
wohl schon 1720 in der Galerie, 1772 in der Galerie sicher nachweisbar
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