Save object
You may download and use the image for private purposes. Nutzungsbedingungen & AGBs
To request to use the image for commercial or academic purposes, please send us a reproduction request
Save object
You may download and use the image for private purposes. Nutzungsbedingungen & AGBs
To request to use the image for commercial or academic purposes, please send us a reproduction request
Reiterharnisch (Küriss) der Flechtbandgarnitur zum Freiturnier
1571 (?) | Rudolf II. (1576-1612), Kaiser, römischer König ab 1575, König von Ungarn ab 1572, von Böhmen se
Geburtstage, Krönungen, Ordensverleihungen oder Hochzeiten boten einem Herrscherhaus schon immer Gelegenheit, sich selbst darstellen und verherrlichen zu lassen. Im Rahmen des Festes sollten den Gästen die Macht, der Reichtum und der Glanz des Fürstenhauses vorgeführt werden. Das Fest war nicht ein reiner Zeitvertreib, es hatte vielmehr eine die Herrschaft legitimierende und staatstragende Funktion. Wie Castiglione in seinem Cortegiano (1528) schreibt, ist der ideale Hofmann vor allem auch Kriegsmann. Daher gehört das Turnier auch noch im 16. Jahrhundert zum unverzichtbaren Bestandteil jedes Festes. Diese Große Reihengarnitur wurde wohl für die beiden älteren Söhne Kaiser Maximilians II., die Erzherzöge Rudolf und Ernst, geschaffen. Den Anlass bildete die Hochzeitsfeierlichkeit ihres Onkels Karl von der Steiermark mit Maria von Bayern 1571. Ganz im Sinne der Gegenreformation wurde dieses Bündnis der beiden katholischen Länder mit großem Pomp gefeiert. Für Kaiser Maximilian II. ist für diesen Anlass die Bestellung der berühmten Rosenblatt-Garnitur belegt; bei den Trägern der Flechtband-Garnitur handelt es sich wohl um die beiden zu diesem Fest eigens aus Spanien angereisten jugendlichen Erzherzöge Rudolf und Ernst. Die des Ätzmusters wegen als Flechtband-Garnitur bezeichnete Harnischserie besteht aus je drei in Dekor und Größe leicht unterschiedlichen, aber offensichtlich zusammengehörigen Harnischen zum Plankengestech, zum Fußturnier und zum Freiturnier. Der eine Halbharnisch der Brüder ist nach italienischem Typus asymmetrisch gebaut, der andere nach deutschem Muster symmetrisch. Die Harnische sind mit einem komplizierten, sich über die blanke Fläche ausbreitenden Muster aus verschlungenen Bändern und Hopfenblättern geschmückt. Das in Gold- und Schwarzätzung ausgeführte Flechtbandmuster kündigt in seinen sich regelmäßig wiederholenden Motiven das Textilien- oder Tapetenmustern vergleichbare Dekorationsschema des frühbarocken Prunkharnisches an.


Geburtstage, Krönungen, Ordensverleihungen oder Hochzeiten boten einem Herrscherhaus schon immer Gelegenheit, sich selbst darstellen und verherrlichen zu lassen. Im Rahmen des Festes sollten den Gästen die Macht, der Reichtum und der Glanz des Fürstenhauses vorgeführt werden. Das Fest war nicht ein reiner Zeitvertreib, es hatte vielmehr eine die Herrschaft legitimierende und staatstragende Funktion. Wie Castiglione in seinem Cortegiano (1528) schreibt, ist der ideale Hofmann vor allem auch Kriegsmann. Daher gehört das Turnier auch noch im 16. Jahrhundert zum unverzichtbaren Bestandteil jedes Festes. Diese Große Reihengarnitur wurde wohl für die beiden älteren Söhne Kaiser Maximilians II., die Erzherzöge Rudolf und Ernst, geschaffen. Den Anlass bildete die Hochzeitsfeierlichkeit ihres Onkels Karl von der Steiermark mit Maria von Bayern 1571. Ganz im Sinne der Gegenreformation wurde dieses Bündnis der beiden katholischen Länder mit großem Pomp gefeiert. Für Kaiser Maximilian II. ist für diesen Anlass die Bestellung der berühmten Rosenblatt-Garnitur belegt; bei den Trägern der Flechtband-Garnitur handelt es sich wohl um die beiden zu diesem Fest eigens aus Spanien angereisten jugendlichen Erzherzöge Rudolf und Ernst. Die des Ätzmusters wegen als Flechtband-Garnitur bezeichnete Harnischserie besteht aus je drei in Dekor und Größe leicht unterschiedlichen, aber offensichtlich zusammengehörigen Harnischen zum Plankengestech, zum Fußturnier und zum Freiturnier. Der eine Halbharnisch der Brüder ist nach italienischem Typus asymmetrisch gebaut, der andere nach deutschem Muster symmetrisch. Die Harnische sind mit einem komplizierten, sich über die blanke Fläche ausbreitenden Muster aus verschlungenen Bändern und Hopfenblättern geschmückt. Das in Gold- und Schwarzätzung ausgeführte Flechtbandmuster kündigt in seinen sich regelmäßig wiederholenden Motiven das Textilien- oder Tapetenmustern vergleichbare Dekorationsschema des frühbarocken Prunkharnisches an.
Artist:
Anton Peffenhauser zugeschrieben (um 1525 - 1603, tätig in Augsburg) DNBarrow_outward
Time:
1571 (?)
Object Name
Reiterharnisch (Küriss) der Flechtbandgarnitur zum Freiturnier
Culture
Augsburg
Material/technology:
Eisen, geschmiedet, teils geätzt. Ätzdekor: teils feuervergoldet, teils geschwärzt (schwarzgeätzt), teils mit schwarzer Farbe gefüllt (modern). Schulterspangen, Rüsthaken: Eisen, geschmiedet, geätzt, feuervergoldet. Schrauben: Eisen, feuervergoldet. Nietkappen, Schnallen, Haken, Rosetten, Riemenzungen: Messing, teils feuervergoldet. Federhülse: Messing, teils geätzt, feuervergoldet. Textil: Seidensamt, Baumwolle (modern). Futter: Samt. Leder (teils modern). Sporen: Eisen, geschmiedet, feuervergoldet.
Dimensions:
H (inkl. Sockel) 196,5 cm x B 76 cm x T 71,5 cm
Höhe Sockel: 32,5 cm
Gesamtgewicht exkl. Figurine, exkl. Sockel: 23,15 kg
Signed
keine
Inscribed
keine
Stamp / markings
keine
Copyright
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Invs.
Hofjagd- und Rüstkammer, A 886b
Browse more
Similar items you might be interested in

Ganzer blanker Harnisch, Rüstung zum Plankenstechen / Freirennen Anton Peffenhauser um 1570

Turnierharnisch; Reiterharnisch (Küriss) der Flechtbandgarnitur zum Freiturnier J. Löwy, K. und K. Hof-Photograph, Kunst- und Verlagsanstalt (Wien) 1892

Ganzer Feldharnisch (Lerchengarnitur); Küriss einer Wechselgarnitur J. Löwy, K. und K. Hof-Photograph, Kunst- und Verlagsanstalt (Wien) 1892

Karl (1564-1590), Erzherzog von Österreich 1563 (?)

Karl (1564-1590), Erzherzog von Österreich datiert 1571

Rudolf II. (1576-1612), Kaiser, römischer König ab 1575, König von Ungarn ab 1572, von Böhmen se 1571 (?)

Maximilian III. (1585-1618), Erzherzog von Österreich, Koadjutor und ab 1590 Hochmeister des Deuts um 1575

Maximilian III. (1585-1618), Erzherzog von Österreich, Koadjutor und ab 1590 Hochmeister des Deuts um 1575

Maximilian III. (1585-1618), Erzherzog von Österreich, Koadjutor und ab 1590 Hochmeister des Deuts um 1575

Maximilian III. (1585-1618), Erzherzog von Österreich, Koadjutor und ab 1590 Hochmeister des Deuts um 1575

Erzherzog Ernst, Sohn des Maximilian II. von Habsburg Österreich 1571 (?)

Erzherzog Ernst, Sohn des Maximilian II. von Habsburg Österreich 1571 (?)

Rudolf II. (1576-1612), Kaiser, römischer König ab 1575, König von Ungarn ab 1572, von Böhmen se 1571(?)

Maximilian III. (1585-1618), Erzherzog von Österreich, Koadjutor und ab 1590 Hochmeister des Deuts um 1575

Rudolf II. (1576-1612), Kaiser, römischer König ab 1575, König von Ungarn ab 1572, von Böhmen se 1571 (?)

Karl (1564-1590), Erzherzog von Österreich 1563 (?)

Maximilian III. (1585-1618), Erzherzog von Österreich, Koadjutor und ab 1590 Hochmeister des Deuts um 1575

Rudolf II. (1576-1612), Kaiser, römischer König ab 1575, König von Ungarn ab 1572, von Böhmen se 1571 (?)

