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Die Reichskrone
2. Hälfte 10. Jahrhundert; Kronenkreuz Hinzufügung des frühen 11. Jahrhunderts
Acht durch Scharniere verbundene, nach oben zu rundbogig aufgelöste Platten bilden das Oktogon der Reichskrone. Vier kleinere Zwischenplatten tragen aus dem Alten Testament bezogene Bilddarstellungen in Senkschmelz; die vier Hauptplatten unterschiedlicher Größe ziert allein ihr Besatz aus Edelsteinen und Perlen in Hochfassungen. Ordnung und Programm des gesamten Steinschmuckes nahmen Bezug auf Vorstellungen vom Himmlischen Jerusalem. Die Zwölfzahl der großen Steine auf Stirn- und Nackenplatte steht symbolisch für die Zwölfzahl der Apostel sowie der Stämme Israels und der Söhne Jakobs. An der Stirnplatte aber überstrahlte der "Waise" alles (er ist zu unbekannter Zeit nach dem Jahr 1350 in Verlust geraten). Alle Emailplatten sind inhaltlich aufeinander bezogen: an dreien benennen Inschriften die alttestamentlichen Figuren, die Propheten unter ihnen halten zudem Spruchbänder mit Zitaten ihrer eigenen Worte, welche den gemeinten Sinnbezug erhellen und gemäß dem Ordo von 960 seitdem wortgleich in der Krönungsliturgie wiederkehrten. Nur auf der Majestas-Domini-Platte steht das Zitat (Prov. Salom. 8, 15) - eine Offenbarung des im Alten Testament präexistenten Christus und Weltenherrschers - an Stelle der Inschrift. David König Israels und Prophet wie sein Sohn und Nachfolger Salomon erscheint als Sinnbild der Gerechtigkeit; Salomon als Sinnbild der Weisheit und Gottesfurcht; Isaias prophezeit dem todkranken Ezechias (Hiskia) auf dessen frommes Gebet hin 15 weitere Lebensjahre, Gott begnadet den königlichen Beter, indem er sein Leben verlängert und seine Feinde niederstreckt. Die Reichskrone gilt als das imperiale Sinnzeichen, worin das letztlich im Gottesgnadentum legitimierte herrscherliche Selbstverständnis der liudolfingisch-ottonischen Dynastie seine adäquate formale Entsprechung findet.









Acht durch Scharniere verbundene, nach oben zu rundbogig aufgelöste Platten bilden das Oktogon der Reichskrone. Vier kleinere Zwischenplatten tragen aus dem Alten Testament bezogene Bilddarstellungen in Senkschmelz; die vier Hauptplatten unterschiedlicher Größe ziert allein ihr Besatz aus Edelsteinen und Perlen in Hochfassungen. Ordnung und Programm des gesamten Steinschmuckes nahmen Bezug auf Vorstellungen vom Himmlischen Jerusalem. Die Zwölfzahl der großen Steine auf Stirn- und Nackenplatte steht symbolisch für die Zwölfzahl der Apostel sowie der Stämme Israels und der Söhne Jakobs. An der Stirnplatte aber überstrahlte der "Waise" alles (er ist zu unbekannter Zeit nach dem Jahr 1350 in Verlust geraten). Alle Emailplatten sind inhaltlich aufeinander bezogen: an dreien benennen Inschriften die alttestamentlichen Figuren, die Propheten unter ihnen halten zudem Spruchbänder mit Zitaten ihrer eigenen Worte, welche den gemeinten Sinnbezug erhellen und gemäß dem Ordo von 960 seitdem wortgleich in der Krönungsliturgie wiederkehrten. Nur auf der Majestas-Domini-Platte steht das Zitat (Prov. Salom. 8, 15) - eine Offenbarung des im Alten Testament präexistenten Christus und Weltenherrschers - an Stelle der Inschrift. David König Israels und Prophet wie sein Sohn und Nachfolger Salomon erscheint als Sinnbild der Gerechtigkeit; Salomon als Sinnbild der Weisheit und Gottesfurcht; Isaias prophezeit dem todkranken Ezechias (Hiskia) auf dessen frommes Gebet hin 15 weitere Lebensjahre, Gott begnadet den königlichen Beter, indem er sein Leben verlängert und seine Feinde niederstreckt. Die Reichskrone gilt als das imperiale Sinnzeichen, worin das letztlich im Gottesgnadentum legitimierte herrscherliche Selbstverständnis der liudolfingisch-ottonischen Dynastie seine adäquate formale Entsprechung findet.
Zeit:
2. Hälfte 10. Jahrhundert; Kronenkreuz Hinzufügung des frühen 11. Jahrhunderts
Objektbezeichnung
Insigne; Krone
Kultur
Westdeutsch
Material/Technik:
Gold, Email, Edelsteine, Perlen / Zellenschmelz
Maße:
Stirnplatte: 14,9 cm × 11,2 cm
Kreuz: 9,9 cm
28,6 cm
Beschriftung
Platten: "REX DAVID"; "HONOR REGIS IVDICIVM DILIGIT"; "REX SALOMON"; "TIME DOMINVM ET RECEDE A MALO"; "PER ME REGES REGNANT"; "ISAIAS PROPHETA EZECHIAS REX"; "ECCE ADICIAM SVPER DIES TVOS XV ANNOS"; "IHC NAZARENVS REX IVDEORVM"; Bügel: "CHVONRADVS DEI GRATIA ROMANORV(M) IMPERATOR AVG(VSTVS)"
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Weltliche Schatzkammer
Inv. Nr.
Schatzkammer, WS XIII 1
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