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Das Reichskreuz
um 1024/25 ,1325 datiert
Das Reichskreuz stellt einen Höhepunkt mittelalterlicher Goldschmiedekunst dar und entstand in der Regierungszeit Kaiser Konrads II. (1024-1039). Es ist an der Vorderseite dicht mit Edelsteinen und Perlen besetzt, während die Rückseite eine in Niello ausgeführte Zeichnung der zwölf Apostel, des Apokalyptischen Lamms sowie der vier Evangelistensymbole zeigt. Wie die Reichskrone ist auch das Reichskreuz von tiefer symbolischer Bedeutung erfüllt. Es ist zunächst ein Symbol christlichen Triumphes, da Christus seinen Kreuzestod ja durch die Auferstehung überwand. Seitdem Kaiser Konstantin seinen Sieg an der Milvischen Brücke (312) unter dem Schutze des Kreuzes errungen hatte, galt das Kreuz jedoch auch als Hoheitszeichen des Römischen Reiches, eine Idee, die von Karl dem Großen bewusst fortgeführt wurde und auf die sich auch die ottonischen und frühsalischen Herrscher bezogen. Das Reichskreuz ist daher als Zeichen des christlichen Triumphes, des Sieges sowie der kaiserlichen Repräsentation zu interpretieren. Es gliedert sich ein in eine Reihe berühmter imperialer Stiftungen, an deren Anfang ein juwelenbesetztes Triumphkreuz (crux gemmata) steht, das Theodosius II. vor 450 auf dem Golgathahügel hatte errichten lassen. Das Reichskreuz ist aber nicht nur eine triumphale crux gemmata, sondern auch ein Reliquienbehältnis. Teile der Vorderseite lassen sich in Platten abnehmen und geben die Ausnehmungen im Inneren frei, in denen einst die Reichsreliquien verwahrt wurden: im Querarm die Heilige Lanze (Inv.-Nr. SK_WS_XIII_19) und im Schaft die Kreuzpartikel (Inv.-Nr. SK_WS_XIII_20). Diese höchst kostbaren Passionsreliquien galten als Unterpfand des "Königsheils" und der Siegeskraft des Herrschers. Die Bedeutung der Reliquien findet eine perfekte Entsprechung in der Form der sie bergenden Hülle, die alle weltlichen Herrschaftszeichen an Symbolkraft überragt.






Das Reichskreuz stellt einen Höhepunkt mittelalterlicher Goldschmiedekunst dar und entstand in der Regierungszeit Kaiser Konrads II. (1024-1039). Es ist an der Vorderseite dicht mit Edelsteinen und Perlen besetzt, während die Rückseite eine in Niello ausgeführte Zeichnung der zwölf Apostel, des Apokalyptischen Lamms sowie der vier Evangelistensymbole zeigt. Wie die Reichskrone ist auch das Reichskreuz von tiefer symbolischer Bedeutung erfüllt. Es ist zunächst ein Symbol christlichen Triumphes, da Christus seinen Kreuzestod ja durch die Auferstehung überwand. Seitdem Kaiser Konstantin seinen Sieg an der Milvischen Brücke (312) unter dem Schutze des Kreuzes errungen hatte, galt das Kreuz jedoch auch als Hoheitszeichen des Römischen Reiches, eine Idee, die von Karl dem Großen bewusst fortgeführt wurde und auf die sich auch die ottonischen und frühsalischen Herrscher bezogen. Das Reichskreuz ist daher als Zeichen des christlichen Triumphes, des Sieges sowie der kaiserlichen Repräsentation zu interpretieren. Es gliedert sich ein in eine Reihe berühmter imperialer Stiftungen, an deren Anfang ein juwelenbesetztes Triumphkreuz (crux gemmata) steht, das Theodosius II. vor 450 auf dem Golgathahügel hatte errichten lassen. Das Reichskreuz ist aber nicht nur eine triumphale crux gemmata, sondern auch ein Reliquienbehältnis. Teile der Vorderseite lassen sich in Platten abnehmen und geben die Ausnehmungen im Inneren frei, in denen einst die Reichsreliquien verwahrt wurden: im Querarm die Heilige Lanze (Inv.-Nr. SK_WS_XIII_19) und im Schaft die Kreuzpartikel (Inv.-Nr. SK_WS_XIII_20). Diese höchst kostbaren Passionsreliquien galten als Unterpfand des "Königsheils" und der Siegeskraft des Herrschers. Die Bedeutung der Reliquien findet eine perfekte Entsprechung in der Form der sie bergenden Hülle, die alle weltlichen Herrschaftszeichen an Symbolkraft überragt.
Zeit:
um 1024/25 ,1325 datiert
Objektbezeichnung
Insigne; Reliquiar
Kultur
Westdeutsch; Fuß: Prag
Material/Technik:
Eichenholzkern, Stoff, Goldblech, Edelsteine, antike Gemmen, Perlen; RS und Seiten: Niello, Eisenzapfen zum Gebrauch als Vortragekreuz; Fuß: Silber, vergoldet, Email
Maße:
H. 77,5, B. 70,8 cm
Gesamthöhe: 92,5 cm
Fuß: H. 17,3 cm
Beschriftung
Seitenwände: "ECCE CRVCEM DOMINI FVGIAT PARS HOSTIS INIQVI. HINC, CHVONRADE, TIBI CEDANT OMNES INIMICI"; Kreuzfuß: "ANNO MILLENO TERCIO QVINQVAGENO SECVNDO KAROLVS AVGVSTVS ROMANVS REXQVE BOHEMVS HOC LIGNVM DOMINI TALI PEDE SIC DECORAVIT"
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Weltliche Schatzkammer
Inv. Nr.
Schatzkammer, WS XIII 21
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