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Reliquienkreuz König Ludwigs des Großen von Ungarn; sogenanntes Anjou - Kreuz
1370/82 | Pietro di Simone da Siena
Im Zentrum dieses Reliquienkreuzes befindet sich eine außergewöhnlich große Kreuzpartikel, deren Wertschätzung durch die Goldfassung, den reichen Besatz aus Edelsteinen, Perlen und Email sowie die Montage auf dem hohen goldglänzenden Sockel eindrucksvoll vor Augen geführt wird. Bergkristallplatten bedecken und schützen die an der Vorderseite des Kreuzes präsentierte Reliquie, welche aus verschiedenen Partikeln zu der aus der byzantinischen Tradition herstammenden Form des Doppelkreuzes zusammengefügt wurde, die auch die Gesamtform des Kreuzes bestimmt. Die Kreuzenden zeigen edelsteinbesetzte Vierpässe mit Manschetten, die fünfmal die emaillierten Allianzwappen Ungarn-Anjou und einmal das Wappen des Königreichs Polen (am unteren Kreuzbalken) tragen. Diese Wappen, zu denen noch zwei weitere auf der Rückseite treten, beziehen sich auf König Ludwig den Großen von Ungarn (1326-1382) aus dem Haus Anjou, der ab 1370 auch König von Polen war. 1933 wurde das Kreuz, das sich mit seinem Wappenschmuck eng dem mittelalterlichen ungarischen Königtum verbunden zeigt, als Folge des 1921 ausgehandelten Teilungsvertrages zwischen Österreich und Ungarn nach Budapest überstellt. Zu diesem Zeitpunkt wusste man jedoch nicht, dass es sich bei dem an Ungarn abgegebenen Stück um eine Fälschung handelt. Salomon Weiniger, der Goldschmied, der die Goldschmiedearbeit um 1860/70 vom damaligen Hofburgpfarrer zur Restaurierung übertragen bekommen hatte, gab diesem eine geschickte Nachbildung zurück, während er das Original in zwei Teilen verkaufte. Das originale Kreuz und der Sockel, die in weiterer Folge in verschiedene Sammlungen in Kopenhagen bzw. London gelangten, konnten 1957 glücklicherweise zurückgekauft werden, so dass das Reliquienkreuz heute wieder in der Wiener Schatzkammer gezeigt werden kann. Die Entstehung der mittelalterlichen Arbeit ist aufgrund der Wappen für die Regierungszeit König Ludwigs von Ungarn als König von Polen (1370-1382) gesichert. Stilistische und technische Merkmale könnten daran denken lassen, dass es sich dabei um das Werk eines in Ungarn tätigen italienischen Goldschmiedes handelt.

Im Zentrum dieses Reliquienkreuzes befindet sich eine außergewöhnlich große Kreuzpartikel, deren Wertschätzung durch die Goldfassung, den reichen Besatz aus Edelsteinen, Perlen und Email sowie die Montage auf dem hohen goldglänzenden Sockel eindrucksvoll vor Augen geführt wird. Bergkristallplatten bedecken und schützen die an der Vorderseite des Kreuzes präsentierte Reliquie, welche aus verschiedenen Partikeln zu der aus der byzantinischen Tradition herstammenden Form des Doppelkreuzes zusammengefügt wurde, die auch die Gesamtform des Kreuzes bestimmt. Die Kreuzenden zeigen edelsteinbesetzte Vierpässe mit Manschetten, die fünfmal die emaillierten Allianzwappen Ungarn-Anjou und einmal das Wappen des Königreichs Polen (am unteren Kreuzbalken) tragen. Diese Wappen, zu denen noch zwei weitere auf der Rückseite treten, beziehen sich auf König Ludwig den Großen von Ungarn (1326-1382) aus dem Haus Anjou, der ab 1370 auch König von Polen war. 1933 wurde das Kreuz, das sich mit seinem Wappenschmuck eng dem mittelalterlichen ungarischen Königtum verbunden zeigt, als Folge des 1921 ausgehandelten Teilungsvertrages zwischen Österreich und Ungarn nach Budapest überstellt. Zu diesem Zeitpunkt wusste man jedoch nicht, dass es sich bei dem an Ungarn abgegebenen Stück um eine Fälschung handelt. Salomon Weiniger, der Goldschmied, der die Goldschmiedearbeit um 1860/70 vom damaligen Hofburgpfarrer zur Restaurierung übertragen bekommen hatte, gab diesem eine geschickte Nachbildung zurück, während er das Original in zwei Teilen verkaufte. Das originale Kreuz und der Sockel, die in weiterer Folge in verschiedene Sammlungen in Kopenhagen bzw. London gelangten, konnten 1957 glücklicherweise zurückgekauft werden, so dass das Reliquienkreuz heute wieder in der Wiener Schatzkammer gezeigt werden kann. Die Entstehung der mittelalterlichen Arbeit ist aufgrund der Wappen für die Regierungszeit König Ludwigs von Ungarn als König von Polen (1370-1382) gesichert. Stilistische und technische Merkmale könnten daran denken lassen, dass es sich dabei um das Werk eines in Ungarn tätigen italienischen Goldschmiedes handelt.
Nachfolge:
Pietro di Simone da Siena (?)
Zeit:
1370/82
Objektbezeichnung
Reliquiar; Kreuzreliquiar
Kultur
Ungarn
Material/Technik:
Gold, Silber, vergoldet, Email, Edelsteine, Perlen, Bergkristall
Maße:
H. 67,2 cm
Kreuz: H. 33,7 cm
Beschriftung
"VERA PARTICVLI SANCTA CRVCIS"
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Geistliche Schatzkammer
Inv. Nr.
Schatzkammer, GS D 251
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