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Helmhaube/Innenfutter für einen Stechhelm
Ende 15.-Anfang 16. Jahrhundert | Sigismund (1439-1496), Erzherzog von Österreich
Während eines Stechens zu Pferd war für die beiden gegeneinander antretenden Reiter eine der unmittelbarsten Verletzungsgefahren der eigene Helm. Ein Schlag des Kopfs gegen die stählerne Wand des Helmes, ausgelöst entweder durch den Aufprall der gegnerischen Stechstange oder einen folgenden Sturz vom Pferd, hätte zu schweren Verletzungen führen können. Um dieser Gefahr entgegenzuwirken, trugen die Reiter unter ihren Helmen gepolsterte Hauben.
Helmfutter für das Stechen bestanden zumeist aus Leinen und waren mit Werg (Fasern aus Hanf oder Flachs) gefüttert. Sie wurden mit dem Helm mittels angenähter Lederriemen fest verschnürt, sodass der Kopf in einem gleichbleibenden Abstand zum Helm gehalten werden konnte. Am Helm waren eigens für diesen Zweck Löcher eingelassen, durch die die Riemen durchgezogen und an der Außenseite des Helmes verknotet werden konnten.
In der Schlacht musste der Reiter möglichst flexibel selbst den Helm aufsetzen und abnehmen können. Eine feste Verschnürung des Kopfes mit dem Helm mittels der Helmhaube wäre hier nicht zweckmäßig gewesen. Im Turnier aber war ausreichend Zeit, den Sitz des Helmes von einem Helfer richtig einstellen zu lassen und den Kopf des Reiters im Helm festzuschnüren.
Nur wenige zeitgenössische Quellen geben Auskunft zu diesem praktischen Detail des Turniersports. So rät Pietro Monte in seinen Collectanea (1509), den Kopf mit einer Polsterung zu umgeben und ihn mit zwei Bändern, einem von vorne, einem von hinten, im Helm festzuzurren. Auch würde eine Schicht Wachs an der inneren Vorderseite des Helms helfen, die Wucht des Stoßes abzumildern.
In der Wiener Sammlung haben sich insgesamt acht Helmhauben erhalten, alle unterschiedlich konstruiert. Helmhauben des späten Mittelalters und der Renaissance sind heute überaus selten. Sie hatten zur Zeit ihrer Verwendung keinen besonderen Wert und wurden, einmal verschwitzt und zerschlissen, weggeworfen. Für die Hauben, die in Rüstkammern die Zeit überdauerten, bedeuteten Feuchtigkeit sowie Mäuse und anderes Ungeziefer eine stete Gefahr.

Während eines Stechens zu Pferd war für die beiden gegeneinander antretenden Reiter eine der unmittelbarsten Verletzungsgefahren der eigene Helm. Ein Schlag des Kopfs gegen die stählerne Wand des Helmes, ausgelöst entweder durch den Aufprall der gegnerischen Stechstange oder einen folgenden Sturz vom Pferd, hätte zu schweren Verletzungen führen können. Um dieser Gefahr entgegenzuwirken, trugen die Reiter unter ihren Helmen gepolsterte Hauben.
Helmfutter für das Stechen bestanden zumeist aus Leinen und waren mit Werg (Fasern aus Hanf oder Flachs) gefüttert. Sie wurden mit dem Helm mittels angenähter Lederriemen fest verschnürt, sodass der Kopf in einem gleichbleibenden Abstand zum Helm gehalten werden konnte. Am Helm waren eigens für diesen Zweck Löcher eingelassen, durch die die Riemen durchgezogen und an der Außenseite des Helmes verknotet werden konnten.
In der Schlacht musste der Reiter möglichst flexibel selbst den Helm aufsetzen und abnehmen können. Eine feste Verschnürung des Kopfes mit dem Helm mittels der Helmhaube wäre hier nicht zweckmäßig gewesen. Im Turnier aber war ausreichend Zeit, den Sitz des Helmes von einem Helfer richtig einstellen zu lassen und den Kopf des Reiters im Helm festzuschnüren.
Nur wenige zeitgenössische Quellen geben Auskunft zu diesem praktischen Detail des Turniersports. So rät Pietro Monte in seinen Collectanea (1509), den Kopf mit einer Polsterung zu umgeben und ihn mit zwei Bändern, einem von vorne, einem von hinten, im Helm festzuzurren. Auch würde eine Schicht Wachs an der inneren Vorderseite des Helms helfen, die Wucht des Stoßes abzumildern.
In der Wiener Sammlung haben sich insgesamt acht Helmhauben erhalten, alle unterschiedlich konstruiert. Helmhauben des späten Mittelalters und der Renaissance sind heute überaus selten. Sie hatten zur Zeit ihrer Verwendung keinen besonderen Wert und wurden, einmal verschwitzt und zerschlissen, weggeworfen. Für die Hauben, die in Rüstkammern die Zeit überdauerten, bedeuteten Feuchtigkeit sowie Mäuse und anderes Ungeziefer eine stete Gefahr.
Besitzer/in:
Sigismund (1439-1496), Erzherzog von Österreich (1427 - 1496) DNBarrow_outward
Zeit:
Ende 15.-Anfang 16. Jahrhundert
Objektbezeichnung
Helmhaube/Innenfutter für einen Stechhelm
Kultur
Innsbruck
Material/Technik:
Leinen, teils gesteppt. Füllmaterial: pflanzlich. Bänder aus Hanf. Leder. Nieten, Schnallen: Eisen. Hülsen: Messing (modern).
Maße:
H 40 cm x B 25 cm x T 25 cm
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, B 47
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